Entscheidung im Gemeinderat

Ein „Energiesparmeister“ für Bad Endorf: Markt stellt Klimaschutzmanager ein

Energie einsparen, wo es nur geht, und die Umsetzung der im Klimaschutzkonzept festgelegten Ziele sind die Hauptaufgaben eines Klimaschutzmanagers.
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Energie einsparen, wo es nur geht, und die Umsetzung der im Klimaschutzkonzept festgelegten Ziele sind die Hauptaufgaben eines Klimaschutzmanagers.

„Ja“ zum Klimaschutzmanager, aber wie lange soll er angestellt werden? Unter anderem mit dieser Frage beschäftigte sich der Marktgemeinderat Bad Endorf in seiner jüngsten Sitzung. Denn die Förderung für eine solche Stelle wird maximal fünf Jahre bezahlt.

Bad Endorf – Kämmerin Melanie van Lengen stellte dem Gremium die Fördermöglichkeiten vor: So würden auch die Personalkosten bezuschusst. Die Voraussetzung dafür sei, dass ein Klimaschutzkonzept erstellt werde. Die Förderzeit betrage maximal 24 Monate. Wird eine Maßnahme aus dem Klimaschutzkonzept umgesetzt, könne diese zu 60 Prozent gefördert und auch der Förderzeitraum könne um weitere 24 bis 36 Monate verlängert werden.

Stelle muss befristet besetzt werden

Die Verwaltung strebe daher eine Vollzeitstelle an, da die Aufgaben des Klimaschutzmanagers – neben der Erstellung eines Klimaschutzkonzepts – vielfältig seien. „Auch die Beratung der Bürger gehört zu den Aufgaben“, erklärte van Lengen. Allerdings schreibe der Fördergeber vor, die Stelle befristet (auf maximal fünf Jahre) zu besetzen. Die Planstelle sollte nach Ansicht der Verwaltung aber unbefristet in den Stellenplan aufgenommen werden, weil die Aufgaben nach dem Abschluss des Klimaschutzkonzeptes ja nicht aufhörten und weiterhin eine konstante Begleitung angestrebt werde. Nach Ablauf des Förderzeitraumes wären dann auch die vollen Personalkosten im Haushalt anzusetzen.

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Energie einsparen, EDV und Bürgerberatung

Um den Gemeinderäten einen Einblick über die Arbeit eines Klimaschutzmanagers zu geben, war der ehemalige Klimaschutzmanager der Stadt Rosenheim, Björn Freitag, zur Sitzung geladen. „Ein Klimaschutzmanager ist sozusagen der Energiesparmeister“, berichtete er. Auch mit EDV und der Vergabe von Fördermitteln müsse sich ein Klimaschutzmanager auskennen. Zudem gehöre die Öffentlichkeitsarbeit und Beratung der Bürger in puncto Energie-Effizienz zu seinem Tätigkeitsbereich. Diese Aufgaben könnten in der Verwaltung kaum von jemandem anderen übernommen werden, jedoch sei es möglich, dass sich zwei Gemeinden eine Stelle teilen, „wie es in Aschau und Bernau der Fall ist“, so Freitag.

Skepsis bei der Frage nach den Folgekosten

Anschließend konnten die Räte Fragen stellen. Martin Both (Grüne) wollte wissen, ob der Klimaschutzmanager zwei Jahre lang nichts anderes mache, als das Klimakonzept zu erstellen. Freitag erklärte, dass die Erstellung des Konzepts innerhalb von 18 Monaten erfolge und in der restlichen Zeit mit der Umsetzung der ersten Maßnahme begonnen werden könne.

Barbara Laböck (ÜWG-FL) fragte nach den Folgekosten für die Marktgemeinde nach Beendigung der Förderung. Geschäftsleiter Martin Mühlnickel erläuterte, dass laut Endgeldtabelle die Personalkosten bei 4200 Euro Brutto im Monat lägen. Georg Mitterer (SPD) war das zu viel: „Das sind ja rund 120 000 Euro pro Jahr.“

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Personalkosten liegen bei 105.000 Euro pro Jahr

Alles in allem sei mit 90 000 bis 105 000 Euro zu rechnen, stellte Mühlnickel klar. Auch Freitag betonte nochmals, dass sich der Einsatz eines Klimaschutzmanagers lohne, da die Arbeit per se nicht unterschätzt werden dürfe und auch das Thema Energiesparen in fünf Jahren genauso präsent sein werde.

Gesetzgeber schreibt Befristung vor

Helmut Fleidl (ÜWG-FL) regte an, die Stelle auf fünf Jahre zu befristen und dann nochmals zu beraten. Wolfgang Kirner (SPD) war es unverständlich, dass der Gesetzgeber eine Befristung vorschreibe. „Ich befürworte unbefristete Arbeitsverhältnisse.“

Chance auf Förderung nutzen

Josef Moosbauer jun. (CSU) merkte an, dass man diese Chance nutzen sollte. Dem schloss sich auch Bürgermeister Alois Loferer (CSU) an, da man nicht wisse, wie lange es diese Förderungen noch gebe.

Nach langer Debatte sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, Fördermittel für die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts und die Übernahme der Personalkosten für die Einstellung eines Klimaschutzmanagers zu beantragen und die notwendigen finanziellen Mittel im Haushalt 2021 einzustellen.

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