"Fischen vermittelt Zugang zur Natur"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Mit der Verdienstmedaille in Silber wurde Josef Haiker, mit der Ehrennadel in Silber sein Stellvertreter Josef Schiller (von rechts) geehrt.

Chieming - "Die Fischerei hat Tradition." Dies betonte Landtagspräsident a.D. Alois Glück in seiner Festrede am zweiten Tag des Oberbayerischen Fischereitages in Chieming.

Fischerei mache einen wesentlichen Teil der heimischen Kultur aus und stelle einen wichtigen Erwerbszweig dar. Sie vermittle besonders jungen Menschen den inneren Zugang zur Natur.

Glück mahnte im Festsaal des Gasthofs "Unterwirt" am Sonntagnachmittag: "Wir müssen wissen, was verfügbar, bezahlbar und umweltverträglich ist." Zugleich warnte der CSU-Politiker eindringlich vor einer Verarmung der Arten, die bereits weltweit begonnen habe. Der Mensch müsse endlich die Kraft zur Selbstbeschränkung aufbringen und sein kurzfristiges Denken auf längerfristiges umstellen.

Zuvor hatte Präsident Alfons Blank in seiner Festansprache festgestellt, auch der Gesetzgeber habe erkannt, welches Kulturgut die Fischerei darstelle. "Dieses Gut müssen wir schützen und erhalten." Blank erinnerte erneut an die aktuelle Zusage der Regierung von Oberbayern, wonach auf Teilen der Alz, der Tiroler Ache und auf stehenden Gewässern in der Zeit vom 16. August bis 14. März Kormorane zur Sicherung des Fischbestandes zahlenmäßig unbegrenzt geschossen werden dürfen. Den Antrag dazu hatte Josef Haiker vor drei Monaten gestellt, langjähriger Vorstand des Anglerbundes Chiemsee und Hauptorganisator des Oberbayerischen Fischereitages 2009.

Haiker wurde von Blank mit der Verdienstmedaille in Silber ausgezeichnet. Dessen Stellvertreter Josef Schiller erhielt ebenso die Ehrennadel in Silber wie Herbert Steiner, ebenfalls vom Anglerbund Chiemsee, sowie die beiden CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Steiner und Martin Bachhuber, für deren großes Engagement für die Belange der Fischer. Die Ehrennadel in Gold bekam Bezirkstagspräsident Josef Mederer, ein großer Fürsprecher des Fischereiverbandes Oberbayern.

Blank verabschiedete nach 21 Jahren seine Geschäftsführerin Helga Zitzelsberger und stellte Angela Scheumann als Nachfolgerin vor. Bei den noch am Samstagnachmittag erfolgten Neuwahlen war im Verband der Oberbayerischen Berufsfischer und Seenbesitzer nach 35 Jahren der Vorsitzende Willi Ernst aus Utting aus Altersgründen zurückgetreten. Nachfolger ist der Berufsfischer Robert Kneidl aus Tettenhausen. Zu Stellvertretern wurden, wie bisher, Martin Greinwald aus Tutzing und Manfred Kneidl aus Kochel gewählt. Schriftführer bleibt Klaus Bischl, Staffelsee, und Kassier Martin Dinzl von der Fraueninsel.

Grußworte sprachen der Chieminger Bürgermeister Benno Graf, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Landtagsabgeordneter Steiner, Landrat Hermann Steinmaßl, der Präsident des Landesfischereiverbandes Bayern, Eberhard Roese, und der Präsident des Landesjagdverbandes Bayern, Professor Dr. Jürgen Vocke. Sie betonten übereinstimmend, wie wichtig es sei, die Artenvielfalt der Fische zu erhalten, die ein bedeutendes Grundnahrungsmittel seien.

Mit einem Standkonzert der Blaskapelle Chieming hatte der zweite und letzte Tag begonnen, dem ein Kirchenzug und eine von Pfarrer Mathias Häusl gehaltene Messe in der Pfarrkirche folgten.

oh/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser