2000 Jahre alte Mooreichen entdeckt

Waging/Grabenstätt - Ein Holzfund im Chiemgau ist offenbar eine seltene Momentaufnahme der Naturgewalten, denen unsere Vorfahren ausgesetzt waren.

Im Chiemgau sind 2000 Jahre alte Mooreichen entdeckt worden. "Sie sind das Ergebnis und Zeitzeugen eines Sturmes in der Keltenzeit", teilte Roland Eichhorn, Chef-Geologe am Landesamt für Umwelt am Mittwoch in Waging mit, nachdem die Fundumgebung bei Grabenstätt von Amts-Geologen und Forst-Experten der Waldbesitzervereinigung Traunstein untersucht worden ist. Eichhorn: „Es war ein geologischer Glücksfall, dass die Baumstämme in ein nacheiszeitliches Moor kippten und so an Ort und Stelle über Jahrtausende praktisch unversehrt erhalten blieben.“

Bei landwirtschaftlichen Arbeiten wurden im Talboden zahlreiche Stämme und Äste entdeckt, die alle in der gleichen Richtung lagen. Die bis zu 6 Meter langen und 70 Zentimeter dicken Stämme sind mittig gesplittert. Eichhorn: „Der Fund bietet eine seltene Momentaufnahme der Naturgewalten, denen unsere Vorfahren ausgesetzt waren. Orkane wie Kyrill muss es damals auch schon gegeben haben.“ Die fast schwarz gefärbten und harten Eichenstämme sind seltene und begehrte Edelhölzer für Holzschmuck und Furnier.

Pressetermin bei der Mooreiche:

Mooreichen im Chiemgau entdeckt

Die Stämme sind bis 10. Februar am Kurhaus Waging am See gelagert. Sie sollen bei der Südostbayern-Submission 2012 als Wertholz versteigert werden. Bernhard Kurz von der Waldbesitzervereinigung Traunstein ist sich sicher, dass sie einen vierstelligen Betrag pro Festmeter einbringen.

Pressemitteilung LfU/cz

Rubriklistenbild: © cz

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