Bayernpartei warnt

Autobahnausbau Frasdorf - Biotop in Gefahr?

Helmut Freund und Georg Wörndl am Seehauser Quellbach
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Kreisrat Helmut Freund und Gemeinderat Georg Wörndl am Seehauser Quellbach (v.l.n.r.)

Frasdorf - Die Bayernpartei befürchtet durch den geplanten Ausbau der Autobahn zwischen München und Salzburg eine Verschlechterung der Wasserqualität des Seehauser Quellbachs.

Die Bayernpartei schlägt Öko-Alarm: Sie befürchtet eine massive Verschlechterung der Wasserqualität des Seehauser Quellbachs durch den geplanten Ausbau der Autobahn zwischen München und Salzburg. Damit nicht genug: Die Verschlechterung der Wasserqualität zöge weitreichende Konsequenzen für das fragile Ökosystem des Feuchtbiotops um den „Weiherer See", aber auch der zahlreichen Fischteiche, nach sich.


Der Grund: Der Bach und das ganze Biotop dienten bereits heute als Entwässerung des sich auf der Autobahn sammelnden Regenwassers, und würde dadurch durch den Eintrag von Streusalz und anderen Stoffen belastet. Durch den Ausbau könnte der „Eintrag“ laut Bayernpartei „bedrohliche Ausmaße" annehmen. Auch die bereist eingebrachten Lösungsvorschläge - etwa, dass das von der Autobahn kommende Wasser zunächst in einen Löschteich eingeleitet werde - würden das Problem nur in geringem Ausmaß lindern. Insgesamt zeigt sich die Bayernpartei höchst besorgt über die Entwicklung.

Pressemitteilung der Bayernpartei im Wortlaut:


Der geplante Ausbau der Autobahn zwischen München und Salzburg stellt naturgemäß einen gewaltigen Einschnitt in unsere heimische Natur und das Landschaftsbild dar. Die Notwendigkeit einer Erweiterung der Fahrbahnen soll hier auch nicht zur Diskussion stehen, wohl aber, welchen Preis wir gewillt sind unserer Umwelt dafür abzuverlangen. Auf Bitte besorgter Anwohner wurden deshalb bereits im Juli der Kreisrat der Bayernpartei Helmut Freund und der Frasdorfer Gemeinderat Georg Wörndl zu einer Besichtigung in die Aschauer Ortsteile Seehaus und Weiher gebeten.

In den kleinen Weilern, nahe der Gemeindegrenze zu Frasdorf, findet man das Feuchtbiotop rund um den „Weiherer See“, der, wie mehrere kleine Fischteiche auch, von dem in Frasdorf, unmittelbar unter der Autobahn am Rande des Fauna-Flora-Habitat und Landschaftsschutzgebietes Bärnsee entspringenden Seehauser Quellbach gespeist wird. Genau jener Bach könnte jetzt durch das auf der Frasdorfer Gemeindeseite geplante Regenrückhaltebecken gefährdet sein. Der Bach und somit das ganze Biotop dienen bereits heute schon als Entwässerung des sich auf der Fahrbahn sammelnden Regenwassers und wird somit bereits durch den Eintrag von Streusalz und anderer unliebsamen, durch den Verkehr bedingten, Stoffe belastet. Dies könnte nun, durch die von dem Ausbau der Strecke verursachte Erhöhung der Streusalzmengen, bald bedrohliche Ausmaße annehmen.

Aus einem 68 Seiten langen Gutachten der Autobahndirektion Südbayern geht hervor, dass das Seehauser Bacherl als Quellbach in einem guten bis sehr guten Zustand ist und, außer der Autobahnentwässerung, keiner wesentlichen Belastung ausgesetzt ist. Daher sei das Verschlechterungsverbot nach §27 (1) WHG anzusetzen. Weiter ist daraus zu entnehmen, dass nach Ausbau der Strecke, eine Überschreitung der Grenzwerte für Chlorid wahrscheinlich, aber wohl tolerierbar seien. Als bauliche Gegenmaßnahme wolle man jetzt nicht, wie ursprünglich geplant, die Entwässerung direkt in den kleinen Bach, sondern in einen vom Volumen recht großzügig geschätzten Löschweiher einleiten, der wiederum in das angrenzende Biotop mündet. Zusammen mit einer Abflussdrosselung im Winter, soll dies die Spitzenwerte abflachen wobei die Gesamtbelastung allerdings nach wie vor erheblich steigt.

Ein anderer Entwurf, in dem das Abwasser über einen Kanal direkt in den deutlich mehr Wasser führenden Schafelbach eingeleitet werden sollte, wurde als zu aufwendig in der Herstellung betrachtet, da man das „Problem nur verschieben“ würde. Angesichts der Tatsache, dass etwas weiter westlich das Abwasser fast direkt in die Prien geleitet wird, wo es früher oder später sowieso landet, scheint diese Erklärung nur wenig schlüssig. Kreisrat Freund zeigte sich schockiert über diesen leichtfertigen Umgang mit diesem schützenswerten Biotop und auch Georg Wörndl, der selbst einen der kleinen Fischteiche vor Ort bewirtschaftet, äußerte sich sehr besorgt über diese Entwicklung.

dp/Pressemitteilung Bayernpartei

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