Gemeinde will Straßen verbessern

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In einem ersten Schritt will die Gemeinde die Loitshauser Straße sanieren.

Marquartstein - Alle Straßen in Marquartstein sollten - mehr oder weniger vordringlich - saniert werden, sagte Bürgermeister Andreas Dögerl im Gemeinderat und gab so den Anstoß zu einer ausgiebigen Diskussion.

Für besonders wichtig hielt er den Ausbau und die Sanierung von Loitshauser, Schloss-, Dorf- und Pettendorfer Straße.

Alle diese Straßen haben eine ungenügende Gehwegsituation, was besonders für die Loitshauser Straße zutrifft, wo sich das Seniorenheim mit rund 200 alten Leuten und die evangelische Kirche befinden. Es seien immer wieder Gespräche mit dem Seniorenbeirat des Altenheims geführt worden, sagte Dögerl. Besonders gravierend sei es, dass zum Beispiel die Gehsteige so schmal sind, dass zwei Rollatoren nicht aneinander vorbeikommen. Bei Regen sei es nicht möglich, hier als Fußgänger zu gehen, ohne vollgespritzt zu werden. Das Oberflächenwasser könne nicht richtig abfließen.

Loitshauser oder Schlossstraße?

Auch die Schlossstraße als Zufahrtsstraße zur Heimvolksschule Niedernfels sei sehr wichtig, sagte Dögerl, besonders weil die Schule jetzt erweitert worden sei. Da die Schule viele Ganztagesangebote wie Hort, Mittagsbetreuung und heilpädagogische Gruppen habe, verlagere sich der Verkehr jedoch eher auf die späten Nachmittagsstunden. Ein Großteil der Schüler würde auch gebracht und abgeholt, so dass hier nicht die gleiche Situation wie bei der Volksschule oder Realschule herrsche.

Der Bürgermeister schlug vor, sich auf eine der vier Straßen zu konzentrieren. Dann könnten auch rechtzeitig Gespräche mit den Anliegern geführt werden, da bei allen Straßen auch Grunderwerb getätigt werden müsse. Im Haushalt der Gemeinde seien für Straßensanierungen bereits rund 800000 Euro für 2010 bereitgestellt.

In der Diskussion spalteten die Gemeinderäte sich in jene, die als erstes die Sanierung der Loitshauer Straße befürworteten, und jene, die für die Schlossstraße waren. Claudia Kraus, Peter Lloyd und Hans-Peter Butz (alle Überparteiliche Wählergemeinschaft) meinten, die Schlossstraße sollte Vorrang haben, da die Verkehrssicherheit der Schüler und der Tourismus zur Hochplattenbahn und zum Märchenpark betroffen seien. "Sicherheit geht vor Komfort", so Butz. Und Kilian Pfohl (CSU) brachte es auf den klaren Nenner: "Besser ein nasser Rentner als ein totes Kind."

Zweiter Bürgermeister Günter Richter (ÜW) sprach sich demgegenüber entschieden für die Loitshauser Straße als "zentrale Straße" und Verbindung zum Altenheim und zur evangelischen Kirche aus. Hier herrsche am meisten Verkehr.

Anke Entfellner-Häusler (CSU) hielt es ebenfalls für günstiger, zuerst die Loitshauser Straße zu sanieren und erst in zwei bis drei Jahren die Schlossstraße. Das Wasserwirtschaftsamt habe dann möglicherweise auch den Ausbau des Tennbodenbaches und der Brücke vor der Niedernfelser Schule in Angriff genommen. Wenn die Gemeinde schon jetzt mit der Sanierung der Schlossstraße beginne, werde vielleicht umsonst Geld ausgegeben.

Auch Norbert Memminger (CSU) favorisierte die Loitshauser Straße, da es hier große Wasserverluste gebe und sich der Kanal "in einem desolaten Zustand" befinde. Klaus Biersack (ÜW) meinte, die Schlossstraße dürfe nur in Zusammenhang mit der Brücke saniert werden. Mehrere Räte forderten, der Bürgermeister solle sich mit dem Wasserwirtschaftsamt verständigen, wann hier etwas getan werde. Dögerl antwortete, dass das Wasserwirtschaftsamt der Gemeinde schriftlich bereits versichert habe, dass Brücke und Tennbodenbach vordringlich auf der Liste stünden, dass sich das Amt jedoch nicht verbindlich auf einen Termin festlegen lasse.

Auf die Forderung Einiger, der Bürgermeister müsse mehr Gespräche führen und größeren Druck ausüben, meinten andere, dass die Gemeinde beim endlosen Kampf um die Schulwegsicherheit beim Landschulheim und der Realschule ja gemerkt habe, dass zu viel Druck gar nichts bringe.

Für die Sanierung der Loitshauser als erste der zu sanierenden Straßen stimmten neun gegen fünf Gemeinderäte. Dögerl versprach, sich nochmals um eine definitive Aussage des Wasserwirtschaftsamtes zu bemühen, wann in der Schlossstraße mit einem Ausbau von Bach und Brücke zu rechnen sei.

gi/Chiemgau-Zeitung

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