"Fahrt fort und kommt gut heim"

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Probe sitzen im "Nachtexpress Chiemgau": Jugendratsvorsitzender Lukas Seebrecht, Priens Jugendreferentin Ella Pelzl, Bernaus Zweiter Bürgermeister und Jugendbeauftragter Matthias Vieweger, Rimstings Bürgermeister Josef Mayer, RoVG-Geschäftsführer Hans Zagler, Priens Zweite Bürgermeisterin Renate Hof, Michael Schlander und Larissa Schmidt (verdeckt) vom "Eiskeller", Jugendrat Edi Blekher, Aschaus Jugendbeauftragter Andreas Fischer und Busunternehmer Werner Hofstetter (von links). 

Prien - Was auch Kommunalpolitiker in jüngerer Vergangenheit vergeblich versucht hatten, ist dem Priener Jugendrat kurz vor Ende seiner dreijährigen Amtszeit nach beharrlichem Klinkenputzen gelungen: eine Nachtbuslinie!

Um eine Nachtbuslinie auf die Beine zu stellen, braucht es nicht nur eine Genehmigung (Konzession), sondern auch Geldgeber, die einen Teil der jährlichen Kosten decken, damit der Fahrpreis für junge Leute erschwinglich bleibt.

Pauschal zwei Euro kostet die Fahrt mit dem "Nachtexpress Chiemgau", unabhängig davon, ob ein Passagier vom Start in Bad Endorf bis zum Umsteigepunkt am Bahnhof Übersee (in den Nachtexpress Achental nach Traunstein) oder "nur" von Prien bis zum "Eiskeller" in Aschau will. Den Rest der veranschlagten Kosten von über 20000 Euro im Jahr schultert die öffentliche Hand.

Gut ein Drittel schießt allein der Landkreis Rosenheim zu. Dessen Rosenheimer Verkehrsgesellschaft (RoVG) hatte in Person von Geschäftsführer Hans Zagler den Priener Jugendratsvorsitzenden wesentlich bei Ausschreibungen und Genehmigungen unterstützt, um die bürokratischen Hürden zu überwinden.

Seebrecht war es gelungen, die Bürgermeister und mit ihnen die Gemeinderäte von Prien, Bernau, Rimsting und Aschau vom Nachtexpress-Projekt zu überzeugen und in allen vier Kommunen Zuschüsse locker zu machen. In die Karten spielte den Initiatoren schließlich auch, dass Busreisen Hofstetter aus Bad Endorf ein günstiges Angebot abgab.

Mitte September war es so weit: Seitdem pendelt in den Nächten auf Samstag und Sonntag jeweils zweimal ein 60-Sitzer zwischen Bad Endorf und Übersee, in der Nacht auf Sonntag steuert er zudem den "Eiskeller" an.

Die Chefs der Aschauer Diskothek waren durch einen Bericht der Chiemgau-Zeitung auf das Projekt aufmerksam geworden und hatten Unterstützung angeboten. Jetzt bekommt ein "Nachtexpress"-Passagier an der Kasse des "Eiskellers" einen Getränkegutschein über 3,50 Euro, wenn er sein Busticket vorlegt.

Bei der offiziellen abendlichen Einweihung dieser Tage am Priener Busbahnhof lobte Ella Pelzl, Jugendreferentin der Marktgemeinde, das Engagement und die Hartnäckigkeit Seebrechts bei der Verwirklichung. Zweite Bürgermeisterin Renate Hof drückte ihre Hoffnung aus, dass das neue Angebot möglichst viele junge Leute animiert, vom Auto in den Bus umzusteigen. "Wir wollen, dass ihr gesund wieder heimkommt."

"Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte Seebrecht und dankte "aus tiefstem Herzen" allen Unterstützern. Jetzt liegt es an den jungen Leuten, den "Nachtexpress Chiemgau" zu nutzen. An den ersten Wochenenden blieben die Fahrgastzahlen Seebrecht zufolge noch hinter den Erwartungen.

Inzwischen wurden 5000 "Flyer" (Faltblätter) mit den Fahrplänen überall dort verteilt, wo sich junge Leute treffen - von der Schule bis zur Döner-Bude. Ausführliche Informationen gibt es auch im Internet unter www.facebook.com/Nachtexpress.Chiemgau.

Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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