Fronten verhärten sich immer mehr

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Prien - Der Streit um die finanziellen Folgen der Seebühne geht weiter - und die Fronten verhärten sich immer mehr. Thorsten Rudolph , der ehemalige Geschäftsführer der Priener Tourismus GmbH (PTG) und der Chiemsee-Seebühnen GmbH (CSG), äußert neue schwere Vorwürfe insbesondere gegen Bürgermeister Jürgen Seifert.

Der Marktgemeinderat hatte zuletzt mehrheitlich beschlossen, die Staatsanwaltschaft "über die bisherigen Ergebnisse der Aufklärungsarbeit hinsichtlich der Finanzbeziehungen zwischen dem Markt Prien und seinen gemeindlichen Beteiligungen PTG und CSG zu informieren" (wir berichteten). In diesem Zusammenhang stellte sich aber heraus, dass die Vorgänge rund um CSG die Justiz bereits beschäftigen. Rudolph dazu gestern in einer Erklärung an die Chiemgau-Zeitung: "Herr Seifert nimmt sich nicht nur die egozentrische Freiheit, ständig mit falschen und wechselnden Aussagen (die teilweise nicht einmal mit dem ‚Gutachten' der befreundeten Lehrerin aus Kulmbach übereinstimmen) meine Person in der Öffentlichkeit zu diffamieren, sondern auch den Gemeinderat bewusst zu täuschen."

Der Rathauschef möge doch bitte den Bürgern und den Gemeinderäten erklären, so Rudolph, warum das Gutachten um kolportierte 60000 Euro am 28. Juli beziehungsweise 23. September in Auftrag gegeben worden sei, aber die Genehmigung vom Gemeinderat erst am 26. November eingeholt worden sei. Des Weiteren "möchte sich Herr Seifert seinen persönlichen Feldzug gegen meine Person vom Steuerzahler absichern lassen". Denn sonst sei "nicht zu erklären", warum er den Gemeinderat in der Sitzung am 29. Juli um Zustimmung zur Übermittlung des Gutachtens an die Staatsanwaltschaft ersucht habe. Dieses Gutachten habe die Staatsanwaltschaft aber bereits am 29. Mai - laut Rudolph "also zwei Monate zuvor" - bekommen. Bevor das Gutachten im Gemeinderat am 27. Mai vorgestellt worden sei, habe Seifert "bereits rege Korrespondenz mit der Kriminalpolizei geführt und die Übergabe des Gutachtens aufgrund Betrugs und Untreue am gleichen Tag zugesagt". Der Ex-Geschäftsführer fordert den Bürgermeister auf, "nicht wieder einen eingeschriebenen Drohbrief zu schicken, indem Sie mir das Wort verbieten wollen und mir Schadensersatz androhen". Rudolph kündigt Seifert an, dass er sich weiter "gegen Ihre ungeheuerlichen Verleumdungen" zu Wehr setzen werde.

Auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung erklärte Jürgen Seifert gestern, dass er "keinerlei Stellungnahme zu Behauptungen Herrn Rudolphs abgeben werde".

pü/Chiemgau-Zeitung

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