Ausschuss knüpft Zustimmung an Auflagen - Projekt in Schutzgebiet

Fünf Häuser im Schutzgebiet?

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Prien - Über 6800 Quadratmeter groß ist ein Grundstück am Herrnberg. Etwa die Hälfte wollen die Eigentümer vermarkten: Sie hoffen, die Genehmigung für den Bau zu bekommen.

Einfach wird das nicht, denn das gesamte Grundstück liegt im Landschaftsschutzgebiet.

Mit einem sogenannten Antrag auf Vorbescheid, den sie im Rathaus eingereicht haben, wollen die Bauwerber abklären, ob die Ecke Kranzhornstraße/Forstweg mit fünf Häusern bebaut werden darf. Die Marktgemeinde kann sich, so das Ergebnis der Beratung im Bauauschuss, so etwas grundsätzlich schon vorstellen.

Zu klären sei allerdings vor allem, ob das Grundstück aufgrund seiner Lage im Geltungsbereich der Chiemseeschutzverordnung überhaupt bebaut werden darf. Nach der Diskussion in Prien ist jetzt das Landratsamt in Rosenheim aufgefordert, Stellung zu nehmen.

In groben Umrissen haben die Bauwerber das Vorhaben im Rahmen ihres Antrages auf Vorbescheid skizziert: Geplant sind fünf Wohnhäuser mit Erd- und Dachgeschoss ("E + I") mit einer Wandhöhe von maximal sechs Metern. Die Grundfläche beträgt acht mal 13 Meter und acht mal zehn Meter am Forstweg beziehungsweise an der Kranzhornstraße.

Die Gemeindeverwaltung im Rathaus hält eine Bebauung für zulässig. Denn geplant seien die Häuser, wie sie mitteilte, ausschließlich an bestehenden Straßen - womit die Erschließung gesichert sei. Die Planung runde die Bebauung im Nordosten Ernsdorfs ab.

Der Bauausschuss des Marktgemeinderates stellte seine Zustimmung in Aussicht, knüpfte sie jedoch an einige Auflagen. In der Diskussion forderte Alfred Schelhas (SPD), die vom Markt ins Auge gefassten Maßgaben für die Ortsentwicklung zu beachten. Außerdem sollten zwei geplante Häuser am Forstweg um 90 Grad gedreht und die Dächer somit in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet werden. In diesem Fall könnte dann die Sonnenenergie besser genutzt werden.

Günter Stampfl (Fraktion "Miteinander für Prien", Mitglied des Vereins "Mehr Demokratie für Prien") forderte, zu prüfen, ob denn der Kanal in Ernsdorf überhaupt noch mehr Abwasser aufnehmen könne. Soweit er gehört habe, sei die Abwasserbeseitigung in diesem Bereich "an ihrer Leistungsgrenze angelangt".

Werner Waap (Bürger für Prien) sagte, dass wieder einmal ein Vorhaben im Rahmen der Bestimmungen der Chiemseeschutzverordnung zu beurteilen sei. Die rechtliche Lage sei zu klären. Und Waap weiter: Das Vorhaben müsse noch "wesentlich genauer" festgelegt werden.

Michael Anner (CSU) warnte davor, schon zu Beginn des Verfahrens einen allzu großen Aufwand in Prien zu betreiben. Das Landratsamt - die Genehmigungsbehörde - "schaut sowieso kritisch drüber" und prüfe, ob das Projekt mit den Bestimmungen der Chiemseeschutzverordnung vereinbar sei.

Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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