„Sie wollen um jeden Preis!“

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Eggstätt – Die Suche nach einem geeigneten Grundstück für Erdgasbohrungen am Langbürgner See nimmt kein Ende. Allerdings scheint kein geeignetes Grundstück in Sicht.

In wenigen Tagen ist es ein Jahr her, dass der österreichische Energieversorger RAG einen Antrag für Erdgasbohrungen am Langbürgner See, an das Bergbauamt Südbayern, gestellt hat. Innerhalb dieses Jahres wurde der Widerstand aus der Bevölkerung, gegen die Erdgasbohrungen, immer stärker. Nach Diskussionen über verschiedene Standorte bis hin zum sogenannten Frackingverfahren ist das Projekt scheinbar ins Stocken geraten.

Kein Grundstück für die Erdgasbohrungen in Sicht

Doch der Schein trügt. In einem Interview mit einem der Sprecher der Initiative „David gegen Goliath“, Bernhard Fricke, zeigt sich, dass die RAG nach wie vor „herzlich gerne“ am Langbürgner See nach Erdgas bohren will. Allerdings wurde noch immer kein Grundstück am Rande des ältesten Naturschutzgebietes in Bayern gefunden.

Demonstration am Langbürgner See

Nicht, dass es keine gäbe – nein. Keiner der Eigentümer will jedoch sein Grundstück für das Vorhaben der RAG hergeben. „Wer mit seiner Heimat verbunden ist, der will den See auch schützen“, erklärt Fricke. „Wenn es bei den Bohrungen zu Störungen kommt, dann ist nicht nur das Naturschutzgebiet kaputt, sondern auch die Wasserversorgung ist gefährdet“, so Fricke weiter.

Kein vierter Bürgerdialog mehr

Um dies dem Energieversorger RAG klar zu machen, hat es mehrere Bürgerdialoge der Gegner mit Verantwortlichen der RAG und auch Politikern aus der Region gegeben. Ein vierter sollte folgen, dieser sei aber hinfällig. „Es gibt nichts mehr zu reden. Mittlerweile wurden sechs mögliche Standorte von den Bürgern bereits abgelehnt. Es gibt kaum noch Möglichkeiten für weitere Bohrstandorte, da er nicht so weit vom See, aber auch nicht innerhalb des Naturschutzgebietes liegen darf“, erklärt Fricke.

RAG gibt Erklärung zur Standortsuche ab:

Während Fricke hofft, dass sich die RAG das endlich eingesteht und ihren Antrag beim Bergbauamt Südbayern zurückzieht, bleibt der Energieversorger auf Kurs. In einer Erklärung äußert sich der Projektverantwortliche der RAG, Henrik Mosser gegenüber chiemgau24.de zu der Rückzugsforderung:

„Das Genehmigungsverfahren ist seit vergangenem November ausgesetzt. Die RAG befindet sich aktuell auf der Suche an einem alternativen Bohrstandort, der den Bedenken der Bürgerinitiative möglichst Rechnung trägt. Die RAG hält den Dialog mit Bürgern, Anrainern, der Bürgerinitiative sowie Vertretern der Politik aufrecht und ist nach wie vor an einer gemeinsamen Lösung interessiert. Die Erdgasvorkommen, die im Bereich Breitbrunn vermutet werden, reichen aus, um den Gasverbrauch der Stadt Rosenheim für ca. 30 Jahre zu decken. Die RAG wird daher weiterhin nach einem alternativen Bohrstandort suchen, um das vermutete Erdgasvorkommen zu erschließen. Die RAG ist gegenüber dem Freistaat Bayern in der Pflicht, Erdgas in Bayern zu suchen und zu fördern und so zu einer unabhängigen, dezentralen Energieversorgung beizutragen. [...]“

Noch gibt es diesen alternativen Standort nicht. Damit steckt das Projekt der RAG am Langbürgner See nach Erdgas zu bohren, erst einmal fest. Für Fricke ist damit eines klar: „Sie wollen um jeden Preis und können nicht und wir, die nicht wollen, sind froh darüber.“

kmr

Quelle: rosenheim24.de

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