"Der Name bleibt"

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Rosenheim/Landkreis - Ab 1. Januar gibt es den Fremdenverkehrsverbandes "Chiemsee-Alpenland". Der Rosenheimer Stadtrat ist von dem Namen des neuen „Kindes“ aber ganz und gar nicht begeistert. **Video**

Der Kreisausschuss und der für Kultur und Fremdenverkehr zuständige Ausschuss des Kreistages haben sich jedoch jetzt bei einer gemeinsamen Sitzung geschlossen hinter den geplanten Namen gestellt.

Für Landrat Josef Neiderhell gibt es keinen besseren Namen als "Chiemsee-Alpenland", um die Region als Marke darzustellen. Der Chiemsee sei schließlich weltweit bekannt. Selbst in Asien würden die Menschen mit dem Begriff etwas anfangen können. Rosenheim stelle zwar das pulsierende Zentrum der Fremdenverkehrsregion dar und habe in den vergangenen Jahren den Bekanntheitsgrad des Stadtnamens erhöht. "Doch den Chiemsee gibt es noch in 30 Jahren, die Rosenheim Cops laufen irgendwann aus", brachte der Landrat seine Meinung auf den Punkt. "Wir wollen am Namen festhalten", betonte auch Christina Pfaffinger vom Landratsamt, unter deren Federführung die Vorbereitungen für den neuen Verband laufen.

Wolfgang Berthaler, Vorsitzender des Kreisverbandes Rosenheim des bayerischen Gemeindetages, forderte angesichts der Tatsache, dass die Bürgermeister einstimmig den von Marketingfachleuten erarbeiteten Namen beschlossen hätten, eindringlich ein Ende der Diskussionen. Michael Kölbl, Bürgermeister von Wasserburg, ergänzte: "Aus Wasserburger Sicht können wir mit dem Namen gut leben - trotz der Distanz zu den Alpen und zum Chiemsee."

Die Fraktionen in den beiden Ausschüssen stellten sich geschlossen hinter die Vereinsgründung und sprachen sich einstimmig für den Beitritt des Landkreises aus - unter der Bedingung, dass sich alle 46 Landkreisgemeinden ebenfalls dem zukünftigen Verein anschließen. Die Aussichten sind gut. Nach Angaben von Neiderhell liegen bereits 37 positive Beschlüsse vor, die restlichen neun sind bereits angekündigt worden. Die letzten Unsicherheiten sind aus dem Weg geräumt: Die Fremdenverkehrsbüros vor Ort können bestehen bleiben, das Personal in den bisherigen Verbänden, die sich auflösen werden, wird übernommen und in die neue Dachorganisation integriert, wie Pfaffinger erläuterte. Der neue Verein soll nach ihren Angaben nicht nur die bislang kleinen Interessenzusammenschlüsse zu einem schlagkräftigen Verband vereinen, sondern auch die derzeit noch nicht organisierten 23 Gemeinden des Landkreises vertreten. Die Aktivitäten sollen gebündelt, die Region aus einem Guss als Marke dargestellt werden. Dazu sind finanzielle Kraftakte notwendig. Jährlich will der Landkreis 625.000 Euro an Beiträgen aufbringen. Die Stadt Rosenheim soll 100.000 Euro beisteuern, die 46 Kommunen sollen zusammen 475.000 Euro aufbringen.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Das Geld ist nach Überzeugung von Otto Lederer gut angelegt: Der Sprecher der CSU-Fraktion erinnerte an die große Bedeutung des Fremdenverkehrs für die Region. Jährlich kommen nach seinen Angaben rund drei Millionen Übernachtungsgäste und knapp 14 Millionen Tagestouristen in den Landkreis. Sie sorgen nach Berechnungen der Touristiker für einen Bruttoumsatz von 682 Millionen Euro. Vom Fremdenverkehr leben in Stadt und Landkreis fast 16.000 Personen, hieß es in der Ausschusssitzung. Höchste Zeit, dass alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen, fand Dieter Kannengießer von den Freien Wählern/Überparteiliche Wählergemeinschaft, angesichts der Tatsache, dass in den vergangenen Jahren die Besucherzahlen zurückgegangen sind und es an effektiven, einheitlichen Marketing-Maßnahmen oder Online-Buchungsverfahren fehlt.

"Schluss mit dem Klein-Klein", appellierte auch Amerangs Bürgermeister Augustin Voit (CSU), der sich vom neuen Verband vor allem eines erhofft: "Weniger Verwaltung, mehr Werbung." Andrea Rosner von Bündnis 90/Grüne forderte jedoch auch eine politische Aussage über die Art des zukünftigen Tourismus und seine ressourcenschonende Ausgestaltung ein.

duc

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser