Bachverläufe werden nicht verlegt

Neubau von Weißenbach- und Aubachbrücke bestätigt

Achenmühle/ Frasdorf - Es bleibt dabei: Die Brücken über den Weißenbach und den Aubach entlang der Kreisstraße RO5 zwischen Achenmühle und Frasdorf werden neu gebaut. Vier Kreisräte hatten beantragt zu prüfen, ob durch eine Verlegung der Bachläufe auf die Brücken verzichtet werden kann.

Aufgrund der Stellungnahmen der Autobahndirektion Südbayern, des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim und der Unteren Naturschutzbehörde entschied der Kreisausschuss mit 13 zu 2 Stimmen, den Antrag der vier Kreisräte nicht weiter zu verfolgen. Wegen des geplanten sechsstreifigen Ausbaus der Bundesautobahn von Rosenheim bis Salzburg führt die Autobahndirektion Südbayern derzeit ein Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt Rosenheim – Bernauer Berg durch. 

Gemäß Bundesfernstraßengesetzt gilt für diesen Bereich eine Veränderungssperre. Neben diesem formalen und sehr entscheidenden Grund führen die beteiligten Behörden in ihren Stellungnahmen eine ganze Reihe von wasserwirtschaftlichen, hydraulischen und naturschutzfachlichen Gründen auf, die gegen eine Verlegung der Bäche und einen damit verbundenen Verzicht auf die Brückenbauwerke sprechen.

Zahlreiche Gründe sprechen gegen eine Bachverlegung

Aufgrund des Höhenunterschieds von mindestens zehn Metern bräuchte der Weißenbach eine massive Sohlbefestigung und der Einbau von Schwellen wäre notwendig, schreibt die Autobahndirektion. Auch das Wasserwirtschaftsamt betont die Notwendigkeit, Sohle und Böschungen massiv mit Steinen zu sichern.Damit Fische in dem Bach wandern können wären 44 Sohlabstütze notwendig. Da der Weißenbach bei Starkregen oder bei Schneeschmelze reißend wird,müssten sowohl die Kreisstraße als auch die Autobahn massiv gegen Hochwasser geschützt werden. 

DerAubach müsste durch ein Rohr geleitet werden. Die Autobahndirektion hält dies nicht für vertretbar, weil bei Starkregen die Gefahr besteht, dass sich Wasser am Rohreingang aufstaut. Mitgeschwemmte Bäume könnten sich zudem verkeilen. Ziel sollte stattdessen sein, bestehende Bachverrohrungen, auch am Aubach, zu öffnen und die Gewässer als offenes Gerinne unter Straßen zu führen. Untere Naturschutzbehörde und Autobahndirektion sehen in den Brücken Querungsmöglichkeiten beziehungsweise Wanderkorridore für wildlebende Tiere

Grundanlieger legen auch Veto ein 

Gegen eine Verlegung der Bachläufe spricht auch, dass erste Gespräche mit Grundanliegern zeigten, dass es keine Bereitschaft gibt, Grund abzutreten. Nach dem heutigen Beschluss des Kreisausschusses wird die Bauverwaltung des Landratsamtes Rosenheim die Arbeiten zum Neubau der Aubachbrücke und Weißenbachbrücke öffentlich ausschreiben. Den Antrag, die Verlegung der Bachläufe zu untersuchen hatten die Kreisräte Josef Fortner und Sebastian Hamberger von der ÖDP, Sepp Hofer von den Freien Wählern und Sepp Lausch von der Bayernpartei gestellt.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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