"Erdäpfelsteckerl" und "Kracherl"

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Grabenstätt (ch-z) - Die Chiemseegemeinde Grabenstätt hat am Wochenende ihr 1050-jähriges Bestehen gefeiert.

Alte Handwerkskunst, "Erdäpfelsteckerl", eine Holzkegelbahn, ein "Kracherlstand" und viele andere Raritäten versetzten Grabenstätt zurück in vergangene Zeiten. Die Chiemseegemeinde feierte ihr 1050-jähriges Bestehen.

Böllerschüsse nach dem Festgottesdienst eröffneten die Feierlichkeiten. Begangen wurde das Jubiläum mit einer historischen Dorfkirchweih, bei der gut 40 Zünfte ihre Arbeiten und Gerätschaften wie ehedem vorstellten. Musik- und Trachtengruppen, Goaßlschnalzer und Kinderchöre belebten zudem das Festgeschehen. Durch das nasskalte Wetter mussten viele Aktivitäten in die Zelte verlagert werden, so auch die Grußworte von Bürgermeister Georg Schützinger, der sich bei den Ortsvereinen für die Ausrichtung des Festes bedankte. CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Steiner betonte, wie wichtig Tradition und Gemeinsamkeit seien. "Grüß Gott beinand hoaßt unser Gruaß, Grüß Gott beinand hod Hand und Fuaß", umschrieb Hans Haitzer in einem selbstverfassten Gedicht Heimatgefühl und Traditionsbewusstsein. Erinnerungen an die alten Zeiten wurde bei vielen älteren Festbesuchern geweckt. "Genau so war's" oder auch "Woaßt as no?" - so und ähnlich kommentierten die Gäste das Geschehen, während die jüngere Generation mit Interesse die oft mühseligen Arbeitsvorgänge der Handwerker verfolgte.

Dorfkirchweih 1050 Jahre Grabenstätt

Die Trachtenschneiderei durfte nicht fehlen.

Die Besucher konnten unter anderem Schachtelmachern, Säcklern, Federkielstickern und Trachtenschneidern in der Schloßökonomie über die Schulter schauen. Das Zeitgeschehen verfolgen konnten die Gäste in einer Ausstellung aus dem Grabenstätter Archiv. Korbflechter, Töpfer, Holzschuh-, Goaßl- und Messermacher hatten im Schlosshof ihr Quartier. In der Schlosshalle fanden unter anderem eine Trachtenausstellung, Schafwollprodukte, Seifensieder sowie Rosshaar-Bürsten- und Besenbinder ihren Platz. Noch einmal geöffnet wurde am Marktplatz die Schusterwerkstatt vom "Gassner Bascht". Ein imposantes Bild boten die Rossfuhrwerke, allen voran die Postkutsche. Das gleichmäßige Schlagen des Dengelhammers auf das Sensenblatt weckte bei manch einem Gast Kindheitserinnerungen - erst recht, als an allen Ecken der Duft von frisch gebackenem Schmalzgebäck und geräucherten Forellen aufzog. .Die größte "Gaudi" bereitete den Kindern das "Millibitschnschiam". Dabei werden mit Sand gefüllte Milchkannen, wie beim Eisstockschießen, möglichst nah an das Ziel gerollt. Kräftig "angetaucht" haben die Buben die "Kirtahutschn", was den Dirndln manchen Schrei entlockte. In den vorsorglich aufgebauten Zelten und den geöffneten Wirtstuben wurden vielerlei historische Schmankerl und das extra gebraute Jubiläumsbier angeboten, nachdem sich die Besucher auf dem Markt mit hausgemachten Spezialitäten eindecken konnten.

Von Manuela Keil

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