Ferdinand Reb: Tränen zum Abschied

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Da konnte Ferdinand Reb schon wieder lachen: Bürgermeister Jürgen Seifert (rechts) überreichte dem scheidenden PTG-Geschäftsführer als Abschiedsgeschenk der Marktgemeinde ein Original des Priener Künstlers Lenz Hamberger.

Prien - Der Abschied fällt Ferdinand Reb sichtlich schwer. Bei der Weihnachtsfeier der Gemeinde im kleinen Kursaal versagte dem scheidenden Geschäftsführer der Priener Tourismus GmbH (PTG) mehrfach die Stimme.

Bürgermeister Jürgen Seifert beschrieb ihn als menschlich, uneigennützig und einwandfreien Charakter.

Nach sechs Jahren in leitender Funktion folgt Reb "dem Ruf der Familie" (O-Ton Seifert - Reb ist verheiratet und Vater von drei Kindern) und wird im Fichtelgebirge Chef eines Tourismusverbandes mit 24 Gemeinden aus fünf Landkreisen. Im Sommer hatte er nach langer Überlegung seine Entscheidung getroffen, die ausschließlich private Gründe hat.

Wie schwer ihm der Entschluss gefallen sein muss, ließ sich im kleinen Kursaal unschwer erkennen. Fast 200 aktive und ehemalige Mitarbeiter der Marktgemeinde, ihrer Werke und der PTG waren zur Feier gekommen. Mehrmals versagte ihm in seiner Abschiedsansprache die Stimme, mehrmals konnte er Tränen nicht zurückhalten, als er allen für das große Vertrauen und die "großartige Arbeit" dankte.

Vier Wünsche hatte Reb zum Ende seiner Dienstzeit: jeder im Saal solle gesund bleiben, bei allen Entscheidungen solle in dieser schnelllebigen Zeit mit großem finanziellem Druck der Mensch im Vordergrund bleiben, die beiden Azubis der PTG sollen nach Ende ihrer Ausbildung übernommen werden und "ich wünsche mir einfach, dass wir uns bald wiedersehen".

Nichts kennzeichne Rebs Charakter besser als diese Wünsche, denn es sei keiner dabei, der ihn selbst betreffe, nahm Seifert den Faden auf. Uneigennützigkeit, Menschlichkeit und einen einwandfreien Charakter bescheinigte der Bürgermeister dem PTG-Chef. Er habe so gerade am Anfang seiner leitenden Tätigkeit in einer "ganz schwierigen Zeit" der PTG seinen Stempel aufgedrückt. "Kein Anderer mit anderen Charakterzügen hätte das so hingebracht."

Nicht nur die ersten, auch die letzten Monate von Rebs Amtszeit nahm Seifert als Beispiel für dessen nachhaltige Leistung. Im Oktober hatte sich der PTG-Geschäftsführer die Patellasehne gerissen und war ausgefallen, auch wenn er telefonisch und per Mail aus der Ferne ständig aktiv blieb. "In der Zeit, in der Sie ausgefallen sind, haben Sie gezeigt, was Sie Ihren Mitarbeitern vermittelt haben", sagte Seifert. Als Beleg führte er den Christkindlmarkt an, der nicht nur seiner Überzeugung nach "noch nie so schön wie heuer war".

Der Bürgermeister lobte Reb für den "neuen Weg", den dieser bei der PTG eingeschlagen habe. Ein Weg weg von riskanten Großveranstaltungen hin zu kleineren, nachhaltigen Veranstaltungen. "Diesen Paradigmenwechsel haben Sie verinnerlicht und verkörpert."

Zum Abschied gab es von der Gemeinde ein gerahmtes Originalwerk von Lenz Hamberger, Blumen und einen sehr langen Applaus.

Nach seinem Ausscheiden zum Jahresende wird Bertram Vogel die Geschäftsführung der PTG übernehmen. Der 42-Jährige, bisher Leiter der Stadtmarketing GmbH in Regensburg, war eigens zur Weihnachtsfeier der Marktgemeinde angereist.

db/Chiemgau-Zeitung

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