„Glücksfall für die Region"

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Über vier Millionen Euro will die Björn Schulz-Stitung investieren, um den Vierseithof im Klostergut Mitterndorf in ein Nachsorge- und Erholungsheim für kranke Kinder und Jugendliche umzubauen.

Gstadt/Gollenhausen - Als "einen Glückfall für die Abtei der Benediktinerinnen auf Frauenwörth, für die Gemeinde Gstadt und für die ganze Region" bezeichnete Bürgermeister Bernhard Hainz das Vorhaben der Björn Schulz-Stiftung Berlin.

Diese will den seit Jahren leer stehenden "Matheis-Hof" im Klostergut Mitterndorf zu einer Nachsorge- und Erholungseinrichtung umzubauen. In der Sitzung am Mittwoch befürwortete der Gemeinderat einstimmig den Bauantrag.

Für das Vorhaben, das in zwei Bauabschnitten und vier Stufen verwirklicht werden soll, sind insgesamt 4,2 Millionen Euro veranschlagt. Das Anwesen soll künftig Irmengardhof heißen. Wie bereits berichtet, hat die Stiftung, die auch seit 2006 in München tätig ist, den im Jahre 1904 erbauten Matheis-Hof von der Abtei Frauenwörth im Rahmen eines Erbpachtvertrages für 92 Jahre übernommen. Er steht seit vielen Jahren leer. Dass jetzt die Stiftung den Hof übernommen habe, sei ganz im sozialen Sinne der Benediktinerinnenabtei gewesen, so Stiftungs-Vorstand Jürgen Schulz in der Sitzung im Gemeindehaus Gollenshausen. Die neue Nutzung sei konzipiert für krebs- und chronisch sowie für schwerst- und unheilbar kranke Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene sowie deren Angehörige und Freunde, für trauernde Angehörige sowie für alle Personen, die am Betreuungs-, Begleitungs- und Behandlungsprozess beteiligt seien, erklärte Schulz.

Der Vorstand wies auch darauf hin, dass die Stiftung bereits zwei ähnliche Häuser, den Sonnenhof in Berlin und das Rosemarie-Fuchs-Haus an der Nordsee, betreibe. Das große Windrad, weithin sichtbares Wahrzeichen von Mitterndorf, solle auf jeden Fall erhalten bleiben, so Schulz. Die Stiftung möchte es zur Wasser- oder Energiegewinnung nutzen. Als erhaltenswertes, das Bild der Kulturlandschaft prägendes Gebäude sei das Anwesen von der Regierung von Oberbayern und dem Landratsamt Rosenheim eingestuft worden, erklärten die beiden planenden Architekten Heiner Sedlmeir und Christian Reiser bei ihren Erläuterungen zum Umbau. Unter Denkmalschutz steht das Gebäude nicht. Fassaden und Dach sowie sogar das Spalier müssten in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben.

Nach der aufwändigen Sanierung und dem Rollstuhl- und Behinderten gerechten Umbau werde der Dreiseithof mindestens 50 Personen Platz bieten, so die Architekten. Begonnen werde nacheinander mit den beiden Wohnhäusern, danach erfolge der Ausbau der ehemaligen Stallanlage. In dieser sollen verschiedene Gemeinschaftsräume entstehen, die zum Spielen, Basteln oder Besinnen gedacht seien. In den beiden großen Häusern sollen 23 große und sieben kleinere Zimmer entstehen, in denen bis zu vier Personen übernachten können. Ferner seien sieben kleine Zimmer für je drei Personen vorgesehen. Alle Zimmer sollen ein behindertengerechtes und einige ein rollstuhl- gerechtes Bad erhalten. Beide Häuser würden mit einem Aufzug ausgestattet und in jeder Etage entstehe eine Küche, insgesamt sechs.

Im Gewölbe der ehemaligen Stallanlage im Quergebäude soll ein großer Aufenthalts- und Speiseraum mit einer großen Küche entstehen. Die ehemalige Kapelle des Hauses werde durch einen Raum der Stille ersetzt und im Dachgeschoss soll eine kleine Sternwarte eingerichtet werden. Im Außenbereich sollen nach dem Umbau zwölf Parkplätze und drei Garagen zur Verfügung stehen. Der geplante Umbau werde in zwei Bauabschnitten und vier Stufen erfolgen: in der ersten und zweiten Stufe die komplette Sanierung mit Ausbau des Wohnbereichs in den beiden Häusern und von Teilen des Erdgeschosses im Quergebäude. Die vorläufigen Kosten dafür werden auf 2,45 Millionen Euro geschätzt. In zwei weiteren Stufen soll für knapp 1,8 Millionen Euro der Komplettausbau des Ober- und Dachgeschosses im Quergebäude für den Wohn- und Spielbereich erfolgen.

th/Chiemgau-Zeitung

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