Eindrucksvolle Primiz von Pater Virgil

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Prien - Bei Regenwetter wurde im Rahmen der Primiz von Pater Virgil (Michael Steindlmüller) der feierliche Gottesdienst abgehalten. Das störte die Beteiligten aber keineswegs.

Auf der Wiese vom Moar z'Bruck trotzten etwa 3000 Gottesdienstbesucher dem Regen.

"Meine Stärke und mein Lied ist der Herr. Er ist für mich zum Retter geworden!" Diesen von Pater Virgil auserwählten Primizspruch stellte Pfarrer Harald Matell aus Maxglan als Kollege und Freund des Primizianten gestern in den Mittelpunkt seiner Predigt.

Wie vor zwei Jahren, als Bruder Josef Steindlmüller in St. Salvator Primiz gefeiert hatte, war auch heuer mittleres Regenwetter - wiederum aber nicht so schlimm, sodass der Gottesdienst im Freien möglich war. "Das ist kein Regen, sondern heute ist es Weihwasser, das von oben kommt", meinte dazu ein Teilnehmer am Rande des Gottesdienstes.

Zu Beginn ergänzte der Primiziant diese Aussage nach dem Liedtext "Die Sonne ist des Himmels Ehr...." mit der Feststellung: "Heute preisen wir IHN mit Regen und Schirmen." Es mögen annähernd 3000 Frauen, Männer und Kinder gewesen sein, die aus den Gemeinden des Pfarrverbandes Prien und darüber hinaus von Monsignore Bruno Fink, von Primizlader Christian Glas und vom Primizianten selbst begrüßt werden konnten, nachdem sie in einem beeindruckenden Kirchenzug von St. Salvator zur Wiese vom Moar z'Bruck gegangen waren.

45 Vereins- und Kirchenfahnen aus dem Pfarrverband, rund 100 Ministranten, eine große Zahl von Geistlichen und viele Mitglieder der Ortsvereine trugen zum imposanten Gesamtbild bei. Da hatte zum Schluss des Gottesdienstes Pater Virgil allen guten Grund zum Danke-Sagen. Sein "Vergelt's Gott" galt stellvertretend dem Chor der Pfarrei "Maria Himmelfahrt" Prien unter der Leitung von Kirchenmusiker Rainer Schütz, der Musikkapelle Wildenwart mit Alphornbläsern, den Eltern und Geschwistern, den Organisatoren mit Christian Glas, Jakob Steiner und Wast Wimmer an der Spitze, Georg Kronast für das "Blumenmeer", Nici Koschorz und Günter Kraus für die liturgischen Vorbereitungen sowie den Gemeinden Prien und Rimsting mit ihren Bürgermeistern und Bauhöfen für ihre allseitige Unterstützung.

Michael Steindlmüller begrüßt auf dem Marktplatz die Kindergartenkinder mit Schwester Oberin Siegtraud .

Nachdem Bürgermeister Jürgen Seifert beim vortägigen Empfang in Prien ein Grußwort gesprochen hatte, dankte nach der Primizfeier der Rimstinger Bürgermeister Josef Mayer namens seiner Gemeinde und aller anwesenden Gläubigen: "Es war wie vor zwei Jahren wieder ein richtiges kirchliches Volksfest, das Dank großen Eifers von vielen Leuten gefeiert werden kann."

Abschließend lud der Primiziant in das bereit gestellte Festzelt ein, denn "Leib und Seele" gehören zusammen. Auch dort bemühten sich viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit Festwirt Richard Grosse um das leibliche Wohl. Nach dem Mittagsmahl konnten sich die Gäste auch noch am großen Kuchenbüffet erfreuen. Dem Festzeltvergnügen einschließlich einiger Ansprachen und Geschenkeübergaben folgte am späten Nachmittag eine Dankandacht in der nahen Kirche St. Salvator.

Am Samstag hatten Hans Wallner und Hans Riepertinger vierspannig mit ihren Rössern und mit einer Kutsche Pater Virgil von seinem Heimathaus in St. Salvator abgeholt, um ihn nach Prien zum Primizianten-Empfang zu bringen, wo er auf dem Marktplatz von der Priener Blaskapelle, von den Bürgermeistern Jürgen Seifert und Renate Hof aus Prien sowie Josef Mayer aus Rimsting, von gut zwei Dutzend Fahnenabordnungen aus den Reihen des Pfarrverbandes Prien und von überaus vielen Gläubigen erwartet wurde.

Pater Virgil mit den Bürgermeistern Jürgen Seifert...

Vom großartigen Empfang zeigte sich Pater Virgil sichtlich beeindruckt. Die ersten Willkommensgrüße formulierten die Kindergartenkinder unter der Leitung von Schwester Oberin Siegtraud und Primizlader Christian Glas. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Koschorz erinnerte in humorvoller Weise an gemeinsame Kirchendiensterfahrungen und daran, dass Michael Steindlmüller unter anderem als Ministrant und Firmhelfer sowie als Mitglied der Capella Vocale und als Organist in der Pfarrgemeinde aktiv war.

Bürgermeister Seifert bezeichnete den Beruf und die Berufung des jungen Priesters als "Brückenbauer, Menschenfischer und Mittler zu Gott". "Diese Aufgaben bedeuten, auf Menschen zuzugehen, so unterschiedlich sie auch sein mögen und das in einer Zeit, die sehr von materiellen, oberflächlichen und unverbindlichen Elementen geprägt ist", sagte der Bürgermeister mit Ausdruck des allerhöchsten Respekts vor der Entscheidung Steindlmüllers unter dem Motto "Wir vor Ich".

...und Josef Mayer aus Rimsting.

Auch Pfarrverbandsvorsitzender Klaus Kunerl sprach von einer Zeit, in der die Leute aufgrund der Medieneinwirkung immer schneller, höher und weiter kommen wollen und sollen. Diesem setzt der Primiziant die Regel des Heiligen Benedikt "Ora et labora" ("Bete und arbeite") entgegen.

Nach seiner Priesterweihe ist Pater Virgil der jüngste von 22 Priestern in der Erzabtei St. Peter in Salzburg, die wieder mit einem Alter von rund 1300 Jahren das älteste Kloster im deutschsprachigen Raum ist. Als Geschenk des Pfarrverbandes gab es eine Hostienschale, die nach Kunerls Worten ein Leben lang an die Primiz und an die Heimatpfarrei erinnern möge. Der Primiziant erinnerte an den früheren und schon verstorbenen Priener Seelsorger Josef Preis, der ihm einmal erklärt hatte, dass der Priener Kirchturm mit 73 Metern gerade so hoch wie der Chiemsee tief sei. "Der Priener Kirchturm ist ein Fingerzeig Gottes, er weist zum Himmel und hat ein festes Fundament", so Michael Steindlmüller. Dessen Bruder Josef, der vor zwei Jahren Primiz in St. Salvator feierte und der inzwischen Pfarrer in Dachau ist, sagte bei der vom Priener Kirchenchor unter der Leitung von Schütz festlich gestalteten Vesper: "Es drängt uns, den Großen Gott zu loben, weil er uns Chiemgauer Heimat, Glauben und Hoffnung geschenkt hat." Die Feierliche Vesper feierten Michael und Josef Steindlmüller gemeinsam mit Monsignore Bruno Fink und mit Kaplan Christoph Klingan in der voll besetzen Pfarrkirche.

Für heute, Montag, lud der Primiziant noch zu einem ökumenischen Labyrinth-Feier ab 17.30 Uhr an der Katholischen Pfarrkirche ein. Die nächsten Nachprimiz-Feiern mit Einzelprimizsegen sind am Samstag, 2. Juli, um 18.30 Uhr in Rimsting (an diesem Tag ist wegen des Priener Radkriteriums keine Abendmesse in Prien), am Dienstag, 5. Juli, in Wildenwart ab 19 Uhr und am Mittwoch, 6. Juli,. ab 19 Uhr in Greimharting.

Anton Hötzelsperger (Chiemgau-Zeitung)

Rubriklistenbild: © Berger

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