Eine Kultband feiert ihr Heimspiel

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"LaBrassBanda" haben als "Anarchisten der Blasmusik" in nur zwei Jahren schon Kultstatus erreicht.

Übersee - "LaBrassBanda" aus Übersee hat heute ein Heimspiel: Die fünf Vollblutmusiker, in deutschen und europäischen Konzertsälen zu Hause, sind im Rahmen des Reggae-Festivals um 21.15 Uhr auf der Zeltbühne zu erleben.

"Aber", so Michael Buchholz vom Veranstaltungsteam, "die fünf werden darüber hinaus wohl omnipräsent, also allgegenwärtig, sein". So hatte sich das Quintett bereits am Mittwoch beim Gastspiel der "Toten Hosen" Gehör verschafft.

Manche nennen "LaBrassBanda" auch "die akademischste bayerische Brass Band". Kein Wunder, die Fünf sind allesamt studierte Musiker: Stefan Dettl (Trompete und Gesang, 28 Jahre), Oliver Wrage (Bass, 33), Andreas Hofmeir (Tuba, 31), Manuel da Coll (Schlagzeug, 30) und Manuel Win-beck (Posaune, 28). Hofmeir zählt sogar zu den weltweit besten Tubaspielern und war bereits mit den Münchner und Berliner Philharmonikern unterwegs.

Erst seit gut zwei Jahren zusammen, haben sich "die Anarchisten der Blasmusik" schon Kultstatus erspielt. Dabei lassen sie sich in kein Schema und keine Stilrichtung pressen. Ihr kraftstrotzender Stilmix aus Funk, Soul, Mariachi, Punk, Dub, Ska, Balkan Beats und Bavarian Style wird von ihren Fans auch als "Zusammenstoß von Orient und Okzident" bezeichnet. Stefan Dettl, Kopf der Gruppe, sieht das unverkrampft: "Eigentlich sind wir rein bayerisch - nur ein bisschen schneller."

Eine besondere Zielgruppe haben die Fünf nicht. "Wir haben einen rechten Spaß dabei, wenn die Leute sich freuen, egal ob junge Punker oder alte Opas", grinst Dettl.

Die drei Bläser plus Schlagzeug und Bass haben seit ihrer Gründung im Februar 2007 einen vollen Terminkalender.

Allein im vergangenen Jahr absolvierten sie über 100 Auftritte. Mit ihrer ersten spektakulären Tour gerieten sie sogleich in den Focus einer breiten öffentlichkeit. Sie führte das Quintett mit einem Bulldog, Baujahr 1954, und fünf altersschwachen Motorrädern eine Woche lang über 500 Kilometer mit 18 Stundenkilometern von übersee geradewegs in die Fan-Meile der Fußball-Europameisterschaft nach Wien. Vor 65000 begeisterten

Der Hang des Quintetts zu außergewöhnlichen Tourneen setzte sich fort. Zum Jahresende verbanden die Burschen eine einwöchige Tour in einem roten Feuerwehrauto, Baujahr 1977, nach St. Anton, Zürs, Innsbruck und Kitzbühel mit Ski-freuden auf uralten Holzskiern.

Wann immer das Wetter es zulässt, tritt "LaBrassBanda" barfuß und in Lederhosen auf. Ist das ein Spleen oder Imagepflege? "Nein es ist nur bequem und praktisch", so die entwaffnende Antwort von Dettl.

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