Entwarnung in Sachen Stechmücken

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Mit dem Hubschrauber wurde am Dienstag das Mittel BTI verstreut, das die Mückenlarven abtöten soll.

Chiemsee - Einheimische und Urlauber werden wohl heuer von einer Stechmückenplage verschont bleiben.

Beim Abwasser- und Umweltverband (AZV) Chiemsee, der die Bekämpfung der Plagegeeister im Auftrag der Anliegergemeinden organisiert, geht Geschäftsführer Thomas Weimann nicht mehr davon aus, dass sich Larven der Stechmücken in größerer Zahl entwickeln. Normalerweise passiert das allermeistens im Frühsommer, wenn es nach ergiebigen Regenfällen heiß wird.

Mückenbekämpfung am Chiemsee

Wie wiederholt berichtet, hatte die Regierung von Oberbayern ab heuer eine Ausweitung des Bekämpfungsgebiets und die Option für zwei jährliche Einsätze des Mittels Bti (Bacillus thuringiensis israelensis) genehmigt. 2009 hatten vor allem Einheimische und Urlauber in Grabenstätt und Übersee unter einer extremen Mückenplage gelitten.

Voraussetzungen für Einsatz nicht gegeben

In den Randgebieten des Naturschutzgebiets am Mündungsdelta der Tiroler Ache hatte die Regierung dann Anfang Juni 2010 per Eilentscheidung erstmals erlaubt, dass Bti vom Hubschrauber aus auch dort ausgebracht wird – quasi in letzter Minute, denn es drohte eine ähnliche Mückeninvasion wie im Jahr davor.

Damit der AZV die Experten vom Niederrhein mit Bti und Hubschrauber engagieren darf, mit denen er seit vielen Jahren zusammenarbeitet, müssen zwei wesentliche Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss der maßgebliche Pegel an der Messstelle der Alzmündung in Seebruck über 105 Zentimeter steigen. Dies war heuer bisher laut Weimann nur einmal ganz kurz der Fall.

Lesen Sie auch:

Tod den Chiemsee-Stechmücken

Mückenplage kostet 160.000 Euro

Weg frei für Bti-Einsätze

Diese Marke gilt als Gradmesser, dass der Chiemsee in manchen Bereichen über die Ufer getreten ist und sich in den entstandenen Überschwemmungsflächen bei passender, heißer Witterung die Larven zu Stechmücken entwickeln. Derzeit liegt der Pegel in Seebruck knapp über 90 Zentimeter.

Als die 105-Zentimeter- Marke heuer kurzzeitig überschritten wurde, nahmen Mitarbeiter der gemeindlichen Bauhöfe sogenannte Schöpfproben an festgelegten Stellen. Nur wenn in diesen Proben bestimmte Mengen Larven gefunden werden, darf Bti eingesetzt werden. Diese Werte wurden Weimann zufolge heuer aber bei Weitem nicht erreicht.

Verbandsräte entscheiden

Die 320.000 Euro, die der AZV als Summe der Beiträge der Chiemsee-Anliegergemeinden (berechnet nach Einwohnerzahl und Fläche) in seinem Haushalt für zwei mögliche Bti-Einsätze eingeplant hatte, werden Weimann zufolge voraussichtlich ins nächste Haushaltsjahr übertragen – wenn die Verbandsversammlung dem zustimmt.

db/Chiemgau-Zeitung

 

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser