Warum zog die RAG zurück?

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Der Demo-Bohrturm wurde jetzt von der Bürgerinitiative Breitbrunn symbolisch umgelegt.
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Bad Endorf - Wie chiemgau24.de jetzt erfahren hat, soll der Rückzug der Firma RAG aus dem Bohrprojekt aus versicherungstechnischen Gründen geschehen sein. Wir haben nachgefragt.

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Überraschend gab die Firma RAG Autria am Freitag, 11. Januar, das Aus für ihre Bohrpläne am Langbürgner Seebekannt. In einer Presseerklärung erklärte das Unternehmen, dass sich der Vorstand - im Rahmen der regelmäßigen Neubwertung des RAG-Projektportfolios - für diesen Schritt entschieden habe. Der Projektfokus des Unternehmens habe sich so verschoben, dass andere Projekte den Vorzug erhielten. Doch wie chiemgau24.de jetzt erfahren hat, soll das nur die halbe Wahrheit sein. Der Rückzug des Unternehmens aus dem Projekt soll auch im Zusammenhang mit versicherungstechnischen Problemen geschehen sein. Wir haben die RAG Austria gefragt:

Unsere Redaktion hat erfahren, dass Sie das Projekt "Erdgasbohrungen am Langbürgner See" auch eingestampft haben, weil es Probleme mit den Versicherern der Anrainer und Grundstückseigentümer der Landwirtschaftlich genutzten Flächen gegeben hat. Stimmt das?

Die Entscheidung der RAG, die Planungen für das Projekt in Mauerkirchen nicht weiter zu verfolgen, ist eine unternehmenspolitische Entscheidung des Vorstands, die im Rahmen der regelmäßigen Neubewertung des RAG-Projektportfolios im Ausland getroffen wurde.

In Ihrer damaligen Erklärung meinten Sie: "Auf Basis der in der Vorbereitung der Einreichungsunterlagen gewonnenen Erkenntnisse, die eine aufwändigere Umsetzung erwarten lassen, erfolgte eine zeitliche und wirtschaftliche Neubewertung des Vorhabens, die zu dieser Entscheidung geführt hat." Bezieht sich diese "aufwändigere Umsetzung" auf die Probleme mit den Versicherern?

Durch die im Zuge der Vorbereitung der Einreichunterlagen gewonnenen Erkenntnisse zeigte sich, dass eine aufwändigere Umsetzung erforderlich gewesen wäre, als im Vorfeld abzusehen war. Verschiedene technische und zeitliche Aspekte führten daher dazu, dass die Wirtschaftlichkeit des Projekts intern neu bewertet wurde und im Rahmen des Projektportfolios nun andere Vorhaben den Vorzug erhalten.

War der große Widerstand aus der Bevölkerung auch ein Grund für Ihren Rückzug?

Die Entscheidung war rein unternehmenspolitischer Natur. Die RAG hat Bedenken der Öffentlichkeit stets ernstgenommen und diese auch in ihren Planungen berücksichtigt, beispielsweise bei der Suche nach einem alternativen Bohrstandort. Es wurden zahlreiche Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern, der lokalen Politik und Behörden geführt. Alle Beteiligten wurden stets umfassend über die geplanten Projektschritte und über den jeweils aktuellen Sachstand informiert. Zu diesem Zweck hat die RAG eine Informationswebsite eingerichtet und einen Faktenbrief mit wichtigen Informationen rund um das Projekt an alle Bewohner in den umliegenden Gemeinden versandt.

Könnten Sie sich vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt die Sache noch einmal in Angriff zu nehmen?

Es bestehen keine Planungen, das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzunehmen.

Hier wird der Demo-Bohrturm umgelegt

Bohr-Attrappe wird umgelegt

Patrick Steinke

Quelle: rosenheim24.de

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