Gemeinde fördert junge Familien

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Bernau - Eltern in Bernau , die ihren Sohn oder ihre Tochter in die Obhut einer Tagesmutter geben, erhalten künftig von der Gemeinde eine zusätzliche Förderung.

In Ergänzung der Unterstützung, die sie per Gesetz bekommen - in der Regel etwas mehr als 800 Euro im Jahr - , legt die Kommune jetzt noch bis zu 150 Euro im Monat drauf. Die neue Regelung gilt ab 1. Januar für Kinder unter drei Jahren. Einen Antrag zahlreicher Gemeinderäte aus den Reihen der CSU-Fraktion hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit einer Gegenstimme gebilligt.

Die Verwaltung im Rathaus gibt Tagesmütter bekannt, die in Bernau tätig sind. Einige wenige, die man an den Fingern einer Hand abzählen kann, haben eine Ausbildung und bieten ihre Dienste an. Die Verwaltung hat vom Gemeinderat den Auftrag erhalten, so der Antrag der CSU-Gemeinderäte, auf eine hochwertige und nachgewiesene Qualifizierung der Tagesmütter als Voraussetzung für deren Berücksichtigung zu achten. Per Gesetz bekommen Eltern, die ihren Sohn oder ihre Tochter in eine Krippe oder in die Obhut einer Tagesmutter geben, eine "kindbezogene Förderung". Der Basisbetrag, den der Staat und die Gemeinde aufbringen, beläuft sich auf 829 Euro im Jahr für eine Betreuung von drei bis vier Stunden am Tag. Die Gemeinde Bernau übernimmt künftig die finanzielle Spanne zwischen den Gebühren für die gemeindliche Krippe und den Kosten für eine Tagesmutter auf der Grundlage einer vergleichbaren Buchungszeit - maximal jedoch 150 Euro im Monat. Die Voraussetzungen: Die Plätze der Krippe sind voll. Und die Eltern können eine "besondere Notwendigkeit" für den Einsatz einer Tagesmutter nachweisen.

Tagesmütter werden über das Kreisjugendamt vermittelt. Der Umfang der Betreuung --und damit auch das Geld, das zu bezahlen ist - ist von den Eltern und den Tagesmüttern auszuhandeln. Wie in anderen Kommunen scheint auch in Bernau ein Bedarf an dieser Betreuungsform gegeben zu sein. Christian Hügel (CSU) bezeichnete die Neuregelung als "wichtigen Beitrag für die Betreuung von Unter-Drei-Jährigen". Die CSU-Gemeinderäte, die den Antrag gestellt haben, wollen seinen Angaben zufolge nicht, "dass die Eltern, die ihre Kinder in die Tagespflege geben, mehr bezahlen müssen als die, die sie in der Krippe betreuen lassen". Alexander Herkner ( SPD ) sagte, es sei "ganz hervorragend", wenn Tagesmütter als Alternative zur Krippe angeboten werden. Schließlich müsse den Eltern eine "breite Wahlmöglichkeit" in der Kinderbetreuung gegeben werden.

Zweiter Bürgermeister Matthias Vieweger (CSU) sprach von einer "sehr sinnvollen, positiven Sache". Denn die Tagespflege sei in Bernau "noch nicht so bekannt". Ursula Zeitlmann (Bündnis 90/Die Grünen) meinte, die Gemeinde sollte "vorsichtig rangehen". Wenn sie den Kontakt zu einer Tagesmutter herstelle, dann sollte sie keine Aussage über deren Qualifikation abgeben. Bürgermeister Klaus Daiber betonte, dass die Kommune über Rita Fitzner im Rathaus schon in der Vermittlung von Tagesmüttern aktiv sei. Renate Wendlinger (CSU) stimmte als einzige Gemeinderätin gegen die zusätzliche Förderung der Tagesmütter. Ihrer Ansicht nach müsse die Gemeinde auch Mütter unterstützen, die ihre Kinder selbst zu Hause betreuen. Alles andere sei "ungerecht". Eduard Wierer (Überparteiliche Wählergemeinschaft) kritisierte, dass die Gemeinde eine Umfrage starten und den Bedarf genau hätte abfragen müssen. Denn dann wäre unter Umständen eine Krippe gar nicht nötig gewesen. Daiber entgegnete ihm, dass der Bedarf sehr wohl vorhanden sei - und dass die Entscheidung, sie zu bauen, "richtig war".

Philipp Bernhofer (Bernauer Liste) sagte, dass die Tagespflege eine "Verdienstmöglichkeit für Mütter" darstelle, verbunden mit der "Herausforderung, sich zu qualifizieren". Um die Tagespflege stärker ins Bewusstsein zu rücken, könnte man den Müttern nach der Geburt ihres Kindes zum Beispiel einen Info-Zettel überreichen.

pü/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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