Weg frei für Kreisel an Ortseinfahrt

Prien - Der Markt Prien bekommt seinen dritten Kreisverkehr. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat die Planung für einen Kreisel an der Ortseinfahrt aus Richtung Rimsting und Frasdorf - Baubeginn ist der 1. März 2010.

Lesen Sie hier den Berich der Chiemgau-Zeitung vom Donnerstag:

"Würdiger Eingang nach Prien"

Am 1. März soll der Bau des Kreisverkehrs an der Ortseinfahrt beginnen. Fünf Monate später soll der Kreisel komplett befahrbar sein. Der Marktgemeinderat hat den Entwurfsplan für das 950.000-Euro-Projekt am Mittwochabend einstimmig genehmigt. Mehr als vier Fünftel der Kosten können voraussichtlich über Zuschüsse gedeckt werden.

Die Kreuzung unmittelbar nördlich der Prien-Brücke gilt als unfallträchtig, weil sie unübersichtlich ist. Dort treffen sich zwei stark befahrene Staatsstraßen (Richtung Rimsting und Frasdorf) sowie die Lujo-Brentano-Straße. Letztere ist die Zu- und Abfahrt des "Chiemsee-Centers".

Zwei Grundvoraussetzungen waren notwendig, damit ein Kreisel an dieser sehr beengten Stelle überhaupt gebaut werden kann. Zum einen hatte CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner erreicht, dass etwa vier Fünftel der Kosten als Zuschüsse fließen werden, zum anderen haben zwei Privatleute Grund an den Markt Prien zu moderaten Konditionen abgetreten.

Stöttner und den Grundeigentümern dankte Bürgermeister Jürgen Seifert in der Sitzung daher nochmals ausdrücklich. Wenn es nach ihm geht, soll der Kreisel nicht nur ein Zweckbau, sondern "ein würdiger Eingang nach Prien" werden. Deshalb soll die große Mittelinsel mit 21 Meter Durchmesser mit einem 1,8 Meter hohen Findling und einem Brunnen ansprechend gestaltet werden. Letzterer lagert derzeit im Bauhof. Die Fraktion der Freien Wähler hatte sich heuer bereits dafür eingesetzt, dass er einen neuen Platz findet. Die Bauverwaltung hat nun vorausschauend schon einen Wasseranschluss für die Kreiselinsel eingeplant, damit er dort sprudeln kann.

Lageplan (pdf)

Unbeantwortet blieb in der Sitzung noch die Frage, wie die 5,5 Meter hohe Böschung auf der Nordwestseite des Kreisverkehrs zum Moar z'Bruck hin gestaltet wird. Sie wird ein Stück weit abgetragen und dann mit Steinblöcken zirka drei Meter hoch zur Fahrbahn hin abgegrenzt. Ob dort bunter Granit oder Jura-Kalk verwendet wird, soll bei der Auftragsvergabe entschieden werden. Granit ist etwa um ein Viertel teurer.

Anton Schmuck, geschäftsführender Gesellchafter des Priener Ingenieurbüros Dippold und Gerold, stellte dem Gremium die Planung vor. Die gesamte Anlage wird einen Durchmesser von 35 Metern haben, die Fahrbahn wird sieben Meter breit. Am Übergang zur 21 Meter breiten Mittelinsel wird - im Gegensatz etwa zum Kreisel an der Seestraße - nur ein etwa 60 Zentimeter schmaler Streifen gepflastert, die reine Asphaltschicht wird also breiter als an den beiden anderen Priener Kreiseln.

Damit die Autos aus Richtung Frasdorf nicht zu schnell in den Kreisverkehr einfahren, entsteht kurz vor der Einmündung ein Grünstreifen am Straßenrand, der die Fahrtrichtung leicht verändert und die Autos so zum Bremsen zwingt.

Eine große Verkehrsinsel, mit der Nepomuk-Kapelle darauf an ihrem angestammten Platz, soll helfen, den Verkehrsfluss zwischen den eng beieinander liegenden Einmündungen von der Prien-Brücke und der Lujo-Brentano-Straße sicherzustellen. Fahrzeuge aus Richtung Frasdorf, die zum "Chiemsee-Center" wollen, müssen links an dieser Insel vorbei und dann rechts abbiegen. Sie begegnen dabei den Autos, die aus Prien heraus Richtung Rimsting unterwegs sind. Dies könnte eine problematische Stelle werden, wollte Schmuck auf Nachfrage aus dem Gremium nicht ausschließen.

Im Zuge des Kreiselbaus wird auf der Westseite der Rimstinger Straße auch ein zirka 250 Meter langer sowie 2,50 Meter breiter Geh- und Radweg entstehen, der dann am Irmingardweg an einen bereits vorhandenen Weg anschließt. In Richtung Ortszentrum können Radler von diesem neuen Weg auf die Straße durch den Kreisel fahren oder die Fahrbahn, ebenso wie Fußgänger, unmittelbar vor dem Kreisverkehr an einer Mittelinsel überqueren. Dort wird eine gepflasterte "Aufstellfläche" geschaffen.

Auf der gegenüberliegenden, östlichen Seite der Rimstinger Straße wird der Gehweg verschwinden, der heute ohnehin etwa 100 Meter weiter sozusagen im Nichts endet.

Am 1. März soll der Bau beginnen, Ende Juli soll der Kreisel Schmuck zufolge funktionstüchtig sein. In der Zwischenzeit werden sich Autofahrer wegen halbseitiger Sperrungen und Umleitungen auf Staus und längere Fahrzeiten einrichten müssen. Die oberste Asphaltdeckschicht soll erst im Herbst nächsten Jahres aufgetragen werden.

Nach Angaben des Planers wird der Kreisel selbst inklusive des bereits vollzogenen Grunderwerbs knapp 800.000 Euro kosten, für Geh- und Radwege sind weitere 157.000 Euro veranschlagt.

Der Markt Prien baut den Kreisverkehr in der so genannten Sonderbaulast, zuständig wäre eigentlich das Straßenbauamt. Die Gemeinde hat in Absprache mit der Behörde die Planung übernommen und finanziert den Bau vor. Etwa 80 Prozent bekommt sie dann über Zuschüsse erstattet.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser