2800 Euro für jeden Mittelschüler

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Zwei Jahre nach der Generalsanierung ist in der Franziska-Hager-Mittelschule auch finanziell wieder der Alltag eingekehrt.

Prien - Zwei Jahre nach der Generalsanierung ist in der Franziska-Hager-Mittelschule auch finanziell wieder der Alltag eingekehrt. Doch die Millionen-Investition wirkt nach.

Zwei Jahre nach der Generalsanierung ist in der Franziska-Hager-Mittelschule auch finanziell wieder der Alltag eingekehrt. Doch die 9,5-Millionen-Euro-Investition wirkt nach.

Neben einem Sachkostenzuschuss muss jede Kommune pro Schüler aus ihrem Bereich jetzt auch eine Investitionsumlage zahlen, um die Darlehen zu tilgen. Deshalb kostet jeder Mittelschüler seine Heimatgemeinde heuer rechnerisch knapp 2800 Euro.

Summierten sich Einnahmen und Ausgaben im Etat des Schulverbands 2010, im Hauptjahr der Generalsanierung und -modernisierung, noch auf fast 11,3 Millionen Euro, fällt der Haushalt 2012 mit 3,14 Millionen vergleichsweise bescheiden aus. "Wir sind wieder im Alltag angekommen", kommentierte Priens Bürgermeister und Verbandsvorsitzender Jürgen Seifert. Zuvor hatte er ein letztes Mal allen Beteiligten für ihre "äußerst kooperative Zusammenarbeit" gedankt und Architekt Bernd Püschel samt seinem Team eine "hervorragende Abwicklung" attestiert.

Bewusst habe man bei der Entwicklung des Etats "dringend notwendige" und "wünschenswerte" Investitionen getrennt und Letztere erst gar nicht berücksichtigt. Dass der Alltag wieder eingekehrt ist, ließ sich auch daran festmachen, dass in der Verbandssitzung im großen Saal des Priener Rathauses über vermeintlich kleine Posten und Positionen diskutiert wurde - ohne dass der Entwurf von Priens Kämmerer Georg Schmid noch geändert wurde, bevor ihn die Versammlung einstimmig abnickte.

Gleichwohl nahm Rektor Hans-Joachim Reuter Anregungen auf, wie sich vielleicht noch der ein oder andere Euro einsparen lassen könnte. So regte beispielsweise Verbandsrat Philipp Bernhofer aus Bernau an, statt der veranschlagten 15000 Euro für eine "Boulder-"("Kletter-")Wand zu prüfen, ob deren Bau im Rahmen eines Schülerprojekts günstiger zu machen sei. In Grassau, wo Bernhofer unterrichtet, sei dies so gewesen.

Dass in der Schule verantwortungsvoll und sparsam gewirtschaftet wird, wie Seifert sogleich betonte und Reuter versicherte, wollte Bernhofer damit nicht in Zweifel ziehen. Der Rektor legte seine Haltung an einem anderen Beispiel dar. Für zwei neue Kickertische für die Aula - die alten haben 20 Jahre ihren Dienst getan und sind endgültig kaputt - habe er mit der Arbeiterwohlfahrt als Träger der offenen Ganztagsschule und dem Förderverein Gespräche geführt. Obwohl Letzterer nach Angaben des Rektors 2011 unter anderem vier "Beamer" spendiert hatte, arbeitet er offenbar etwas im Verborgenen. Selbst Schulreferentin Eleonore Pelzl erfuhr erst in der Sitzung von dessen Existenz.

Grundsätzlichen Diskussionsbedarf über das Zahlenwerk des Priener Kämmerers sahen die Versammlungsteilnehmer nicht. Auch die Posten, die zu Lasten ihrer Kommunen gehen, nahmen sie zur Kenntnis. In der Konsequenz bedeutet dies, dass jede Kommune aus dem Schulsprengel - von Eggstätt bis Aschau - heuer pro Mittelschüler aus ihrer Gemeinde 2800 Euro berappen muss.

Die sogenannte Verwaltungsumlage ist mit 1538 Euro pro Schüler im Jahresvergleich sogar leicht um knapp 50 Euro gesunken. In ihr enthalten ist beispielsweise die Schülerbeförderung, also die Kosten für Bustransporte nach Prien und zurück in die Umlandgemeinden. 114000 Euro beziehungsweise 38 Prozent der Gesamttransportkosten von 300000 Euro müssen die Kommunen des Schulverbands selbst stemmen. Für den größeren Anteil kommt der Freistaat auf.

Die Gemeinden müssen heuer zusätzlich eine Investitionsumlage von 1259 Euro je Schüler an den Verband abführen. Sie ist nötig, um die Darlehen zu tilgen, die für die Generalsanierung aufgenommen worden waren. Neben Mitteln aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung war die Maßnahme auch mit sogenannten FAG- (Finanzausgleich zwischen Bund, Ländern und Kommunen) Geldern zu großen Teilen gefördert worden.

Priens Kämmerer Schmid erwartet heuer die Auszahlung der letzten FAG-Rate von 875000 Euro, alle anderen Zuschüsse seien bereits geflossen.

Insgesamt summieren sich Verwaltungs- und Investitionsumlagen heuer auf knapp 1,32 Millionen Euro. Aufgeteilt werden sie anteilsmäßig nach Schülerzahlen. Von den derzeit 470 Mädchen und Buben an der Franziska-Hager-Mittelschule kommen allein 129 aus Prien, dahinter folgen Aschau (78), Bernau (72), Frasdorf (59) und Eggstätt (58).

Planmäßig sollen in diesem Jahr von den 8,86 Millionen Euro Schulden des Schulverbands 1,47 Millionen getilgt werden.

Für Neuanschaffungen sind im Haushalt heuer 125000 Euro vorgesehen, der Löwenanteil für neue Computer und andere EDV-Ausstattung, die im Unterricht Verwendung finden soll.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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