Polizei, Landratsamt und „Betroffene" widerlegen Gerücht

Verdeckte „Corona-Testkäufer“ mit hinterlistigen Methoden in der Region unterwegs?

Landkreis - Vermehrt hört man derzeit in der Region Geschichten von „Testkäufern“, die angeblich ohne Masken in Metzgereien oder Bäckereien auftauchen - und große Geldstrafen aufbrummen. Stimmt das Gerücht vom hinterlistigen „Corona-Testkauf“ ohne Mundschutz?

Kurz vor Ladenschluss kommt ein Kunde, der nur noch schnell eine Leberkässemmel haben will, aber leider seinen Mundschutz vergessen hat. Die Verkäuferin drückt ein Auge zu und lässt ihn schnell herein. Dann soll der Mann seinen Ausweis gezückt, sich als Masken-Kontrolleur ausgegeben und eine Geldstrafe in Höhe von 5.000 Euro gegen eine Metzgerei in Frasdorf verhängt haben. Wegen eines Verstoßes gegen die Corona-Maßnahmen. Diese oder so ähnliche Geschichten geistern derzeit in der Region herum. Der OVB24-Redaktion wurden diese Gerüchte auch schon mehrfach zugetragen. Mal in der Version mit einem Bäcker, mal mit einem Metzger.


Corona-Masken-Kontrolleure sollen hinterlistige Tricks anwenden

Vertraut man anderen Quellen, soll sich derselbe Vorfall auch in einer Rosenheimer Metzgerei und einer Bäckerei in der Bad Aiblinger Region abgespielt haben. Doch was ist dran an den Gerüchten? Eine Mitarbeiterin der Metzgerei in Frasdorf widerlegt das Gerücht sehr schnell. Im Gespräch mit rosenheim24.de erzählt sie: „Wir haben schon ein paar mal welche rausgeschmissen, die ohne Maske reingekommen sind, aber einen Kontrolleur und eine Strafe hat es nie gegeben. Das ist ein sauberes Gerücht.“ Auch die Inhaberin der angeblich betroffenen Metzgerei in Rosenheim kann das Gerücht ganz klar entkräften: „Das stimmt überhaupt nicht. Über eine andere Metzgerei in Rosenheim ist das auch schon gestreut worden.“ Laut der Inhaberin seien die Lebensmittelkontrollen in der Stadt zwar sehr streng, „aber solche Methoden traue ich keinem einzigen Kontrolleur hier in der Stadt zu.“


Wir haben auch beim Landratsamt Rosenheim, das solche Kontrollen durchführt, nachgefragt. Pressesprecherin Ina Krug teilte gegenüber rosenheim24.de mit, dass das Landratsamt von diesen Gerüchte auch schon gehört habe. „Es sind definitiv aber keine Mitarbeiter von uns. Keiner unserer Mitarbeiter würde bei einer Kontrolle ‚Tricks‘ anwenden oder ohne Mund-Nasen-Bedeckung in ein Geschäft gehen“, so Krug. „Derzeit können wir aus personellen Gründen auch nur konkreten Hinweisen und Beschwerden nachgehen. In der Regel bitten wir in diesen Fällen aber auch die Polizei um Amtshilfe. Wer hier Kontrollen in der beschriebenen Form durchführt, sei dem Landratsamt nicht bekannt. „Nachdem sich alle Mitarbeiter des Landratsamtes bzw. der Polizei ausweisen können, dürfte eine einfache Nachfrage der Betriebsinhaber nach dem Dienstausweis vielleicht das Problem lösen“, so Krug.

Keine Corona-Anzeigen bei der Polizei eingegangen

Auch Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidium Oberbayern Süd bestätigt auf Nachfrage von rosenheim24.de: „Wir haben für Frasdorf keine Corona-Anzeigen vorliegen, die zuständige Polizeiinspektion Prien ist in Frasdorf nicht tätig geworden.“ Sonntag erklärte zwar, dass es schon sein könne, dass Beamte in Zivil Kontrollen durchführen und dass auch Strafen verhängt werden, sollte ein Verstoß gegen die Maskenpflicht vorliegen. „Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand von der Polizei solche hinterlistigen Tricks anwendet. Das wäre sehr unredliches Verhalten und das haben wir als Polizei nicht nötig.“

jb

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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