Fischer mit Fang sehr zufrieden

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Beim Kirchenzug zum Fischerjahrtag auf der Fraueninsel musste die Standarte eingehüllt werden, damit sie beim Regen keinen Schaden nimmt.

Fraueninsel - Die 16 Berufsfischer am Chiemsee sind mit ihren Fängen sehr zufrieden. 2010 brachte ihnen noch einmal eine Steigerung gegenüber den ohnehin schon guten Erträgen des Vorjahres.

Das wurde beim traditionellen Fischerjahrtag bekannt gegeben.

Auch für dieses Jahr erwarten die Berufsfischer aufgrund des guten Wachstums der Fische noch recht gute Renkenerträge bis zur Schonzeit Anfang Oktober. "Es war ein gutes Jahr 2010, so kann es weitergehen", fasste der Vorsitzende der Fischerei-Genossenschaft Chiemsee, Thomas Lex, bei der Jahreshauptversammlung im Hotel "Linde" zusammen.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr fast 100.000 Kilogramm Fische gefangen worden. Darunter waren allein 78.000 Kilo Renke, der sogenannte Brotfisch der Berufsfischer.

Auch das Renkenjahr 2011 habe im Winter mit guten Fängen begonnen, berichtete Lex. Das Frühjahr und der Frühsommer hätten das Wachstum der Fische mit gutem Planktonvorkommen noch beschleunigt, sodass die Genossenschaft noch gute Renkenerträge erwarte.

Der Vorsitzende erläuterte, dass die kontinuierliche Einbringung großer Mengen Renkenbrütlinge und das großflächige Aussetzen in den See das Erfolgsrezept für den sehr guten Renkenbestand sei. Ende 2010 konnten wieder über 1700 Liter Renkenlaich, das seien über 136 Millionen Renkeneier, in die genossenschaftseigene Brutanstalt in Prien-Harras eingebracht werden.

Den Fischbestand zu erhalten, zu vermehren und die verschieden Arten in einem guten Gleichgewicht zu erhalten, sei eine wichtige Aufgabe der Genossenschaft, fuhr Lex fort. Von den Züchtern seien Seeforellen, Hechte, Zander und Aalbrut für 52.000 Euro angekauft worden. Dazu kämen 2,5 Millionen Stück Renken, die in den schwimmenden Netzkäfigen auf eine Größe von fünf bis sieben Zentimetern herangezogen und dann in den Chiemsee entlassen würden.

Ebenfalls in eigener Zucht seien zwei Millionen Hechte großgezogen und in den See eingesetzt worden. Lex bezifferte den Gesamtwert des Jungfischbesatzes auf stolze 500.000 Euro.

Der Vorsitzende berichtete von einer Verkleinerung der Kormorankolonie im Mündungsgebiet der Tiroler Ache. Demnach gibt es noch 50 Brutnester. Bis zu 167 Nester seien es immerhin noch 2001 gewesen. "Der Fraßdruck aus unseren Renkenbeständen ist nicht mehr ganz so groß", so Lex.

Ärgerlich seien aber noch immer die Schäden an den teuren Netzen, die entstehen, wenn Kormorane Renken herausreißen. Der genehmigte Abschuss der Vögel am Netz habe nicht die erhoffte Wirkung gebracht. "Wenn die Kormorankolonie, wie wir hoffen, weiter schwindet und sich unsere Renkenbestände vielleicht gerade deshalb erholen, können wir damit leben", so der Vorsitzende.

Sorgen bereiten den Fischern die mit Bojenketten markierten Ruhezonen für Vögel und Fische. Elektro- und Motorboote sowie Segler würden das Befahrungsverbot missachten und Schäden an den Netzen anrichten.

Auch die zunehmende Zahl schwimmender Spielgeräte vor Strandbädern sehen die Fischer kritisch. Dadurch gingen Stück für Stück wertvolle Gebiete der Uferfischerei verloren. "Weitere Einschränkungen und Aussperrungen aus unseren Fischgebieten müssen wir in Zukunft ablehnen", erklärte der Vorsitzende.

Der Fischerjahrtag hatte traditionsgemäß mit einem Gottesdienst im Münster für die verstorbenen und gefallenen Fischerssöhne begonnen. Ein Kirchenzug mit der Fischerstandarte führte anschließend zum Kriegerdenkmal unter den Linden. Vorsitzender Lex legte dort zu Ehren der Toten einen Kranz nieder. Zu den Klängen der Musikkapelle Prien ging es dann zur Fischerversammlung.

th/Chiemgau-Zeitung

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