Zehn Jahre ProJu: Eine "Auffangstation"

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Bürgermeister Jürgen Seifert und seine Stellvertreterin Renate Hof überreichten zum Geburtstag einen Scheck an "ProJu"-Leiterin Hannelore Streithoff. Fotos Berger

Prien-Siggenham - Seit zehn Jahren gibt es in Prien die ProJu, eine Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt. Zur Zeit erhalten 24 junge Leute eine Ausbildung zum Schreiner und erledigen nebenbei Umzüge, Entrümpelungen oder Gartenarbeiten.

In einer Feierstunde wurde der zehnte Geburtstag in Siggenham gebührend begangen. An Ort und Stelle informierten sich die Landtagsabgeordneten Maria Noichl (SPD) und Klaus Stöttner (CSU) sowie stellvertretender Landrat Josef Huber über die "ProJu". Alle zeigten sich beeindruckt davon, wie hier junge Menschen ins Arbeitsleben hinein geführt würden.

Auch Priens Bürgermeister Jürgen Seifert war davon begeistert: "ProJu ist eine Einrichtung, die junge Leute auffängt, die schon einmal durchs Raster gefallen sind." Hier werde ihnen neben Arbeit vor allem Selbstvertrauen vermittelt.

Während Seifert der Leiterin des "ProJu-Teams", Hannelore Streithoff, Blumen überreichte, hatte seine Stellvertreterin, Renate Hof, einen Scheck als Geburtstagsgeschenk mitgebracht.

Auch Harald Neubauer von der Rosenheimer Agentur für Arbeit und Franz Heuberger von der Arbeitsgemeinschaft (Arge) in Rosenheim stellten fest: "Hier werden ein Jahr lang junge Leute unter die Fittiche genommen, um neben handwerklichen Fähigkeiten vor allem Selbstvertrauen zu gewinnen." Die "ProJu" würde ihnen zudem zu Ausbildungs- und Arbeitsplätzen verhelfen.

Der Vorsitzende des Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Herbert Weißenfels, hielt einen Rückblick auf die zehn Jahre "ProJu". Deren Einrichtung habe sich aus der Arbeitssituation im Jahre 1999 ergeben. Ziel sei gewesen, arbeitslose Jugendliche zu beschäftigen und davor zu bewahren, in Alkohol oder Drogen abzurutschen. Denn arbeitslos bedeute zugleich aussichtslos und hoffnungslos.

Sei diese Einrichtung zunächst vom Arbeitsamt Rosenheim voll finanziert worden, so stelle sich nun jedes Jahr das Problem der Finanzierung. Doch zur Unterstützung durch das Landratsamt kämen finanzielle Mittel durch die Marktgemeinde Prien, den Rotary-Club und den Lions-Club hinzu.

Streithoff, zeigte sich stolz darauf, dass mehr als 70 Prozent der jungen Leute nach ihrem "ProJu"-Jahr einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz erhalten. In der Siggenhamer Schreinerei-Werkstatt werden sie von Schreinermeister Michael Rhemus ausgebildet. Und bei Umzügen, Entrümpelungen oder Gartenarbeiten stehen sie unter der Obhut von Matthias Deichsel. Er ist wie Streithoff von der ersten Stunde an bei der "ProJu".

gf/Chiemgau-Zeitung

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