Seltener Falter im Arxthamer Moor entdeckt

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Der Hochmoor-Perlmuttfalter ist nun wieder im Arxthamer Moor zu Hause.

Bad Endorf - Die umfangreichen Pflegemaßnahmen im Arxthamer Moor haben sich gelohnt. Im Sommer wurde dort mit dem Hochmoor-Perlmutfalter eine wahre Rarität unter den Tagfaltern entdeckt.

Der Boloria aquilonaris gilt als stark gefährdet und steht in Bayern auf der Roten Liste. Sein Vorkommen adelt das Arxthamer Moor, es liegt im Gemeindegebiet von Bad Endorf, als weitgehend intakte Moorlandschaft.

Entdeckt wurde der seltene Falter im Rahmen eines Monitorings, also einer Kartierung, des Verlandungsbereichs des ehemaligen Arxthamer Sees durch den Maschinen- und Betriebshilfsring Rosenheim e.V. Während die Raupe ausschließlich auf die in Hoch- und Übergangsmooren lebende Moosbeere als Futterpflanze angewiesen ist, benötigt der Falter blütenreiche Streu- und Feuchtwiesen zur Nahrungsaufnahme.

Durch die Trockenlegung von Mooren und die Nutzungsaufgabe von Streu- und Feuchtwiesen gingen die Bestände des Hochmoor-Perlmutfalters in den letzten Jahrzehnten stark zurück. Auch im Arxthamer Moor war der Artenreichtum durch die Aufgabe der Streuwiesenmahd und der damit verbundenen Verbuschung bedroht. Mit Hilfe des Förderprogramms Landschaftspflege gelang es dem Landkreis Rosenheim, gegenzusteuern.

Mit Mitteln des Freistaats Bayern, der Europäischen Union sowie des Landkreises Rosenheim unterstützt die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Rosenheim seit über zehn Jahren umfangreiche Pflegemaßnahmen. Erfahrene und engagierte Landwirte mähen und entbuschen die Flächen mit Spezialmaschinen und viel Handarbeit. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist dabei der richtige Mahdzeitpunkt und das Belassen von Brachflächen, zum Beispiel als Winterquartier für Insekten. Die Pflegekonzepte werden vom Maschinen- und Betriebshilfsring Rosenheim e.V. erstellt, welcher auch die Organisation der Arbeiten übernimmt.

Die Streuwiesenmahd ist im Landkreis Rosenheim eine traditionelle Nutzungsform feuchter Wiesen zur Gewinnung von Einstreu für die Viehställe. Dazu werden die Wiesen einmal jährlich im Herbst, wenn der Pflanzenaufwuchs bereits strohig wurde, gemäht. Aufgrund der späten Mahd ist der Entwicklungszyklus der Tier- und Pflanzenarten abgeschlossen. Sie können im darauffolgenden Jahr eine neue Generation hervorbringen. Durch den Verzicht auf Düngung entwickelten sich so verschiedene Arten nebeneinander. Daher rührt auch der hohe Artenreichtum intakter Streuwiesen.

Das Vorkommen des Hochmoor-Perlmutfalters bestätigt alle Bemühungen und zeigt, wie wichtig individuelle Pflegekonzepte für einen erfolgreichen Artenschutz vor der Haustüre sind. Die Wiederentdeckung des seltenen Falters ist eine wunderbare Motivation für alle Beteiligten, das Kleinod Arxthamer Moos zu bewahren und weiterhin zu optimieren. Einen wichtigen Beitrag leisten auch die Eigentümer der Flurstücke, denn erst mit ihrer Zustimmung und Unterstützung istdie Durchführung der Pflegemaßnahmen möglich.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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