Gemeinde wieder am Zug

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Annemarie und Hans Döllerer , zwei von 1239 Wössnern, die sich an der Abstimmung beteiligt haben.

Unterwössen - Keine Frage hat die Bürger von Unter- und Oberwössen in den letzten Wochen so sehr entzweit wie die, ob die Gemeinde auf dem gemeindlichen Grundstück in der Ortsmitte von Unterwössen als Investor einen Saal mit integrierter Gastwirtschaft bauen soll.

Mit einem klaren Votum von 795 gegen 444 Stimmen wurde ein entsprechender Bürgerentscheid abgelehnt.

Mit dem Ergebnis des Bürgerentscheids wurde dem Gemeinderat das Vertrauen ausgesprochen, dass die gewählten Vertreter der Bevölkerung die richtige Entscheidung über die künftige Nutzung und mögliche Bebauung wieder in den Händen haben. Bürgermeister Hans Haslreiter sagte zum Ausgang des Bürgerentscheids, er freue sich "riesig" über diese klare Entscheidung. Er sei zuversichtlich gewesen, dass die Mehrheit mit "Nein" stimmen werde, weil sie ein "finanzielles Abenteuer" für die Gemeinde als Investor auf dem gemeindlichen "Häringer"-Grundstück als ebenso wenig realistisch sehe wie die Mehrheit im Gemeinderat. Der Rathauschef betonte, es sei ihm wichtig, darauf hinzuweisen, dass - anders als in "Flugblättern" behauptet worden sei - der Gemeinderat noch keine Entscheidung über das gemeindliche Grundstück getroffen habe. Das Gremium habe mit zehn zu sieben Stimmen lediglich festgelegt, dass als möglicher Standort für einen Veranstaltungsraum aus finanziellen Gründen nur einer im Kurpark am Hallenbad oder über dem Hallenbad in Frage komme. Erst nach der "Sommerpause" wird sich der Gemeinderat mit dem weiterem Vorgehen beschäftigen, was einen möglichen Verkauf des gemeindlichen Grundstücks in der Ortsmitte anbelangt.

Hans Wimmer als Sprecher der Initiatoren des Bürgerentscheids sagte im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung, "es war ein klares Ergebnis, das akzeptiert werden muss". Er habe es nicht für möglich gehalten, dass in einem Fremdenverkehrsort die Entscheidung so ausfallen würde, die Bürger eher einen Großmarkt auf dem Grundstück sehen wollten als einen Saal mit integrierter Gastwirtschaft. Im Namen des Initiativkreises "Wössens Zukunft" sagten gestern Walter Sahle und Sandra Sonntag , grundsätzlich begrüßten sie es sehr, dass es in einer wichtigen Angelegenheit der Gemeinde zu einer Entscheidung durch die Bürger trotz aller Widerstände und Anfeindungen gekommen sei. "Mit dem eindeutigen Votum der Bürger, das wir voll und ganz akzeptieren, ist nur entschieden, dass die Gemeinde als Investor keine Dorfwirtschaft baut. Alle anderen Probleme wie zum Beispiel die Zerstörung der Ortsmitte und die genaue Lage des Großmarktes müssen noch geklärt werden. Außerdem müssen einige Begleitumstände des Bürgerentscheids dringend aufgeklärt werden." 

Ob die Gemeinde das Grundstück, das sie vor sechs Jahren für rund 1,3 Millionen Euro gekauft hat, nun tatsächlich an einen Investor verkaufen wird und kann, der dort möglicher-weise im Vordergrund einen Großmarkt errichten wird, ist offen. Offen bleibt auch, ob die Gemeinde das Grundstück im Ganzen oder nur einen Teil davon verkaufen wird. Von Seiten der Initiatoren des Bürgerentscheids wurde befürchtet, dass dort im vorderen Teil ein Großmarkt errichtet werden könnte und die Gemeinde das Grundstück dementsprechend verkauft, wie in der Bürgerversammlung vorgestellt. Die Initiatoren des Bürgerentscheids befürchten, dass die Ortsmitte von Unterwössen unwiderruflich zerstört würde, wenn am "Filetstück"direkt an der Hauptstraße keine Gastwirtschaft gebaut würde. Nach dem "Nein" zum Bürgerentscheid hat der Gemeinderat das Heft zur Entscheidung über die künftige Nutzung des gemeindlichen Grundstück zurückerhalten.

sga/Chiemgau-Zeitung  

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