Grabenstätt tritt bis auf Weiteres nicht bei

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Grabenstätt - Vorerst nicht beitreten wird die Gemeinde Grabenstätt dem Chiemsee-Alpenland Tourismusverband, den die 46 Kommunen im Landkreis Rosenheim am Dienstag im Landratsamt Rosenheim gegründet haben.

In seiner Sitzung am Montagabend hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit auf eine Mitgliedschaft in dem neuen Verein verzichtet.

Lesen Sie hierzu: Meilenstein für den Tourismus

Seit einiger Zeit laufen in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein Bestrebungen, die Kräfte im Tourismus zu bündeln. Der Plan: Die bisherigen Verbände Rosenheimer Land, Wendelstein, Chiemsee und Chiemgau schließen sich zusammen. Die Gemeinde Grabenstätt ist Mitglied der beiden letztgenannten Organisationen.

Gegen einen Zusammenschluss der Verbände sei auch nichts einzuwenden, so Bürgermeister Georg Schützinger im Gemeinderat. Ein beeindruckendes Beispiel sei die Urlaubsregion Kärnten. Die Werbung liege dort in einer Hand und könne in dieser Form große Erfolge verzeichnen. Dem neu gegründeten Chiemsee-Alpenland Tourismusverband fehlen laut Schützinger allerdings Konzepte zur touristischen Vermarktung des Chiemsees. Probleme seien nicht bereinigt, Differenzen nicht ausgeräumt. Ein Frage, die sich stelle, laute zum Beispiele: "Was passiert mit den Gesellschafteranteilen?" Die sechs Chiemseeanliegergemeinden im Landkreis Traunstein haben laut dem Bürgermeister wesentliche Sachverhalte aus der Presse entnehmen müssen.

13 von 15 Räten waren sich einig: Momentan jedenfalls ist ein Beitritt der Gemeinde zum Verband ausgeschlossen - zumindest bis die Differenzen ausgeräumt und ein vernünftiges Konzept vorgelegt wird.

Neues Gewerbegebiet

Im Bereich der ehemaligen Kiesgrube westlich von Wolkersdorf ist ein neues Gewerbegebiet geplant. Voraussetzung dafür sind günstige Prognosen der in Auftrag gegebenen Gutachten. So müssen die Untergrundverhältnisse der zum Teil erst vor kurzem aufgefüllten Kiesgrube untersucht werden. Auch eventuell auftretende Probleme mit dem Grundwasser sollen durch ein Gutachten abgeklärt werden.

Die baurechtliche Grundlage zur Ausweisung des Gewerbegebietes erforderte nun die Änderung des Flächennutzungsplanes. Einige Mitglieder, unter anderem Andreas Danzer und Wolfgang Mayrhöfer (beide FW) waren dafür, erst die Bebaubarkeit des Bodens festzustellen, um weitere Kosten im Vorfeld zu vermeiden. Schützinger machte klar, dass der erste Schritt die Änderung des Nutzungsplanes sein müsse - erst dann seien weitere möglich.

Einige Räte waren der Meinung, die Kosten auf die vier Grundstückseigentümer umzulegen. Laut Bürgermeister Georg Schützinger sei dies rechtlich nicht möglich. Auf Antrag von Anita Kohlbeck (SPD) wurden ihre Bedenken in das Sitzungsprotokoll aufgenommen. Sie bezeichnete den Beschluss als "recht fraglich und unsicher". Kohlbeck: "Es ist der helle Wahnsinn, ein Teil der Kiesgrube ist erst vor drei Jahren zugeschüttet worden."

Die Abstimmung erfolgte mit zwölf zu zwei Stimmen. Die Mehrheit des Gemeinderates war sich einig, dass sich der Standort ideal eigne für ein Gewerbegebiet, zumal die Kosten der Voruntersuchungen überschaubar seien und das Verfahren bei ungünstiger Konstellation eingestellt werden könne.

Als "Sahneschnittchen" bezeichnete Gemeinderat Joseph Pfeilstetter (UWU) ein Gemeindegrundstück im Gewerbegebiet Oberwinkl.

Das bestehende gemeindliche Baurecht der 8000 Quadratmeter umfassenden Gewerbefläche bedarf nun einer Konkretisierung. So müssen Baugrenzen und Grund- und Geschossflächenzahlen festgesetzt werden. Die Erschließung des Gewerbegebietes wird im Frühjahr abgeschlossen sein - und zwar so, dass auch das gemeindliche Grundstück voll angebunden ist. Damit steht einer Bebauung des Grundstückes nichts mehr im Wege, wenn die rechtlichen Voraussetzungen, nämlich die entsprechende Bauleitplanung, eingeleitet ist. Die Räte waren einstimmig für dieses Vorgehen.

kem/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © wikipedia

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