Gedenkmesse auf der Kampenwand

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Aschau - An die Opfer des zweiten Weltkrieges und die Soldaten, die momentan weltweit im Einsatz sind wurde am Samstag bei einer Gedenkmesse auf der Kampenwand gedacht.

„Wir denken in diesen Tagen hier auf der Kampenwand an den 1. September von 1939, den Kriegsbeginn vor über 70 Jahren und das daraus entstandene Unheil, wir denken aber auch an unsere Soldatinnen und Soldaten, die heute weltweit zu immer gefährlicheren Einsätzen herangezogen werden, die im Krieg in Afghanistan kämpfen und sterben“, so die Bürgermeisterin der Gemeinde Frasdorf Marianne Steindlmüller bei der Gedenkfeier für die Gefallenen des Chiemgaus auf der Kampenwand, „niemand will diesen Krieg in Afghanistan in den unsere Soldaten hineingezogen wurden. 47 Soldaten der Bundeswehr mussten dort bereits ihr Leben lassen, es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir auch selbst wieder betroffen sind“. Die Gemeinde Frasdorf richtete in diesem Jahr die Gedenkveranstaltung zu Füßen des Kampenwandkreuzes aus.

„In ewiger dankbarer Erinnerung steht auf den Chiemgauer Kriegerdenkmälern zu lesen“, so Monsignore Albert Diedrich, der den Gedenkgottesdienst zelebrierte in seiner Predigt; „doch Jahr für Jahr werden es weniger in den Dörfern, die die Namen auf den Denkmälern noch mit realen Personen und Gesichtern verknüpfen können; die Erinnerung verblasst, der Krieg – obwohl allgegenwärtig - ist für die Menschen in unserem Land nur noch in Büchern und Filmen präsent. Ganze Jahrgänge wurden einfach ausgelöscht und niemand denkt mehr daran. Dabei ist die Erinnerung an die Gefallenen, das Gedenken an die toten Männer und Frauen der beiden letzten großen Kriege unseres Landes eine stete Mahnung für den Frieden. Wer sich nicht mehr erinnern will, ist dazu verdammt, alles wieder erneut zu erleben“, schloss er ab.

„Die Kriegervereine des Chiemgaus in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein erfüllen die Kultur des Erinnerns auch über die Generationen hinaus seit Jahrzehnten in vorbildlicher Weise“, so Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller. Die Heimkehrer aus den Kriegen sahen bei ihrer glücklichen Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft als erstes die vertrauten heimischen Berge wieder, als äußeres Zeichen des Zusammenhaltes und des Erinnerns bauten sie 1951 das Kreuz auf den Ostgipfel des markantesten Berges im Chiemgau. Das Kreuz auf der Kampenwand sei ein weithin sichtbares Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt und als Mahnung zum Frieden in der Welt.

Gedenkgottesdienst auf der Kampenwand

Zum 59. Mal trafen sich die Veteranen- und Traditionsvereine aus dem ganzen Chiemgau zur Gedenkmesse für die gefallenen und vermissten Soldaten der Region. Die Gedenkwallfahrt ist bisher noch niemals ausgefallen und wurde bei jedem Wetter durchgeführt, so auch in diesem Jahr: bei strömendem Regen und schneidendem Wind kamen in diesem Jahr nur wenige Gottesdienstbesucher mit der Bergbahn oder wanderten zu Fuß auf die Kampenwand. 82 Fahnenabordnungen aus dem gesamten Chiemgau fanden sich an der Kriegerkapelle „Maria - Königin des Friedens“ oberhalb der Steinlingalm ein. Sie erfüllten damit ihre selbst gesetzten Kameradenpflicht gegenüber den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege.

Monsignore Albert Diedrich und Diakon Hans Weber zelebrierten den Festgottesdienst. Zahlreiche Ehrengäste, darunter der Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner und MdL a.D. Adolf Dinglreiter und weitere Mandatsträger aller Ebenen, Landrat Josef Neiderhell, Bürgermeister Werner Weyerer aus Aschau und zahlreiche weitere Bürgermeister aus dem ganzen Chiemgau, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Krieger- und Veteranenvereine und Soldatenkameradschaften im Landkreis Rosenheim Pius Graf, der erste Gauvorstand der Soldatenkameradschaften im Landkreis Traunstein Michael Bernauer, Oberst Manfred Benkel, sowie mehrere Offiziere der Bundeswehr aus Südostbayern, der stellvertretende Vorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Bezirk Oberbayern Heinrich Rehberg und die Vorstände der Ortsvereine von Frasdorf und Aschau waren unter den Gästen.

Gemeinsam legten die beiden Vorsitzenden der Dachverbände der Veteranenvereine aus Traunstein und Rosenheim Michael Bernauer und Pius Graf zu den Klängen des „Liedes vom guten Kameraden“ einen Kranz zum Gedenken an die Gefallenen des Chiemgaus nieder. Musikalisch wurde der Gedenkgottesdienst von der Musikkapelle Wildenwart und den Aschauer Alphörnern umrahmt. Die Gebirgsschützenkompanie Aschau unter Führung von Hauptmann Totila Meissner schoss den exakten Ehrensalut.

reh

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