Einige Überraschungen

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Prien - Knapp 500 Passanten hatten die "PrienPartner" interviewen lassen, um Stärken und Schwächen des Einkaufsortes zu ergründen. Die Auswertung hat viele Vermutungen mit Zahlen untermauert, aber auch einige Überraschungen geliefert.

Im großen Rathaussaal erläuterten Professor Dr. Dieter Benatzky und Heinrich Schuster von der "Akademie für Bürgernähe in der Verwaltung" (ABV) die Ergebnisse. Studenten der Fachhochschule (FH) Rosenheim hatten von Ende Februar bis Mitte März quer durch alle Altersschichten, an verschiedenen Standorten und zu unterschiedlichen Zeiten im Auftrag der ABV knapp 500 Passanten interviewt.

86 Prozent der zufällig angesprochenen Personen waren Einheimische und davon wiederum 250 direkt aus Prien. Im Sommer ist geplant, etwa in der gleichen Form und in ähnlichem Umfang Urlauber zu befragen, um auch deren Einschätzungen schwarz auf weiß zu bekommen, kündigte Bürgermeister Jürgen Seifert an.

"Chiemsee", "Früher war mehr los" oder "teures Pflaster" waren einige spontane Kommentare zum Stichwort Prien. Im weiteren Verlauf der Interviews, die im Schnitt gut 20 Minuten dauerten, waren sehr viele Noten auf einer Skala von eins bis fünf zu vergeben. Dabei kristallisierte sich ein symphatisches, aber nicht sehr modernes Bild von Prien heraus. Kinder- und Familien- sowie Behindertenfreundlichkeit ließen mit Duchschnittswerten zwischen 2,6 und 2,9 laut Benatzky zu wünschen übrig.

Befragt nach einem guten Dutzend verschiedener Branchen, schälte sich ein differenziertes Bild des Einkaufsortes heraus. Während das Angebot an Lebensmitteln, Drogerieartikeln, Büchern, Zeitschriften und Bürobedarf überdurchschnittlich gut beurteilt und auch genutzt wird, vermissen vor allem Jüngere Bekleidung, Ältere wiederum Elektro- und Multimediaartikel. Je älter die Befragten sind, desto zufriedener sind sie mit dem Einkaufsort Prien, fasste Benatzky zusammen. Unbahängig vom Alter äußerten sich drei Viertel der Interviewten zufrieden mit den Öffnungszeiten.

Nachholbedarf gibt es nach Angaben des Professors rund um das Thema Parken. So kannten nur 14 Prozent der fast 500 Befragten den "Park-Info-Flyer" und sogar nur jeder Zehnte das Gebührenrückerstattungssystem, das ab einem bestimmten Einkaufswert in zahlreichen Geschäften seit vielen Jahren praktiziert wird.

Auch für Klaus Löhmann, Wirtschafts- und Tourismusreferent der Gemeinde, hatte der Themenkomplex Parken eine der Überraschungen aus der Studie parat. Kaum jemand nutzt den Beilhackparkplatz, der nur wenige Gehminuten vom Ortskern entfernt und vergleichweise günstig ist. Wer mit dem Auto kommt - und das ist immerhin die Hälfte der befragten Einheimischen - der sucht einen Parkplatz meistens rund um den Bahnhof, am Wendelsteinplatz, in der Hochries- und in der Schulstraße.

Die Priener Grünanlagen werden zwar ziemlich häufig genutzt, aber nicht als besonders attraktiv angesehen. Cafés und Konditoreien schneiden besonders bei Jüngeren außergewöhnlich gut ab. Quer durch alle Altersgruppen zieht sich der weit verbreitete Wunsch nach Möglichkeiten, abends auszugehen.

Löhmann sah sich am Ende von Benatzkys gut einstündigen Erläuterungen in vielen seiner persönlichen Einschätzungen bestätigt. Die "PrienPartner" wollen nun die Ergebnisse in Ruhe analysieren und unter anderem geplante Maßnahmen unter dem Aspekt abklopfen, ob sie ins statistische Bild passen.

Seit etwa einem Jahr arbeitet die Gemeinde mit Priener Tourismus GmbH (PTG), dem Verband Priener Unternehmer (VPU), dem Kur- und Tourismusverein (KTV) sowie der "Wirte Elf" und der Bürgerrunde unter dem Namen "PrienPartner" zusammen.

db/Chiemgau-Zeitung

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