Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eggstätt Hemhofer Seenplatte und Seeoner Seen

„Ein Teil der wertvollsten Hochmoore in ganz Deutschland gibt es im Landkreis“

Patrick Guderitz bei seiner Arbeit im Schutzgebiet
+
Magerrasen_Foto Patrick Guderitz (1).jpeg

Patrick Guderitz ist seit 2018 Gebietsbetreuer für die Eggstätt Hemhofer Seenplatte und Seeoner Seen. Damit ist er einer von insgesamt 70 Gebietsbetreuern in Bayern, die sich um 60 Gebiete kümmern.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umweltangelegenheiten, Landwirtschaft, räumliche Entwicklung, Natur- und Klimaschutz sowie Mobilität stellte er den Mitgliedern die Arbeit der Gebietsbetreuung vor. 

Hochmoor im Landkreis Rosenheim: Gebiet von herausragender Schönheit

Wie Guderitz sagte, sei sein Arbeitsgebiet die nördlich des Chiemsees gelegene Eiszerfallslandschaft der Eggstätt Hemhofer Seenplatte und Seeoner Seen. Dieses Gebiet sei von herausragender Schönheit, außerordentlich hohem Wert für den Naturschutz und ein Hotspot der Artenvielfalt. Zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten, die auf der Liste der stark gefährdeten Arten stehen, seien hier noch zu finden. Er habe allein 19 vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten entdeckt und das seien nur die, die er kenne. „Ich denke, diese Zahl muss um den Faktor drei erhöht werden.“ Der „heimliche Star“ seines Schutzgebietes sei die Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis). „Diese Libellenart gibt es nur noch im Bereich der Seenplatte und sie reproduziert sich hier. Sie ist damit die seltenste Libelle in ganz Bayern“, so Guderitz.

Der Biotopverbund Eggstätt Hemhofer Seenplatte und Seeoner Seen besteht aus vielen kleinen und größeren Seen. Einige dieser kleinen Seen befinden sich mitten im Wald. Es gibt hier seltene Auwälder, wertvolle Verlandungsvegetation, hochwertige Moore, renaturierte Torfmoose sowie Nass- und Feuchtwiesen, die vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum bieten. „Der Landkreis Rosenheim verfügt über einen Teil der wertvollsten Hochmoore in ganz Deutschland“, so Guderitz.

Lebensraum schützen

Diesen Lebensraum zu schützen, sei Aufgabe der Gebietsbetreuung. Dazu gehöre zum einen das Monitoring. „Der Mensch schützt, was er kennt“, sagt Guderitz. Darum schauen wir, welche bedrohten Tier- und Pflanzenarten in unserem Gebiet vorkommen und dokumentieren dies. Außerdem sind Gebietsbetreuer Vermittler zwischen dem Naturschutz und den verschiedenen Nutzergruppen. Dazu gehören neben landwirtschaftlichen Themen zum Beispiel im Bereich des Vertragsnaturschutzes auch Fragen der Besucherlenkung und Öffentlichkeitsarbeit.

Besucheranzahl steigt

In den vergangenen Jahren ist die Menge der Besucher, die in dem zum großen Teil aus Naturschutzgebieten bestehendem Biotopverbund unterwegs sind, stetig gestiegen. Insbesondere die Uferbereiche der Seen werden in den Sommermonaten von Badenden genutzt. Dabei wird zunehmend auch an Stellen gebadet, die außerhalb der dafür genehmigten Badestellen liegen. Die dadurch entstehenden Schäden sind vor allem am Langbürgner See sichtbar. Neben einer entsprechenden Beschilderung sei es Guderitz vor allem wichtig, mit den Erholungssuchenden zu sprechen. „Ich bin viel draußen unterwegs. 99 Prozent der Leute haben Verständnis, wenn sie wissen warum“, sagt Guderitz. Öffentlichkeitsarbeit in Form von Artikeln in den Medien, Fernsehberichten oder regelmäßigen Führungen sollen weiter sensibilisieren.

Die Trägerschaft für die vom Bayerischen Naturschutzfonds und dem Bezirks Oberbayern gefördert Stelle teilen sich die beiden Landkreise Rosenheim und Traunstein.

Beginn der Gebietsbetreuung in Bayern war 1998 ein Pilotprojekt am Ammersee. 2002 wurde die Gebietsbetreuung in Bayern fest installiert.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Kommentare