Entwicklung der Finanzen ist sehr erfreulich

Prien - Die Finanzen Priens haben sich 2010 wesentlich besser entwickelt als erwartet: Der Überschuss im Verwaltungshaushalt war viermal so hoch wie geplant.

Bei der Vorlage der Jahresrechnung im Marktgemeinderat konnten Kämmerer und Bürgermeister unter anderem darauf verweisen, dass der Überschuss im Verwaltungshaushalt viermal so hoch war wie geplant. Ebenso konnte darauf verwiesen werden, dass trotz Investitionen von über zehn Millionen Rücklagen von rund einer Million Euro gebildet werden konnten.

"Der Einnahmeüberschuss im Verwaltungshaushalt beläuft sich auf knapp 2,5 Millionen Euro", bilanzierte Bürgermeister Jürgen Seifert. Gerechnet hatte die Kommune bei Verabschiedung des Etats Ende 2009 nur mit 608.000 Euro. Diese Vervierfachung müsse man sich "auf der Zunge zergehen lassen", vor allem in Zeiten, in denen viele Kommunen nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögensetat erwirtschaften würden.

Dank dieses Überschusses sei es unter anderem möglich gewesen, Vereinen und gemeinnützigen Organisationen rein monetäre Zuschüsse von über 313.000 Euro zu gewähren. Dies bedeute eine Steigerung um 136.000 Euro im Vergleich zum Jahr der "Haushaltskonsolidierung" 2003.

Zudem seien "echte" Rücklagen von netto einer Million Euro erwirtschaftet worden und die sogenannten Kreditermächtigungen von 1,35 Millionen Euro mussten nicht in Anspruch genommen werden.

Weil nicht alle angestrebten Grundstücksverkäufe und Erschließungsbeiträge realisiert werden konnten, seien zudem Mindereinnahmen im Vermögenshaushalt im Vergleich zum Plan von 770.000 Euro ausgeglichen worden. Allein die Erlöse aus Grundstücksverkäufen blieben mit 1,65 Millionen Euro um 650.000 unter dem Planansatz.

10,65 Millionen Euro wurden investiert

Seifert verwies auf ein Investitionsvolumen von rund 6,25 Millionen Euro. Hinzu komme der Anteil Priens an der energetischen Generalsanierung der Franziska-Hager-Schule von rund 4,4 Millionen Euro, sodass der Markt Prien im vergangenen Jahr 10,65 Millionen Euro investiert habe.

Neben der Schule nannte der Bürgermeister beispielhaft die Fertigstellung des "Brucker Kreisels" mit rund einer Million Euro, "Planungskosten für ein Holzheizkraftwerk" mit rund 310.000, die Sanierung des Hochbehälters in Pinswang mit 240.000 und die Anschaffung eines Mehrzweckbootes für die Feuerwehr mit etwa 117.000 Euro. Zudem seien weitere 206000 Euro für die Dachsanierung des Erlebnisbades Prienavera bereitgestellt worden, die derzeit läuft und auf Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro veranschlagt ist (wir berichteten).

Seifert umschrieb die Haushaltsführung als "geschickt und zielorientiert". Für verschiedene Investitionsmaßnahmen hätten Zuschüsse von insgesamt etwa 5,3 Millionen Euro "nach Prien geholt" werden können.

Kämmerer Georg Schmid hatte zuvor weitere wesentliche Daten erläutert. Den Gesamthaushalt Priens 2010 bezifferte er in Einnahmen und Ausgaben auf gut 28,3 Millionen Euro, wovon auf den Verwaltungsetat 21,6 Millionen entfielen. Die Gewerbesteuereinnahmen betrugen knapp 3,2 Millionen, bei der Verabschiedung des Etats hatte die Kommune nur mit 2,7 Millionen gerechnet.

Auch aus der Einkommenssteuer nahm die Marktgemeinde mehr ein als kalkuliert, nämlich 3,7 Millionen Euro. Das sind fünf Prozent mehr als im Ansatz, aber drei Prozent weniger als im Jahr davor.

An Schlüsselzuweisungen wurden 2010 gut 1,53 Millionen Euro nach Prien überwiesen, unwesentlich weniger als 2009. Größte Ausgabeposition war die Kreisumlage, also der Betrag, den die Kommune an den Landkreis abführen muss. Sie summierte sich Schmid zufolge im vergangenen Jahr auf knapp 4,2 Millionen Euro - 468.000 oder 12,6 Prozent mehr als im Jahr davor.

Niedrige Zinsen - mehr Schulden

Trotz der positiven Entwicklung der Finanzen hat sich der Schuldenstand der Gemeinde 2010 erhöht, nämlich von 4,65 auf 5,2 Millionen Euro. Zur Finanzierung von Investitionen hat die Gemeinde auch das äußerst niedrige Zinsniveau bei Krediten genutzt, erläuterte Seifert auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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