Gemeinde setzt sich für Barrierefreiheit ein

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17 Behinderte aus der Nähe von Bayreuth verbringen zurzeit einen Urlaub in Rimsting. Über das behindertengerechte Landhotel "Wirtshaus beim Hans" freuen sie sich besonders.

Rimsting - Die Gemeinde will sich im Rahmen der Projektgruppe "Tourismus für alle" weiter für Barrierefreiheit einsetzen und Gehbehinderten Schritt für Schritt noch mehr den Weg ebnen.

Die Projektgruppe "Tourismus für alle" werde auch zwei Jahre nach Aufnahme ihrer Tätigkeit weiter bestehen, verlautete in einer Sondersitzung des Gemeinderates. Bürgermeister Josef Mayer und Projektleiterin Christine Degenhart lobten die Mitglieder der Gruppe für deren Engagement. Sie hätten in der Gemeinde einiges bewegt, um den Urlaub behinderter Menschen zu erleichtern.

Die Mitglieder der Projektgruppe waren zu sieben Sitzungen und zwei Ortsbegehungen - darunter auch einmal auf der Ratzinger Höhe - zusammengekommen. Degenhart sagte, dass sie dabei eine ganze Reihe von Vorhaben erörtert hätten. Das Ziel sei, behinderten Gästen und Einheimischen mehr Barrierefreiheit zu bieten.

Dass dabei in Rimsting schon einiges erreicht worden sei, stellte Degenhart am Beispiel "Wirtshaus beim Has`n" heraus. Der Gasthof habe bisher als einziger in der Gemeinde - und bei nur vier im ganzen Chiemseebereich - das Zertifikat "Barieerefrei" vom Hotel- und Gaststättenverband zuerkannt bekommen. Der Wirt, Gemeinderat Klaus Bauer (CSU) und selbst Mitglied der Projektgruppe, sagte, dass er mit zwei Rampen den Eingang barrierefrei gemacht habe. Außerdem gebe es zwei Parkplätze für Behinderte. Zwei Gästezimmer des Landhotels seien barrierefrei ausgestaltet worden. Bauer ergänzte, dass bei der Prüfung auch der VdK mitbeteiligt gewesen sei.

Degenhart erläuterte Maßnahmen für eine Verbesserung der Barrierefreiheit in der Gemeinde. So gebe es kein öffentliches und schon gar kein behindertengerechtes WC. Es bestehe jedoch die Möglichkeit, die Toiletten im Rathaus den Bedürfnissen von Behinderten anzupassen, was Gästen, aber auch Einheimischen zugute komme. Ferner sollte der Erlebnisweg zur Ratzinger Höhe in bestimmten Bereichen für Rollstuhlfahrer besser befahrbar gemacht werden.

Mit der Barrierefreiheit für den Gemeindesaal hatte sich der Gemeinderat schon einige Male befasst. Degenhart, selbst Architektin, legte einige Skizzen vor, mit denen sich das Gremium in den kommenden Sitzungen beschäftigen will. Keine befriedigende Antwort erhielt Georg Heindl (CSU) auf seine Frage, ob denn der Fluchtweg im Gemeindesaal - der Saal ist derzeit wegen des unzureichenden Fluchtweges gesperrt (wir berichteten) - ebenfalls barrierefrei sein müsse.

Ein Anliegen der Projektgruppe sei ferner, so Degenhart weiter, einen barrierefreien Zugang im Strandbad zum Chiemsee zu schaffen.

Die Ratzinger Höhe sei ein "Highlight der Gemeinde". Auch mobilitätseingeschränkten Gästen verschaffe sie eine wunderbare Erholung. In diesem Sinne sollte weiter gearbeitet werden.

In der Diskussion betonte Bauer, dass die Gemeinde in ihrem Bereich schon in mehrfacher Hinsicht für Barrieerefreiheit gesorgt habe - so mit einem Behindertentelefon am Info-Terminal, barrierefreien Bushaltestellen und abgesenkten Bürgersteigen.

Brigitte Feichtner (UWG) fragte, wie der behinderte Gast sich über das Internet nach einem für ihn passenden Urlaubsaufenthalt erkundigen könne. Informieren könne er sich über das Internetreservierungssystem (IRS) 18 des Chiemseealpenverbandes, antwortete Degenhart. Aber auch der Fremdenverkehrsverband München-Oberbayern unterstütze das Projekt in jeder Hinsicht im Internet und biete beispielsweise Informationen über behindertengerechte Ausflugsziele an.

Die Fortführung der Projektgruppe fand Degenhart sehr lobenswert und will sie weiterhin begleiten. Als nächsten Schritt stellte sich die Projektleiterin eine überörtliche Vernetzung der Arbeitsgruppen vor.

th/Chiemgau-Zeitung

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