"Gemeinsam sind wir stärker"

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Der Schulterschluss: Klaus Holetschek, Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbandes (links) und Stefan Wagner vom Landes-Caritasverband.

Bad Endorf - Der Bayerische Heilbäder-Verband und das Müttergenesungswerk des Landescaritas-Verbandes kämpfen künftig gemeinsam um mehr Genehmigungen von Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Kuren.

Bei der Frühjahrstagung des Bayerischen Heilbäder-Verbandes in Bad Endorf vereinbarten beide Seiten eine Kooperation und eine gemeinsame politische Lobbyarbeit. „Besonders im Wahljahr 2013 ist es wichtig, Allianzen zu schmieden, um seine Forderungen auf politischer Ebene durchzusetzen“, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäder-Verbandes Klaus Holetschek. „Gemeinsam sind wir stärker, gemeinsam können wir besser gegenüber politischen Parteien und den Krankenkassen auftreten.“

Obwohl die Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Kur eine Pflichtleistung ist, lehnen die Krankenkassen in Bayern noch jeden vierten Antrag ab. Das berichtete Stefan Wagner, der beim Landes-Caritasverband für das Müttergenesungswerk zuständig ist. „Dabei ist die Belastung der Mütter und Väter gestiegen.“ Drastisch zugenommen haben die psychischen Störungen als Ursache für den Antrag auf eine Mutter-Kind-Kur. 2011 wurden über 80 Prozent der Anträge mit Erschöpfung, Angstzuständen, Burnout oder anderen psychischen Erkrankungen begründet. 2003 waren das noch 49 Prozent.

„Besonders bei der Genehmigungs- oder Ablehnungspraxis der Krankenkassen haben wir wichtige Gemeinsamkeiten“, so Holetschek weiter. „Wir müssen hier schon fragen, was uns die Gesundheit von Müttern und Vätern in Deutschland wert ist. Auch das Thema Kuren für pflegende Angehörige wird in naher Zukunft auf uns zukommen. Immer mehr Mütter oder Väter kommen von der Erziehungsverantwortung für die Kinder in die Pflegeverantwortung für die Eltern. Das erhöht ihre gesundheitliche Belastung.“

Der Bayerische Heilbäder-Verband wird das Thema Kuren auch zu einem der Schwerpunkte bei den Wahlprüfsteinen zur Bundes- und Landtagswahl 2013 machen. „Wir fordern, dass die Kur zur Pflichtleistung der Kassen wird, und dass die wohnortferne Kur der wohnortnahen Kur gleichgestellt wird“, bekräftigte Holetschek. Bisher lehnen die Krankenkassen die ambulanten Vorsorgeleistungen meist mit dem Hinweis ab, dass der Patient nicht alle Möglichkeiten vor Ort ausgeschöpft hat.

Dass es für Schichtarbeiter oder pflegende Angehörige hier Erleichterungen geben soll, reicht dem Bayerischen Heilbäder-Verband nicht aus. „Da werden wir noch nachlegen, es ist ein wichtiges politisches Thema für uns.“

Weitere Themen bei den Wahlprüfsteinen werden die staatlichen Förderungen von Gesundheit, Infrastruktur und Tourismus auf Bundes – und Landesebene und die Mehrwertsteuer-Reduzierung für Hoteliers sein. Bei letzterem haben sich die bayerischen Heilbäder und Kurorte mit dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband zusammengeschlossen.

Als besonders ärgerlich bezeichnete Holetschek die Diskussion um die Präventionsstrategie von CDU/ CSU und FDP. „Hier blockiert die FDP eine sinnvolle Lösung. Man müsste den Politikern einen Grundkurs Kur verschreiben. Davon haben sie nämlich gar keine Ahnung.“ Das Vorhaben, die Zuschüsse für ambulante Vorsorgeleistungen zu erhöhen, sei ein reiner Schuss in den Ofen. „Die Zahl der genehmigten ambulanten Vorsorgeleistungen ist seit Mitte der 90er Jahre von 900.000 bundesweit auf 58.000 im Jahr 2012 zurückgegangen. Wer die Erhöhung der Zuschüsse für eine Leistung, die kaum mehr genehmigt wird, als Erfolg verkauft, hat in der Tat keine Ahnung von diesem Thema.“

Auch das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement wird den Bayerischen Heilbäder-Verband in nächster Zeit beschäftigen. Erste Anregungen holten sich die 75 Teilnehmer der Frühjahrstagung von Christian Operschall vom Österreichischen Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Er stellte das Projekt „Fit2Work“ vor. Das Projekt der österreichischen Regierung ist ein Beratungsangebot für Arbeitnehmer, Arbeitslose und Betriebe. Ziel ist es, die Arbeitnehmer möglichst lange gesund im Berufsleben zu halten oder bei Bedarf einen neuen, adäquaten Arbeitsplatz zu finden.

Pressemitteilung Bayerischer Heilbäder-Verband e. V.

Quelle: rosenheim24.de

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