Neue Pläne für "schlechteste Straße Bayerns"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Vergaben den "Holterdipolter-Oscar" für eine erschreckende Schlaglochtiefe bei Wildenwart: v.l. MdL Harald Güller, Florian Baar ACE Bayern, Carsten Kuttnik, IG BAU.

Frasdorf - Es kommt Bewegung in die Diskussion um den Ausbau der Staatsstraße 2093 zwischen Frasdorf und Wildenwart: Klaus Stöttner stellte jetzt zwei neue Varianten vor.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner stellte dem Gemeinderat Frasdorf nun zwei neue Varianten vor. Dieser Streckenabschnitt hatte den "Holterdipolter-Oscar" für die schlechteste Straße in ganz Bayern erhalten.

Lesen Sie auch:

Zusätzlich zum normalen Verkehr werden im kommenden Jahr mehrere zehntausend Besucher zum Gaufest des Chiemgau-Alpenverbands nach Wildenwart kommen. Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller und der Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner zeigten zwei neue Möglichkeiten für den weiteren Ausbau der S2093 vor. "Das Geld steht prinzipiell zur Verfügung. Wird es wieder nicht abgerufen, dann geht es in andere Vorhaben und die Region hat wieder nichts davon", so Stöttner. Bereits für 2011 war nach der Sendung "Jetzt red i" des Bayerischen Fernsehens durch Innenminister Joachim Hermann ein Ausbau angekündigt worden, doch daraus wurde nichts. Die Anwohner hatten die Ausbaupläne weitestgehend abgelehnt. Sie hätten - nach Ansicht der Grundstückseigner - eine unverhältnismäßig hohe Grundabtretung erfordert und eine "Monsterstraße" mit einem immens hohen Geländeverbrauch erzeugt.

Die Gemeinde konnte die betroffenen Bürger nicht davon überzeugen, die für einen optimalen Ausbau notwendigen Grundstücke zur Verfügung zu stellen. Die erste Planung wurde damit ziemlich sang- und klanglos zu Grabe getragen.

Klaus Stöttner legte nun zwei neue Varianten vor: Sollte erneut kein Übereinkommen mit den Grundanliegern erzielt werden können, so könnte auf der bisherigen Trasse bereits im Frühjahr 2013 eine neue "Verschleißschicht" aufgebracht werden. Diese Schicht habe eine Lebensdauer von mehreren Jahren und ermögliche es dem Straßenbauamt und der Gemeindeverwaltung Frasdorf, ausgiebige Gespräche über den Neubau zu führen und - bei Bedarf - auch ein Planfeststellungsverfahren durchzuführen. Spätestens nach 15 Jahren wäre diese Schicht wieder abgefahren; bis dahin müsse es jedoch möglich sein, alle Vorbereitungen für einen optimalen Ausbau der Strecke getroffen zu haben, so der Landtagsabgeordnete.

Stöttner und die Mehrheit der Gemeinderäte bevorzugten jedoch die zweite Variante: Die bereits im Entwurf vorliegende Planung - Ausbau der Straße und Bau eines parallelen Fahrradweges - soll in den nächsten Wochen und Monaten durch das Straßenbauamt Rosenheim verschlankt und auf ein realistisches Maß reduziert werden. Vor allem im Bereich "Lochen" soll auf die aufwendigen Einfädelspuren verzichtet werden, der Straßenverlauf soll sich weitestgehend an die vorhandene Trasse halten.

Ein Fahrradweg auf der Westseite der Straße soll es Radfahrern und Fußgängern ermöglichen, gefahrlos auf einem eigenen Weg von Wildenwart nach Frasdorf zu kommen. Noch im Januar soll ein erster Entwurf des Straßenbauamts mit den Anliegern besprochen werden. Im Februar/März sollen die notwendigen Grundstücksverhandlungen durchgeführt werden. Unmittelbar danach könne der Bau beginnen und bis Sommer weitestgehend abgeschlossen sein. Sollte keine einvernehmliche Straßengrundstücksabtretung erfolgen, wird der Bau im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens durchgeführt. Dies bedeute jedoch, dass sich der Baubeginn erneut um mehrere Jahre verzögern könnte.

Die letzten Sanierungsmaßnahmen auf der Straße fanden Anfang der 1980er-Jahre statt.

reh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser