"Spielball von Begehrlichkeiten"

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Bad Endorf - Nun erklären drei Aufsichtsräte der Gesundheitswelt Chiemgau, warum sie gemeinsam ihre Mandate zum 17. August niederlegen wollen:

Die bisherigen Aufsichtsräte Markus Kühbandner, Dieter Linde und Dr. Horst Zeitler erklärten nun in einer Pressemitteilung, ihre Rücktritts-Entscheidung zum 17. August.

Die drei Aufsichtsräte bedauern in ihrer Erklärung, dass die Marktgemeinde Bad Endorf mit 76 Prozent der Aktien am Unternehmen beteiligt ist. Dadurch würden sich "naturgemäß Probleme beim Aufeinandertreffen von Aktienrecht bei einem privatrechtlichen Unternehmen und Kommunalrecht aufgrund der kommunalen Beherrschung" ergeben.

Durch das Verhalten der kommunalen Mehrheit würde "eine sachgerechte, unabhängige und pflichtbewusste Wahrnehmung eines Aufsichtsratsmandats nicht mehr möglich" erscheinen.

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Weiter schreiben die Aufsichtsräte: "Bei unserem Amtsantritt vor etwa drei bzw. dreieinhalb Jahren stellte sich die GWC AG als Unternehmen dar, das zwar für die Zukunftssicherung des Unternehmens wichtige Aufgaben zu bewältigen, aber keine existentiellen Sorgen hatte. Hauptanliegen unseres Engagements war gerade die Herauslösung des Unternehmens aus dem kommunalen Korsett, das eine unternehmerische Weiterentwicklung in hohem Maße behindert."

Jedoch seien von den Verantwortlichen immer wieder "Un- und Halbwahrheiten über Unternehmenssituation und handelnde Personen in die Öffentlichkeit getragen" worden. Dies haben eine vertrauensvolle Zusammenarbeit infrage gestellt.

Die GWC AG sei zu einem "Spielball kommunalpolitischer Begehrlichkeiten" geworden, seitdem die schwierige wirtschaftliche Situation des Tochterunternehmens Chiemgau Therme bekannt geworden sei.

Ferner steht es in der Erklärung der drei Aufsichtsräte: "Dies manifestiert sich aktuell in der von der Gemeinde vorgeschlagenen und in einem basisdemokratischen Prozess verabschiedeten Liste der Kandidaten für den nächsten Aufsichtsrat der GWC AG. In dieser Liste finden sich unter anderen genau diejenigen Personen wieder, die eine konsequente Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen bisher verhindert haben."

Dadurch würde der Aufsichtsrat endgültig zu einem "politischen Gremium". Aus diesem Grund sei es für sie "nicht mehr möglich, für dieses Unternehmen Verantwortung zu tragen und die pflichtgemäße Wahrnehmung des Aufsichtsratsmandats zu gewährleisten".

Doch ganz ausschließen wollen Kühlbandner, Linde und Dr. Zeitler ein weiteres Engagement im Aufsichtsrat der GWC noch nicht: "Sollte es zu einer Konstellation kommen, die von Personen getragen wird, die sich einig in Ziel und Umsetzung sind, die Chiemgau Thermen zu erhalten und in eine gute Zukunft zu führen, stehen wir gerne wieder für ein Mandat zur Verfügung. Einen entsprechenden Vorschlag haben wir der Marktgemeinde zwischenzeitlich unterbreitet." Die GWC AG brauche nun Kontinutität.

mg

Quelle: rosenheim24.de

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