Erneut Rekordjahr für "Chiemgauer"

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"Chiemgauer" werden als Zahlungsmittel immer beliebter.

Prien/Chiemgau - 2012 feiert der "Chiemgauer" seinen ersten runden Geburtstag. Dann wird das Regionalgeld zehn Jahre alt.

Seit Lehrer Christian Gelleri und eine Handvoll Schülerinnen an der Freien Waldorfschule Chiemgau die neue Währung erfunden haben, hat sie sich Jahr für Jahr weiter verbreitet. Eine Ende ist nicht abzusehen.

Auch 2011 geht als ein weiteres Rekordjahr in die bisher neunjährige Geschichte des "Chiemgauer"-Regiogeld-Vereins ein. Zum ersten Mal konnte im vergangenen Jahr innerhalb von zwölf Monaten eine Fördersumme von über 50.000 Euro beziehungsweise "Chiemgauern" an soziale Einrichtungen ausgeschüttet werden. Das Regionalgeld wird im Wechselkurs eins zu eins gegen Euro ausgegeben.

Knapp 3300 Mitglieder nutzen derzeit den regionalen Geldkreislauf. 2470 davon sind Verbraucher, die mit "Chiemgauern" bezahlen, und zwar an mittlerweile fast 600 sogenannten Akzeptanzstellen. Über 230 Mitglieder sind Vereine und andere Institutionen, denen die Förderquote zugute kommt.

1080 "Chiemgauer" für die "Lamstoana"

Größte Nutznießer in der Chiemsee-Gegend waren die Waldorfschule Chiemgau mit 2700 "Chiemgauern", der Förderverein der Schüler der Grund- und Hauptschule Übersee mit 2300 und der Trachtenverein "Lamstoana" in Frasdorf mit 1080 "Chiemgauern". Die Höhe der Förderung hängt davon ab, wie viele Mitglieder und Unterstützer für ein Projekt mitmachen und wie viele "Chiemgauer" die Mitglieder dafür tauschen.

Weil die begünstigten Vereine oft die Fördergelder in "Chiemgauern" weiter verwenden, zirkuliert das regionale Geld vergleichsweise schnell. Die Kreislaufgeschwindigkeit wird auch dadurch "angeschoben", dass "Chiemgauer" an Wert verlieren, wenn sie längere Zeit nicht benutzt werden. Auch der Rücktausch in Euro ist mit einem dreiprozentigen Wertverlust verbunden.

Etwa drei Viertel der eingenommenen "Chiemgauer" werden nach Vereinsangaben im Durchschnitt wieder ausgegeben. So setzten die beteiligten Unternehmen ihrerseits mit den eingenommenen "Chiemgauern" noch einmal gut vier Millionen untereinander um. "Diese Kettenreaktion ist das Erfolgsrezept und sorgt für eine möglichst hohe regionale Wertschöpfung", so ein Vereinssprecher.

Ein Viertel der "Chiemgauer"-Umsätze tauschen die Unternehmen in Euro zurück. Aus den Einnahmen für den Rücktausch werden die Vereinsförderungen finanziert. 2011 wurden fast 1,7 Millionen "Chiemgauer" zurück getauscht. Zum Vergleich: 2003, in der Anfangszeit der Regionalwährung, waren wes gerade mal 58.000. Damals waren 10.000 "Chiemgauer" in Umlauf, derzeit sind es über 550.000.

Das "Chiemgauer"-Projekt ist in seinem neunten Jahr nach Angaben des Vereins die mit Abstand größte Regionalwährung in Europa und sorgt immer wieder international für Aufsehen. Erst vor wenigen Tagen berichtete der amerikanische Fernsehkanal "CNN International" über die hiesige Regionalwährung.

Und noch in diesem Monat möchte der größte griechische Privatfernsehsender eine einstündige Dokumentation über Regiogeld am Beispiel des "Chiemgauers" drehen, um damit eine mögliche Alternative für die griechische Wirtschafts- und Schuldenkrise darzustellen.

re/db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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