Ein Müllproblem in der Hirschauer Bucht?

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Tonnenweise Holz und viel Plastikmüll sind vom Hochwasser in die Hirschauer Bucht geschwemmt worden. Der Grabenstätter Gemeinderat sieht dringenden Handlungsbedarf.

Grabenstätt - Die Verlandung der Hirschauer Bucht erhitzt schon länger die Gemüter. Nach dem Hochwasser ist dieses Thema jetzt heißer denn je!

"Ich verstecke mich nicht hinter Behörden", reagierte Bürgermeister Georg Schützinger (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung verärgert auf eine kritische Wortmeldung von Anton Mayrhofer (Freie Wähler Grabenstätt/FWG), der sich über die Müllproblematik in der Hirschauer Bucht beschwerte und sogar von einer "Kloake" sprach. Rudi Aigner (CSU) hatte das brisante Thema mit Verweis auf einen Zeitungsbericht aufgegriffen und sich darüber gewundert, "dass wir da gar nicht beteiligt sind".

Die Verlandungsproblematik der Hirschauer Bucht erhitzt zwar schon seit Jahrzehnten die Gemüter, doch im Zuge des Jahrhunderthochwassers Anfang Juni waren Tonnen von Schwemmholz und eine Menge Plastikmüll angeschwemmt worden. Das Treibgut ziert seitdem den naturnahen Uferbereich und es ist nicht davon auszugehen, dass sich daran in naher Zukunft etwas ändern wird, denn in der Kernzone des Naturschutzgebietes gilt bekanntlich ein absolutes Betretungsverbot.

"Dort liegt Holz im Wert von einer Million Euro", mutmaßte Mayrhofer. Wer aber dort beim Holzsammeln erwischt wird, muss mit einer Anzeige und einer hohen Geldbuße rechnen.

Alle Gemeinderäte waren sich einig, dass in der Hirschauer Bucht zeitnah etwas passieren müsse. Dies sei aber nicht nur eine Angelegenheit Grabenstätts, sondern auch der Nachbargemeinden Chieming und Seebruck, so Franz Kreiler (Bürgergruppe Erlstätt), denn wenn die Bucht in einigen Jahrzehnten komplett zu sei, lande das Treibgut zwangsläufig an den Stränden und Schilfgürteln am Ost- und Nordufer des Chiemsees.

Um die fortschreitende Verlandung zumindest zu verlangsamen, forderte Schützinger, dass der Kiesfang am Unterlauf der Tiroler Achen öfters vom Geschiebe befreit werde. Ein weiterer Kiesfang wäre von Vorteil. "In absehbarer Zeit wird es zum Thema Hirschauer Bucht einen runden Tisch geben", gab der Rathauschef zu bedenken.

Alle Maßnahmen müssten im Einvernehmen mit dem Bund Naturschutz geschehen, waren sich die Räte einig. Da im Zuge des Klimawandels noch häufigere Starkregenfälle zu erwarten seien, forderte Roman Metzner (CSU) Rückhaltebecken, um auf Hochwasserereignisse besser reagieren zu können.

Einigkeit bestand darin, dass die Parkplatzsituation am Gasthof "zur Hirschauer Bucht" nicht optimal sei. Von den Autos werde bei der derzeitigen Trockenheit "Staub ohne Ende" aufgewirbelt, zum Leidwesen der Gäste, so Mayrhofer.

mmü

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