Funkmast im Gespräch

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Hittenkirchen - Ein neues gemeinsames Funknetz für die Rettungsdienste will der Freistaat Bayern aufbauen. Die von ihm beauftragte Firma Telenet sucht Standorte für die benötigten Stationen. Ihr Blick geht jetzt auch in die Gemeinde Bernau.

Auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung hat Wolfgang Krüger von Telenet mitgeteilt, dass sie einen etwa 15 Meter hohen Funkmasten auf einer Anhöhe oberhalb von Hittenkirchen am Hochbehälter plane. Die Gespräche mit dem Wasserbeschaffungsverband, dem das Gelände gehört, seien "gut gelaufen. Der Vertrag sei "unterschriftsreif".

Der Bund will die Rettungsdienste wie Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Rotes Kreuz, die Polizei und alle anderen "Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" (BOS) mit einem neuen, erstmals gemeinsamen Funknetz ausstatten. Technische Grundlage ist nicht mehr, so die Planung, die veraltete, analoge, sondern vielmehr die neue, digitale Technik: das "Terrestrial Trunked Radio", kurz Tetra.

Schon 2007 hat der Bund die Länder mit dem Aufbau des Netzes beauftragt. In Bayern hat das Innenministerium zu diesem Zweck eine Projektgruppe BOS-Digitalfunknetz aus der Taufe gehoben. Und sie arbeitet mit der Firma Telenet zusammen. Das Unternehmen "managt" nach eigenen Angaben den Aufbau des Netzes vor Ort - und in diesem Sinne sucht Telenet vor allem Standorte für die benötigten neuen Tetra-Funkmasten.

Mit ihrem Anliegen stoßen der Freistaat und die von ihr beauftragte Firma auf dem Lande jedoch keineswegs überall auf offene Ohren. Viele Bürger wollen sich keiner neuen, zusätzlichen Strahlenbelastung ausgesetzt sehen. Und so gestaltet sich die Suche für Telenet auch am Chiemsee schwierig: Einen Standort, den sie auf der Ratzinger Höhe (Gemeinde Rimsting) benötigt, hat sie nach wie vor noch nicht gefunden. Die Diskussion in der Gemeinde Rimsting schlägt hohe Wellen (wir berichteten).

Einige Kilometer weiter im Süden hofft Telenet nun jedoch zum Zuge zu kommen. In Hittenkirchen plant sie nach Angaben von Krüger eine Funkstation, die dann den Aufbau des Netzes in den Gemeinden Bernau, Aschau, Rohrdorf, Prien und Chiemsee ermöglicht. Krüger denkt an einen 15 Meter hohen neuen Masten am Hochbehälter des Wasserbeschaffungsverbandes Hittenkirchen - und zwar unmittelbar neben dem alten Masten, der dort bereits steht und vom Mobilfunk genutzt wird.

"Wir haben auch andere Standorte geprüft", sagte Krüger. Doch ein Mast am Hochbehälter sei "am sinnvollsten und besten". Durch die erhöhte Lage sei von dieser Stelle aus eine weitreichende Versorgung mit dem neuen Behördenfunk möglich. Laut Krüger kommt ein "ganz dünner Mast" in Betracht, der an seinem oberen Ende "zwei Stabantennen für das Senden und Empfangen" trägt - und ihm damit eine "U-förmige" Spitze gibt.

Das Gelände gehört dem Wasserbeschaffungsverband Hittenkirchen - weshalb zunächst einmal er und kein anderer seine Zustimmung zu dem Projekt geben muss. Die Gespräche seien "gut gelaufen", sagte Krüger. Ein Vertrag sei aber "noch nicht unterschrieben."

Im Wasserbeschaffungsverband hat die Diskussion begonnen. So bestätigte Vorstandsmitglied Josef Steinbichler in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates, dass eine Anfrage vorliege. Der Wasserbeschaffungsverband habe "noch nichts unterschrieben". Der Vorstand wolle die Angelegenheit, so Steinbichler, in der Verbandsversammlung am Donnerstag, 10. März, zur Diskussion stellen.

Nicht äußern wollte sich Ferdinand Thalhammer, der Vorstand des Wasserbeschaffungsverbandes. Auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung nahm er nicht Stellung.

Neben der Zustimmung des Wasserbeschaffungsverbandes ist für den Bau eines Masten am Hochbehälter in Hittenkirchen auch eine Baugenehmigung durch das Landratsamt erforderlich. Denn die geplante Funkstation ist über zehn Meter hoch - und damit ist eine Erlaubnis einzuholen. Der Weg auch in diesem Fall: Wenn ein Bauantrag eingereicht wird, hat zunächst die Gemeinde Stellung zu nehmen, dann ist das Landratsamt aufgefordert, über eine Genehmigung zu entscheiden.

Gernot Pültz/Chiemgau Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa, Symbolbild

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser