Falken für die Krähenjagd

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Rimsting - Die Jäger sagen den Krähen den Kampf an: Zusammen mit zwei Falknern wollen sie im Herbst den Vögeln verstärkt nachstellen.

Gemeinsam jagen sie sie dann nicht mehr nur mit Gewehren, sondern vorausichtlich auch mit einem Bussard und zwei Falken. Diese Maßnahme hat Dr. Robert Neugirg, einer der beiden Jagdpächter des Reviers Rimsting West, in der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft im "Wirtshaus beim Has`n" angekündigt.

Die Krähen bereiten vor allem den Landwirten große Sorgen: Sie picken die Saat aus den Feldern. Nach Angaben von Dr. Neugirg nehmen die Vögel überhand. Handlungsbedarf sei gegeben.

Zwei Falkner habe er gewinnen können, die mit einem Bussard und zwei Falken auf Krähenjagd gehen wollen, berichtete der Jagdpächter. Wegen der jetzigen Schonzeit der Krähen dürfe dies aber erst ab September geschehen. Da die Krähen in mehreren Gemeinde überhandnehmen, solle diese Jagd auch gemeinde- und revierübergreifend erfolgen.

Mit den Greifvögeln hoffen die Jäger, bei der Jagd auf die Krähen künftig mehr Erfolg zu haben. Mit dem Gewehr allein sei, so der Tenor, nicht viel auszurichten. Denn die schlauen Vögeln hätten sich schon längst auf die Jagd mit Gewehren eingestellt.

Jäger müssen mehr Rehe erlegen

Die Jagdgenossen verlängerten die Pachtverträge für die beiden Reviere um weitere drei Jahre. Rimsting-West steht nach wie vor unter der Obhut von Dr. Robert Neugirg und Hans Mayer, die Verantwortung für Rimsting-Ost trägt weiter Sebastian Schleipfner.

Die Jagdgenossen billigten die Verlängerung der Verträge einstimmig. Allerdings verbanden sie sie nach einer längeren, heftigen und kontroversen Debatte mit Auflagen. So müssen die Jäger nun in beiden Revieren jeweils sechs Rehe mehr als bisher erlegen, um den Verbiss der Bäume in den Wäldern zu verringern. Das Abschussoll im Revier Ost erhöht sich somit auf 18, im Revier West auf 22 Stück. Weiter verfügten die Jagdgenossen, dass in beiden Reviere zwei zusätzliche Jäger als "Mitgeher" eingesetzt werden müssen.

In der Diskussion gab's zum Teil heftige Kritik an der Verbisssituation in den Wäldern. Sepp Hofmeyer erklärte, dass im Bereich des Langbürgersees ein gravierender Verbiss an den Tannen festzustellen sei. Ohne das Anstreichen der jungen Pflanzen mit einem Mittel, das gegen Verbiss durch die Rehe schütze, sei überhaupt kein Wachstum mehr zu erzielen. Diese Meinung vertraten mehrere Jagdgenossen, so auch Vorstand Manfred Wörndl. Jakob Ficker schlug vor, auf die Einnahmen der Jagdverpachtung überhaupt zu verzichten und dafür den Abschuss auf das Doppelte zu erhöhen. Auch Bürgermeister Josef Mayer, selbst Waldbauer, war der Meinung, dass die Situation insgesamt nicht zufriedenstellend sei.

Mayer, zusammen mit Dr. Neugirg Jagdpächter für Rimsting West, erläuterte eine ganze Reihe von Maßnahmen, die eine Verbesserung der Vegetation und damit eine Verminderung des Verbisses nach sich ziehen könnten. Mit ein Grund: In der Jagdversammlung im Vorjahr war Kritik laut geworden.

Die Jagdgenossen hoffen jetzt, so der Tenor in der Versammlung, dass sich mit den neuen Maßnahmen der Verbiss des Rehwildes an den heranwachsenden Bäumen in Grenzen hält und die Naturverjüngung in den Wäldern wieder mehr greift. th

Rubriklistenbild: © dpa

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