"Energiemix" aus Kräften der Natur

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Einen "Energiemix" forderte Umweltminister Dr. Marcel Huber. Foto berger

Bernau - Der bayerische Umweltminister hat auf der Chiemsee-Konferenz über die Bedeutung von regenerativen Energien und Naturschutz gesprochen.

Für die Nutzung regenerativer Energien hat der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber auf der "Chiemseekonferenz" in Bernau eine Lanze gebrochen. Im Rahmen der Umstellung der Versorgung müsse man an das Wasser und den Wind, die Sonne und die Biomasse herangehen. Als Ziel gab er aus, in Bayern einen "Energiemix" aufzubauen, der in den einzelnen Regionen - je nachdem, welche spezifischen Bedingungen vor Ort vorliegen - "ganz unterschiedlich sein wird".

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Als Thema für die Konferenz in Bernau hatte der Abwasser- und Umweltverband Chiemsee eine Bestandsaufnahme 20 Jahre nach Rio ausgegeben. Minister Huber sprach über "Nachhaltige Entwicklungen auf regionaler Ebene".

Die "Botschaft von Rio" habe seinerzeit gelautet, so der Minister: Der Umgang, den der Mensch mit der Natur pflege, "ist gestört". Und diese Feststellung treffe auch 20 Jahre später noch zu. Ein kleiner Teil der Weltbevölkerung - vor allem die Wohlstandsgesellschaft - verbrauche einen großen Teil der Ressourcen auf der Erde. Und eben diese Industrienationen seien auch maßgeblich für die Freisetzung der Treibhausgase veranwortlich, die das Klima verändern. "Wir brauchen nicht nur eine Energie-, sondern auch eine Rohstoffwende", forderte der Umweltminister. "Ein Weiter-So ist gefährlich."

In Rio hatte man einst den Weg aufgezeigt, der in die Zukunft führt: Der Mensch ist angehalten, im Umgang mit der Natur an die Nachhaltigkeit zu denken, sie auf Dauer auch den kommenden Generationen, also nachhaltig, zu sichern. Minister Huber sagte: "Diese Nachhaltigkeit muss mit den Menschen gelebt werden." An der "Nahtstelle", diesen Grundsatz den Bürgern zu vermitteln, sieht er die Kommunen.

Die Städte und Gemeinden können ihm zufolge an vielen Stellen "helfen", die Herausforderungen zu bewältigen. Im Rahmen des demografischen Wandels und der mit ihm einhergehenden Zunahme der älteren Menschen seien die Kommunen aufgefordert, Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Ebenso müssten sie sich einsetzen, dass die ärztliche Versorgung auf dem Lande auch weiterhin gewährleistet bleibe - was sie etwa mit Anreizen für den einen oder anderen Arzt, der sich niederlassen wolle, machen könnten.

Erfolgreiche Projekte in der Region

Die Kommunen seien auch angehalten, so der Umweltminister weiter, dem Flächenverbrauch Einhalt zu gebieten. In Bayern werden nach seinen Angaben pro Tag 20,8 Hektar verbaut. "So geht's nicht weiter." Müsse denn jedes neue Baugebiet unbedingt ausgewiesen werden? Müsse denn jede Kommune ihr eigenes Gewerbegebiet haben? Könnten Gemeinden denn nicht einmal ein gemeinsames Gewerbegebiet schaffen - ganz im Sinne der "interkommunalen Zusammenarbeit"?

Der Minister erinnerte auch an Erfolge im Rahmen regionaler Projekte am Chiemsee und Umgebung. So erwähnte er auch die Renaturierung von Mooren in den Landkreisen Traunstein und Rosenheim. Wenn sie austrocknen, dann gehen Huber zufolge Lebensräume für bestimme Pflanzen und Tiere verloren. Und in diesem Falle werde dann auch viel Kohlendioxid (CO2) - mit anderen Worten Treibhausgase, die die Ozonschicht der Erde verletzen - freigesetzt. Denn gerade die Moore seien Naturräume, die CO2 in besonderem Maße binden. Die Landkreise Traunstein und Rosenheim hätten die Trägerschaft für die Renaturierungen übernommen, der Staat sei "finanziell beteiligt".

Eine "runde Sache" sei, so der Minister weiter, der Ausbau des Chiemseerundweges durch den Abwasser- und Umweltverband und die Gemeinden am Bayerischen Meer. Der Staat habe für die Maßnahmen, Fußgänger und Radfahrer zu trennen und damit die Sicherheit zu erhöhen, 4,3 Millionen Euro bereitgestellt. Die Umsetzung der Pläne sei zwar am Anfang "nicht ganz so einfach" gewesen, doch den Gemeinden sei es dann gemeinsam gelungen, Verständnis zu wecken und die unterschiedlichen Interessen zusammenzuführen. Der am Chiemsee eingeschlagene Weg sei, wie der Minister betonte, "beispielhaft für Bayern". Gemeinsam hätten sich die Kommunen am Bayerischen Meer in Auslegung der richtungsweisenden Beschlüsse von Rio eine "Agenda" zum nachhaltigen Schutz der Natur vor Ort gegeben. Und sie seien nunmehr auch gemeisam - wie etwa auch ihre Konferenz belege - willens, sich für die Umsetzung einzusetzen. Dieser Weg sei "vorbildlich".

pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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