Landrat für sechsspurige A8

Grabenstätt - Bei einer Diskussion zum geplanten Autobahnausbau wurde am Mittwoch heftig dikutiert. Landrat Hermann Steinmaßl war auch gekommen, um zweifelnde Bürger von dessen Wichtigkeit zu überzeugen. Und bezog eine klare Stellung.

Der Kreisverband Traunstein der Jungen Union hatte am Mittwochabend interessierte Bürger in den Grabenstätter Gasthof "Zur Post" eingeladen, um über Pro und Contra des geplanten Vollausbaus der Autobahn 8 zwischen Rosenheim und Landesgrenze zu sprechen. Man habe sich nach eingehender Prüfung der Fakten und intensiven Gesprächen mit Anwohnern für einen Vollausbau ausgesprochen, erklärte der Kreisvorsitzende Siegfried Walch.

Mit dabei war der Landrat des Kreises Traunstein, Hermann Steinmaßl. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, auch letzte Zweifler zu überzeugen, dass die Erweiterung der Fahrbahn auf sechs Spuren wichtig für die Region ist. Es gehe lediglich um eine Flächendifferenz von 15 Hektar. Beim Vollausbau würden 95 Hektar zusätzliche Fläche benötigt. Bei der kleineren Variante lediglich 80. Er wolle nicht gelten lassen, dass die eine Variante die "nette" und die andere der "Ausverkäufer der Heimat" sei, erklärte der Landrat.

Auch Kreisbrandrat Hans Gnadl und der Geschäftsführer für Oberbayern des Landesverbandes der Bayerischen Transportunternehmen, Tilmann Mager, nahmen an dem Meinungsaustausch mit Bürgern teil. Er stellte fest, dass der tatsächliche Verkehr in den vergangenen Jahren oft höher gewesen sei als der prognostizierte.

Hermann Steinmaßl betonte, dass ein Vollausbau auf sechs Spuren plus zwei Standstreifen über den zirka 50 Kilometer langen Streckenabschnitt unumgänglich sei. Es wäre eine intelligente Lösung. Ein Teilausbau auf vier Spuren plus zwei Standstreifen hingegen sei keine Option. Ausreichender Lärmschutz könne gesetzlich nur bezuschusst werden, wenn ein Vollausbau erfolgt, bei der 4+2-Lösung hingegen würde der Bund die Kosten nicht übernehmen.

Eindrücke von der Diskussionsrunde

A8-Ausbau: Landrat diskutiert mit Bürgern

Auch Kreisbrandrat Hans Gnadl appellierte an Bürger, den Baumaßnahmen zuzustimmen. Aus Sicht der Rettungskräfte müsse man den Ausbau so schnell wie möglich beginnen. "Auf der zweispurigen Autobahn bleiben Feuerwehr und Rettungsdienste oft in der Rettungsgasse stecken und werden so gehindert, schnell an die Unfallstelle zu gelangen.", erklärte er. Ein Ausbau der A8 wäre wichtig, um auch in Zukunft Menschenleben retten zu können.

Zu Wort kamen aber auch Bürger, die den Baumaßnahmen äußerst skeptisch gegenüber stehen. Ein Autobahnanwohner beschwerte sich über die Planungen. Seiner Meinung nach ist die jetzige Autobahn absolut ausreichend.

Auch einige andere Bürger kritisierten das Bauvorhaben. Die Bedenken bezüglich Lärm- und Umweltschutz sowie den hohen Kosten waren vielen Betroffenen anzumerken.

Für den Vollausbau würde der Bund - und somit der Steuerzahler - aufkommen. Die Kosten für die rund 50 Kilometer lange Strecke werden auf 700 bis 850 Millionen Euro geschätzt.

Rubriklistenbild: © tj

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