Innovative Antwort auf den Landärztemangel

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Dr. Wolfgang Krombholz, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Dr. Wolfgang Prokop, Ärztehaus Bad Endorf , Dr. Dieter Geis, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes.

Bad Endorf - Der Bayerische Hausärzteverband würdigt den "Modellcharakter" des Bad Endorfer Ärztehauses. Durch Eigeninitiative sei die Versorgung gesichtert worden.

Es sichert die medizinische Versorgung der Region, verbessert die Arbeitsbedingungen der Ärzte und bietet Patienten mehr Service.

Was tun, wenn die Arbeit als Einzelkämpfer in der Landarztpraxis immer unattraktiver wird und absehbar ist, dass sich später kein Nachfolger finden lassen wird? Ein Problem, mit dem sich insbesondere Hausärzte nicht nur in Bayern konfrontiert sehen. Im oberbayerischen Bad Endorf sahen die Hausärzte die Lösung in der Konzentration und Kooperation von medizinischen Kompetenzen an einem Standort. Sie legten ihre Einzelpraxen zusammen und gründeten ein Ärztehaus.

Neun Mediziner, eine Apotheke und eine Physiotherapiepraxis

Insgesamt neun Allgemeinmediziner arbeiten hier jetzt in einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis zusammen. Das neue Ärztehaus beherbergt eine Apotheke und eine Physiotherapiepraxis. Zusätzlich sollen Zweigstellen von Facharztpraxen der Umgebung (Kardiologie, Dermatologie, Neurologie) künftig das Angebot des Ärztehauses ergänzen.

Gudrun Unverdorben, Erste Bürgermeisterin von Bad Endorf

„Die Zusammenlegung unserer Praxen in dem neuen Ärztehaus eröffnet uns Ärzten ein großes wirtschaftliches und organisatorisches Synergiepotenzial, das auch unseren Patienten zu Gute kommt“, erklärt Dr. Wolfgang Prokop, einer der Initiatoren anlässlich der Eröffnungsfeier am 14. Juli 2012. „Sie finden hier ein breites medizinisches Versorgunsangebot, das neben der Schulmedizin auch Chirotherapie, Homoöpathie und Naturheilverfahren beinhaltet“, führt er aus. „Auch eine diabetologische Schwerpunktpraxis gehört mit zum Versorgungsangebot – und das bei durchgängigen Öffnungszeiten von 8 bis 19 Uhr.“

"Berufsstart ohne große Investitionen"

Für Dr. Dieter Geis, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV), ist das Bad Endorfer Ärztehaus ein Beispiel für neue Praxisformen, die der BHÄV ausdrücklich begrüßt und fördert. „Wenn wir die patientennahe Versorgung in der Fläche auch in Zukunft gewährleisten wollen, müssen wir Praxismodelle schaffen, die den Ansprüchen junger Kollegen und Kolleginnen an den Berufsalltag gerecht werden. Das ist hier in Bad Endorf auf beispielhafte Weise gelungen“, stellt er fest. „Das Ärztehaus ermöglicht auch eine Tätigkeit im Angestelltenverhältnis und damit einen Berufsstart ohne große Investitionen“, erläutert er.

Eigeninitiative der örtlichen Hausärzte

Die enge Zusammenarbeit mit Kollegen und flexible Arbeitszeiten, die dadurch möglich sind, kommen den Vorstellungen von Nachwuchsmedizinern ebenfalls entgegen.

Was den BHÄV-Chef besonders freut: Das Ärztehaus ist ganz in Eigeninitiative der örtlichen Hausärzte entstanden. „Die Kollegen hier haben kapitalorientierten Zentren, die sich zunehmend in Versorgungslücken drängen und den Fortbestand freiberuflicher und selbstbestimmter ärztlicher Tätigkeit in Gefahr bringen, eine klare Absage erteilt und statt dessen selbst eine zukunftsfähige Versorgungsform auf die Beine gestellt. Sie haben gezeigt, dass wir niedergelassene Ärzte durchaus in der Lage sind, selbst Antworten auf drängende Versorgungsprobleme zu liefern.“

Pressemitteilung Bayerischer Hausärzteverband

Quelle: rosenheim24.de

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