Eine Halle steht, die andere fällt

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Die neue Bootslagerhalle in der Stippelwerft ist fertig. In diesen Tagen wurden die acht Rolltore montiert.

Prien (ch-z) - Der erste Teil der Modernisierung der Stippelwerft ist abgeschlossen, der zweite soll am heutigen Montag beginnen.

Die über 60 Meter lange Bootslagerhalle parallel zum Uferweg wurde Ende vergangener Woche fertig.

Jetzt wird die zweite Halle, in der auch das Hafenbüro und das Vereinsheim des SCPC untergebracht waren, abgerissen. Der Neubau wird sich wohl bis ins Jahr 2011 hinziehen.

Der Sportboothafen der Gemeinde in Stock neben dem Prienavera zählt zu den größten Anlagen dieser Art am Chiemsee. Aber für Kommunalpolitik und Priener Tourismus GmbH als Betreiber ist er auch ein Sorgenkind. Denn die beiden größten der drei Hallen waren extrem baufällig und galten sogar als einsturzgefährdet. Heuer im Frühjahr hatte der Marktgemeinderat vor diesem Hintergrund mehrheitlich beschlossen, beide abzureißen. Gleichzeitig gab es grünes Licht für den auf 400000 Euro veranschlagten Neubau der Bootslagerhalle, die auf der Westseite des Areals parallel zum Uferweg verläuft. Im Juli fiel der 46 Jahre alte Bau, im August begannen die Arbeiten am Fundament für den Neubau, einen Monat später kamen die ersten Teile für die Holzständerkonstruktion. Ende vergangener Woche wurden schließlich acht Rolltore montiert - bis auf kleine Elektrikarbeiten ist nun alles fertig.

Die ersten Schiffe stehen schon drin, allerdings nur wenige. Weil das Spätsommerwetter bis vor gut einer Woche auch die Segler verwöhnte, haben rund 200 Bootseigner ihre Schiffe noch im Wasser liegen. Normalerweise sind es um diese Jahreszeit nur noch halb so viele. Die neue Halle (Grundrissmaße 62,50 auf 16 Meter) ist etwas höher und vier Meter breiter als der Vorgänger. Damit wird auch dem Umstand Rechnung getragen, dass die Schiffe im Laufe der letzten Jahre immer größer geworden sind. Ihr Fundament steht auf 37 Pfählen, die bis zu 18 Meter tief in die Erde getrieben wurde. Der Untergrund des Hafengeländes ist zwar nach Erkenntnissen eines Bodengutachtes im Vorfeld der Baumaßnahmen nicht so problematisch wie in weiten Teilen der Umgebung. Trotzdem muss die Standfestigkeit gewährleistet sein. Die beiden alten Hallen, bei deren Bau vor Jahrzehnten offensichtlich statischen Aspekten wenig Beachtung geschenkt worden war, hatten sich nicht selten "bewegt", sodass durch die Verschiebungen auf wackligem Untergrund mitunter zum Beispiel die Tore blockierten. Ein richtiges Fundament gab es gar nicht. In der südlichen Ecke der neuen Halle hat auch der Segelclub Prien Chiemsee (SCPC) sein Lager eingerichtet. Das Hafenmeisterbüro wurde schon vor einigen Wochen provisorisch in einen Container ausgelagert. Clublager und -raum sowie Büro waren bisher in der zweiten Halle untergebracht, die nun ebenfalls ausgedient hat.

Am heutigen Montag soll der eigentliche Abriss beginnen. Von dem 60 Jahre alten Bau wird wohl schon in wenigen Tagen nichts mehr zu sehen sein. An seiner Stelle wird ein Winterlager im Freien eingerichtet. Insgesamt überwintern in der Stippelwerft rund 200 Schiffe. Die Planung für den Neubau der zweiten Halle war beim Abriss-Beschluss im Frühjahr zurückgestellt worden. Sie sollte nochmals überarbeitet werden, um Einsparpotenziale auszuschöpfen. Damals lagen die Schätzungen für die Gesamtmaßnahmen zur Modernisierung des Hafens noch bei knapp 1,2 Millionen Euro. Eine Baugenehmigung liegt zwar schon lange vor. Aber zunächst muss der Marktgemeinderat im Rahmen seiner Haushaltsberatungen entscheiden, ob und wieviel Geld für die Werft zur Verfügung gestellt werden kann. Am 24. Oktober geht das Gremium in Klausur, um die Eckdaten des Etats festzulegen. Nach derzeitigem Stand ist vorgesehen, die nötigen Mittel für den zweiten Hallenbau im Hafen auf zwei Haushaltsjahre zu verteilen. Dann könnten 2010 Fundament und Rohbau entstehen. Der Innenausbau mit Büro, Segelshop, SCPC-Clubräumen und Sanitäranlagen müsste noch warten.

Von Dirk Breitfuß

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