Fahrpreis für Einheimische in der Kritik

Breitbrunn/Gstadt - Mit höheren Zuschüssen der Kommunen sollen die Chiemsee-Ringbusse in die Zukunft fahren. Nun ist es an den Gemeinderäten den Finanzierungsmodell zuzustimmen.

Der Fünf-Jahres-Vertrag mit dem Regionalverkehr Oberbayern (RVO) ist ausgelaufen. Der RVO will das Jahresdefizit von zuletzt rund 30.000 Euro auf andere Schultern verteilt wissen.

Im "Hatzhof", dem Sitz des Chiemsee Alpenland Tourismusverbandes (CAT), wurde den Entscheidungsträgern kürzlich ein mögliches Finanzierungsmodell vorgestellt. Nun ist es an den Gemeinderäten, dem zuzustimmen oder nicht. Im Januar soll Bilanz gezogen werden.

Breitbrunn und Gstadt: "Ja, aber..."

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Als erste Kommunalparlamente hatten nun Breitbrunn und Gstadt das Zuschussmodell auf der öffentlichen Tagesordnung. Heraus kam in Breitbrunn ein einstimmiges "Ja, aber". Zwar wollten die Räte nicht aus der Solidargemeinschaft der Kommunen ausscheren und zeigten sich bereit, den Breitbrunner Anteil von zuletzt 2940 Euro jährlich um gut 700 auf 3670 aufzustocken. Kritik hagelte es aber an den angedachten Fahrpreisen für Einheimische.

Durch die Zuschüsse - neben den Kommunen zahlen auch die Landkreise Rosenheim und Traunstein je 6350 Euro jährlich in den Ringbus-Topf - ist es möglich, dass Urlauber mit Kurkarte wie bisher die Linie kostenlos nutzen können. Sie zahlen lediglich für den Fahrradtransport im Anhänger, der künftig zwei Euro pro Drahtesel kosten soll.

Einheimische sollen, so der Vorschlag, künftig für eine Tageskarte vier Euro berappen und ebenso zusätzlich für den Fahrradtransport zahlen. Das war den Räten in Breitbrunn eindeutig zu viel. Sie nahmen in ihrem Beschluss auf, dass diese Position nochmal diskutiert werden soll. Der CAT solle kalkulieren, was der Betrieb kosten würde, wenn auch Einheimische kostenlos mitfahren dürften, so der Auftrag an den Verband.

Ticketverkauf im Bus

Immerhin sollen Tageskarten künftig direkt in den beiden Bussen, die das Bayerische Meer gegenläufig fünfmal am Tag umrunden, verkauft werden. Bisher mussten Einheimische umständlich vorab Tickets in den örtlichen Tourist-Infos lösen. Ein spontaner Umstieg vom Fahrradsattel in den Bus, zum Beispiel bei schlechtem Wetter, war nicht möglich.

Laut der Tabelle, die im Breitbrunner Rathaus an die Leinwand projiziert wurde, kostet der Ringbusbetrieb gut 90000 Euro im Jahr. Jede Gemeinde zahlt einen Sockelbetrag von 2000 Euro. Ihr restlicher Zuschuss orientiert sich an der Einwohnerzahl. Demnach müsste der Markt Prien künftig knapp 14000 und damit 5200 Euro mehr zuschießen als bisher, Bernaus Anteil würde um 3570 auf knapp 10200 Euro steigen.

Rosenheim und Traunstein sollen künftig nicht mehr als die Linie angebunden werden, da sich beide Städte nicht an den Kosten beteiligen wollen, berichtete Bürgermeister Hans Thalhauser aus dem "Hatzhof".

Im Gemeindehaus Gollenshausen hat auch der Gemeinderat Gstadt dem neuen Modell und damit einem höheren, kommunalen Kostenanteil einstimmig grünes Licht gegeben.

Auch Bürgermeister Bernhard Hainz berichtete aus der Sitzung im "Hatzhof" und konnte so offene Fragen klären, wegen denen die Entscheidung in der vorangegangenen Sitzung zurückgestellt worden war. Sebastian Summerer und Georg Anderl (beide Bürgerliste) bezeichnenten das Angebot der Chiemsee-Ringlinie auch ohne Anbindung an die Städte Rosenheim und Traunstein weiterhin als sehr gut. Die Mehrheit des Gremiums schloss sich dieser Einschätzung an. Der Bürgermeister bezeichnete die angedachte neue Form der Linie als "kleine große Lösung". Die Gemeinde Gstadt würde zu den bereits bisher bezahlten 1500 zukünftig weitere 687 Euro dazuzahlen.

db/th/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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