Wie bleibt man im Arbeitsleben gesund?

Bad Endorf - Die Gesundheit und die Arbeitskraft behalten! Mit diesem Ziel beschäftigt sich der Bayerische Heilbäder-Verband bei seiner Frühjahrstagung.

Die Zahlen sind alarmierend: Jeder zweite Erwerbstätige in Deutschland arbeitet unter Stress, jeder fünfte fühlt sich überfordert. Das geht aus dem Stressreport 2012 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hervor. Gleichzeitig genehmigen die Krankenkassen immer weniger Kuren. Die Zahl der ambulanten Vorsorgeleistungen sank bundesweit von 900.000 Mitte der neunziger Jahre auf rund 54.000 im Jahr 2012.

Der Bayerische Heilbäder-Verband befasst sich auf seiner Frühjahrstagung in Bad Endorf am 14. und 15. März deshalb unter anderem mit dem Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement und Prävention am Arbeitsplatz. „Rund 40 Prozent aller Arbeitnehmer, die in Frührente gehen, geben als Grund dafür psychische Probleme wie Burnout an“, so der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäder-Verbandes, Klaus Holetschek. „2011 waren das nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung über 73.000 Menschen. Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen meldet, dass von 2004 bis 2011 die Krankheitstage wegen Burnout um das 18-Fache gestiegen sind. Das zeigt uns: von einer nachhaltigen Präventionsstrategie sind wir noch meilenweit entfernt.“

Der Bayerische Heilbäder-Verband hat auf den Einbruch bei den ambulanten Vorsorgeleistungen reagiert und die starke Marke „Gesundes Bayern“ entwickelt. Doch das allein reicht nicht. „Wir fordern seit langem ‘Ein Bündnis für gesunde Mitarbeiter‘, das die Menschen möglichst lange gesund im Arbeitsleben hält“, so Holetschek weiter. Auf der Tagung in Bad Endorf diskutiert der Verband ein Modell aus Österreich, das durchaus Vorbildcharakter für Prävention im Arbeitsleben haben könnte. „Fit2Work“ heißt das Projekt der Österreichischen Bundesregierung. In allen Bundesländern gibt es Anlaufstellen für Arbeitnehmer mit gesundheitlichen Beschwerden und für Betriebe, die ihre Beschäftigten möglichst lange im Arbeitsleben halten wollen. Die Arbeitnehmer bekommen eine kostenlose Beratung und werden bei Bedarf länger begleitet, um nach einer Lösung zu suchen. Darunter könnte auch eine Anpassung des Arbeitsplatzes gehören, oder eine Umschulung auf einen anderen Beruf. Außerdem gibt es Eingliederungshilfen nach langem Krankenstand, eine Beratung über Förderungen und Kostenträger sowie Hilfe beim Kontakt mit den zuständigen Institutionen. Den Unternehmen bietet Fit2Work eine umfangreiche Betriebsberatung in fünf Phasen und mit mehreren Workshops an, die ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement zur Folge haben soll.

Ein Vertreter des Österreichischen Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz wird dieses Projekt in Bad Endorf am 15. März vorstellen. Weiter auf der Tagesordnung der Frühjahrstagung stehen die Themen Social Media in den bayerischen Heilbädern und Kurorten, Verträge mit den Krankenkassen und die Kooperationsmöglichkeiten mit dem Müttergenesungswerk des Caritas-Verbandes.

Pressemitteilung Rosi Raab PR-Agentur

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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