Frasdorfer Tanzlmusi erhält Kulturpreis

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Die Preisträger: Die Frasdorfer Tanzlmusi

Frasdorf - Eine besondere Ehrung für ihr Können bekamen jetzt die Musiker der Frasdorfer Tanzlmusi. Sie erhielten den Kulturpreis des Landkreises Rosenheim.

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„Was ist der Unterschied zwischen der Autobahn und der Frasdorfer Tanzlmusi“ kalauerte Frasdorfs Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller und beantwortete sich ihre Frage gleich selbst: „die Autobahn macht mir viel Arbeit und wenig Freude, bei der Tanzlmusi ist es umgekehrt“. Bürgermeisterin Steindlmüller bedankte sich bei den Mitgliedern der Musi, sie hätten Frasdorf seit 40 Jahren nicht nur in den Musikantenkreisen in der gesamten Region bekannt gemacht und dafür gesorgt dass der Name Frasdorf nicht nur mit Autobahn und Stau in Verbindung gebracht werde.

Erstmals erhielt beim Festabend in der voll besetzten Frasdorfer Lamstoahalle eine Volksmusikformation den Kulturpreis des Landkreises Rosenheim. Landrat Josef Neiderhell übergab den sechs Musikern – darunter mit Franz Osterhammer und Sepp Fischer noch zwei Gründungsmitglieder – den Preis. Der Kulturreferent des Landkreises Klaus Jörg Schönmetzler stellte in seiner Laudatio fest, dass die Frasdorfer Tanzlmusi mit ihrer eigenwilligen Zusammensetzung und Instrumentierung eine neue Farbe in die Musik der Region gebracht hätten.

Sei die Tanzlmusi bis 1966 auf Saitenmusik festgelegt gewesen, hätten es die Frasdorfer erstmals gewagt, eine Gruppe aus Blechbläsern, Ziach und Harfe zusammenzustellen. Der Erfolg und die zahlreichen nachahmenden Gruppen hätten dem Konzept recht gegeben, die Frasdorfer Tanzlmusi wurde mit ihrem Klangbild stilbildend und zu einem Qualitätsbegriff in Bayern und der Alpenregion. Auftritte in der legendären Sendung von Wastl Fanderl und zahllose Schallplatten und CD Veröffentlichungen berichteten vom dauerhaften Erfolg des Sextetts. „Die Musik fliegt nur so über den Tanzboden“ zitierte Schönmetzler.

Frasdorfer Tanzlmusi erhält Kulturpreis

Den Kulturförderpreis des Landkreises erhielten Thomas und Christian Reif für ihre musikalischen Leistungen als Dirigent, am Klavier und an der Geige. Schönmetzler lobte die gediegene musikalische Ausbildung der mehrfachen Bundes- und Landes- und Regionalsieger bei „Jugend musiziert“ und zahlreichen weiteren Wettbewerben. Die exzellente musikalische Ausbildung in der Region spiegle sich im Werdegang der beiden wieder, zahlreiche internationale Preise seien der Lohn für diese Arbeit. Dabei hätten beide die Bodenhaftung nicht verloren und sie gingen mit dem Vorsatz auf die Bühne: „einfach Musik machen und Spaß daran haben“!

Landrat Josef Neiderhell erklärte in seiner Begrüßung, dass der Landkreis seit 25 Jahren diese Preise vergebe, es sei faszinierend, was Kunst und Kultur in dieser Region alles zustande brächten. Die Bevölkerung des Landkreises könne damit sehen, dass sie nicht nur im schönsten Landkreis lebe, sondern auch Kulturgut ohne Ende zur Verfügung stehe, schon das sei ein Grund hier zu wohnen oder hierher zu ziehen. Die heute verliehenen Preise seien auch entsprechend dotiert, damit sie zu außergewöhnlichen Leistungen anspornten.

Der Kultursonderpreis wurde in diesem Jahr zweimal an Ereignisse vergeben, die eine außerordentliche ehrenamtliche Beteiligung vieler Mitwirkender forderte. Der Trachtenverein „Immergrün“ Altenbeuern inszenierte mit mehreren hundert Beteiligten vor und hinter den Kulissen den „Jäger von Fall“ von Ludwig Ganghofer als Freilicht-Aufführung. Spielleiter Josef Leitner und der Verein hätten es verstanden, so Kulturreferent Schönmetzler, die Zuschauer – ohne dass sie es merkten – ins Spiel mit einzubeziehen und an der Handlung nicht nur auf der großzügig gestalteten Bühne teilhaben zu lassen. Der zweite Vorstand der Altenbeurer Trachtler und zugleich zweiter Bürgermeister Hans Schmid, betonte, es tue gut so ein großes Vorhaben miteinander zu machen, das Dorf wachse bei so einer gemeinsamen Kraftanstrengung außerordentlich zusammen.

Ganz anders präsentierte sich der Kunstverein Bad Aibling. Drei Wochen vor dem Abriss des Rathauses eröffnete der Verein mit dem „Vor-Abriss“ in den 35 leeren Räumen des Rathauses Kultur pur. 100 Künstler aus der Region und weit darüber hinaus bewarben sich um einen Platz, 55 wurden ausgewählt und präsentierten sich und ihre Werke in den Tagen vor dem Abbruch des Gebäudes. „Wilde überbordende Phantasien entluden sich in den ehemaligen Amtsräumen“, so Schönmetzler, „ein Happening, wie es noch kein Rathaus sah oder wieder sehen wird“. Täglich wechselnde Rahmenprogramme führten Tausende von Besuchern in die Räume, so sahen denn viele Aiblinger den Abriss-Bau und seine Zimmer erstmals intensiv Tage und Stunden bevor die Abrissbirne kam.

reh

Quelle: rosenheim24.de

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