In Bad Endorf bedauert GWC-Vorstand Stockingers Rückzug - Forderung nach kompetentem Nachfolger

GWC-Vorstand bedauert Stockingers Rückzug

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Bad Endorf - Als "Rückschlag bei der Suche nach einer Lösung für die Probleme der Chiemgau Thermen" hat die GWC den Rücktritt von Hieronymus Stockinger bezeichnet.

Als "Rückschlag bei der Suche nach einer Lösung für die Probleme der Chiemgau Thermen" hat gestern die Gesundheitswelt Chiemgau (GWC) AG den doppelten Rücktritt von Hieronymus Stockinger (SPD) von seinen Ämtern als Bad Endorfs Dritter Bürgermeister und GWC-Aufsichtsratsvorsitzender bezeichnet. Damit würden die konstruktiven Kräfte im Gemeinderat geschwächt, erklärten die GWC-Vorstände Dietolf Hämel und Roland Zeh in einer Pressemitteilung.

Hieronymus Stockinger (SPD)

Stockinger habe seine Aufgabe als "ehrlicher Makler" zwischen den Interessen der Gemeinde als Hauptaktionär und den Belangen der GWC wahrgenommen. Dabei habe er stets auch die Interessen der freien Aktionäre im Blick gehabt - so wie es das Aktienrecht vorschreibt.

Die Chiemgau Thermen sind eine Tochter der GWC AG. Während die zur GWC gehörenden Kliniken und das Hotel gut laufen, rutscht das Sorgenkind Chiemgau Thermen immer tiefer in die roten Zahlen. Es droht eine Insolvenz durch Überschuldung, die auch die AG in den Abgrund reißen könnte.

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Stockinger zog mit seinem Schritt die Konsequenzen aus "den meist polemischen und bis in den persönlichen Bereich gehenden Angriffen gegen Vorstand und Aufsichtsrat der GWC", wie er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen erläuterte. Dabei betonte er, dass sein Entschluss in keiner Weise mit der GWC AG und der kritischen Situation zusammenhänge.

Die Gründe für den Rückzug, so heißt es in der Pressemitteilung der GWC weiter, lägen ausschließlich im nach der Auffassung Stockingers "unsachlichen und unfairen Handeln" von Bad Endorfs Zweitem Bürgermeister Martin Lauber (EFL) und seiner Gruppierung.

Nun seien die Beteiligten gefordert, die wichtige Position des Aufsichtsratsvorsitzenden mit einer gleichermaßen sachverständigen und ausgleichenden Persönlichkeit zu besetzen, fordern Hämel und Zeh. Der GWC-Vorstand arbeite indessen unvermindert an der Zukunft der Chiemgau Thermen und suche eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

Anfang der 2000er Jahre hatte die Gemeinde die Thermen sanieren lassen und dafür Schulden in Höhe von 16,5 Millionen Euro aufgenommen. Die Pachtzahlungen der GWC an die Gemeinde - jährlich rund 780.000 Euro - wurden dann so berechnet, dass die Kommune damit Zins und Tilgung bedienen kann.

So konnte die Marktgemeinde ihren Schuldenhöchststand von 2005 - fast 25 Millionen Euro (rund 2800 Euro pro Einwohner) - bis 2012 auf 16 Millionen Euro und eine Pro-Kopf-Verschuldung von unter 2000 Euro herunterfahren. Weil die Gemeinde Bad Endorf aber nicht nur Pächterin, sondern auch Hauptaktionärin der GWC ist, sitzt sie mittendrin im Schuldenkarussell rund um die Chiemgau Thermen.

re/ls/Oberbayerisches Volksblatt 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © GWC/re

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