Gesellig, monogam und in Hirnsberg geduldet

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Hirnsberg - Die Kolonie der Dohlen im Kirchturm der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ in Hirnsberg darf bleiben. Die Pfarrgemeinde lässt sie im Kirchturm brüten.

Die Pfarrgemeinde leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz, denn in den vergangenen Jahrzehnten gingen die Bestandszahlen dieser Vogelart in Bayern drastisch zurück.

Die Dohlen im Kirchturm begeistern in Hirnsberg nicht alle. Die durch die Vögel verursachte Verschmutzung im Inneren des Turmes sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Verärgerung und machte Säuberungsaktionen notwendig. Der Baubezirksarchitekt Peter Kotthoff der Erzdiözese München und Freising, Dr. Klaus Neugebauer von der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberbayern und die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt schalteten sich ein und so wurde eine Methode entwickelt, die verhindert, dass Nistmaterial ins Innere des Turmes fällt. Die Verschlüsse bringt die Kirchengemeinde in Eigenleistung an. Ein verträgliches Miteinander mit den bis zu 30 Brutpaaren ist so möglich.

Die Dohle (Corvus monedula) gehört zur Gattung der Rabenvögel und zählt zu den intelligentesten Vögeln. Eine Tatsache, die schon Verhaltensforscher wie Konrad Lorenz faszinierte. Ihr Gefieder ist bis auf die hellen Wangen und Nacken dunkelgrau bis schwarz. Schon im Jahr ihrer Geburt wählen die Dohlen einen Partner, mit dem sie ihr ganzes bis zu 20 Jahre dauerndes Leben zusammenbleiben. Es ist sehr beeindruckend, die Vögel immer paarweise auf dem Kirchendach, den Simsen und Nischen sitzen zu sehen. Mit ihrer Treue passen sie sehr gut zu den Kirchen. Ursprünglich brüten sie in Bäumen mit alten Nisthöhlen und Hohlräumen, die heute allerdings immer seltener zu finden sind. Daher wurden die Dohlen zu so genannten Gebäudebrütern, die in Burgruinen, Türmen und Kirchen ihre Nachkommen großziehen.

Weitere Fragen zu den Dohlen beantwortet die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Rosenheim gerne. Die zuständige Fachkraft Margit Böhm ist telefonisch unter 08031 / 392-3301 zu erreichen.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

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