Genehmigung für Biomasseheizkraftwerk?

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Kurs auf ein Biomasseheizwerk nimmt die Marktgemeinde. Ende Juli hatte sie Eckdaten der geplanten Anlage präsentiert - und eine Ansicht, wie sie einmal aussehen könnte (unser Bild).

Prien - Auf ihrem Weg zu einem Biomasseheizkraftwerk steht die Marktgemeinde vor einer entscheidenden Etappe: In Absprache mit den Behörden und den Bürgern strebt sie an, die Baugenehmigung zu bekommen.

Jetzt steigt sie ein ins Verfahren: Sie will, so der einstimmige Beschluss im Bauausschuss des Marktgemeinderates, den Flächennutzungs- und den Bebauungsplan für diesen Bereih ändern.

Im Laufe dieses Jahres reiften die Pläne der Kommune, ein Biomasseheizkraftwerk (BHKW) zu bauen. Nach dem Kauf eines über 10.000 Quadratmeter großen Grundstückes an der Straße "Am Reitbach" namen sie dann schon einmal konkretere Gestalt an. Ende Juli präsentierte die Marktgemeinde Eckdaten des Vorhabens: Ins Visier nahm sie eine Anlage, die bis zu 3000 Haushalte im Ort mit Wärme versorgen und Strom für - umgerechnet - 2100 Abnehmer erzeugen kann. Der Bau des BHKW und die Verlegung der Leitungen kosten, so die ersten groben Schätzungen damals im Rathaus, zwischen 13 und 15 Millionen Euro.

Möglichst bald will die Gemeinde ihr Vorhaben verwirklichen. Wann sie jedoch Nägel mit Köpfen machen und mit dem Bau beginnen kann - und vor allem auch darf -, bleibt abzuwarten. Lang ist der Weg bis zur Genehmigung.

Ursprünglich hatte die Kommune gehofft, ihn verkürzen zu können. So hatte sie für ihr Bauvorhaben eine Einzelfallgenehmigung beantragt - die sie dann jedoch nicht bekam. Das Landratsamt winkte ab. Die Behörde in Rosenheim verwies darauf, dass das Projekt im so genannen Außenbereich liege. Sie forderte die Gemeinde auf, sich die Erlaubnis über einen anderen Weg zu holen: Nötig sei, so das Landratsamt, den Flächennutzungsplan zu ergänzen und das 10000 Quadrameter große Grundstück in den Bebaungsplan "Am Reitbach" mit aufzunehmen.

Beide Verfahren hat der Bauausschuss nun eingeleitet. Ohne Diskussion billigte das Gremium die Pläne, die die Roland Richter und Partner GmbH in Freilassing im Auftrag der Marktgemeinde gezeichnet hat. Im Mittelpunkt der Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes stehen das Projekt an sich und das Ziel, das BHKW an dieser Stelle grundsätzlich genehmigungsfähig zu machen. Genaue Aussagen über das Vorhaben selbst - etwa die Größe der Anlage - stehen in den Verfahren jedoch nicht zur Debatte.

Bürger können sich äußern

Die Einzelheiten ihrer Planungen will die Marktgemeinde zu einem späteren Zeitpunkt in die Öffentlichkeit tragen. So beabsichtigt sie, ihr Projekt in einer Bürgerversammlung vorzustellen.

Weitere Berichte aus Prien auf Seite 16

Mit der Einleitung der Verfahren eröffnet die Marktgemeinde die Diskussion. Nicht nur die Behörden, sondern auch die Bürger erhalten die Möglichkeit, sich zu äußern. Die vorgesehenen Änderungen des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes werden voraussichtlich Anfang Dezember im Rathaus ausgelegt. Und dann kann man vier Wochen lang Einwände und Anregungen vorbringen.

Auch in diesen beiden Verfahren könne, so Hans Bauer vom Bauamt auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung, grundsätzlich jeder "betroffene Bürger" seine Meinung äußern - was in diesen Fällen kaum Einschränkunen bedeute. Denn angesichts der Größe des Vorhabens gelte "fast jeder" als "betroffen".

Mit Reaktionen ist fest zu rechnen. Denn bereits in den vergangenen Wochen haben sich viele Bürger - auch über Leserbriefe in unserer Zeitung - zu Wort gemeldet.

pü/Chiemgau-Zeitung

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