Ausschreibung für die Erschließung läuft

Baugebiet „Erlstätter Straße“: Baubeginn schon im kommenden Herbst?

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Grabenstätt - Der Gemeinderat hat den Erschließungsplan für das Baugebiet "Erlstätter Straße" anerkannt. Insgesamt werden sich die Kosten auf über 700.000 Euro belaufen. Kann bereits im kommenden Herbst mit dem Bau begonnen werden?

Die Erschließungsplanung für das Baugebiet „Erlstätter Straße“ hat der Gemeinderat mit einer Gegenstimme von Anita Kohlbeck (SPD) anerkannt. Zur Entlastung der südlich angrenzenden „Traunsteiner Siedlung“ soll nach dem Willen der Räte eine temporäre Bauzufahrt eingerichtet werden. Vor der Abstimmung hatte der Leiter des Überseer Ingenieurbüros HPC Franz Gruber den Planentwurf vorgestellt, auf dessen Basis die Erschließungsmaßnahme nun ausgeschrieben wird. Bei dem südöstlich der Erlstätter Straße gelegenen Baugebiet handelt es sich um eine 1,3 Hektar große bisher landwirtschaftlich genutzte Teilfläche, auf der 18 Bauparzellen für den sogenannten „Einheimischenbedarf“ vorgesehen sind. Über 14 Grundstücke kann die Gemeinde selbst verfügen. Dort würden elf Einfamilienhäuser, vier Doppelhaushälften und eine weitere Hausgruppe Platz finden. 

Gesamtkosten in Höhe von 712.300 Euro

Die Gesamtkosten für die Erschließungsmaßnahme belaufen sich voraussichtlich auf rund 712.300 Euro – davon rund 209.400 Euro für den Straßenbau, rund 80.900 Euro für den Schmutzwasserkanal, rund 138.000 Euro für den Regenwasserkanal, rund 183.300 Euro für das Regenrückhaltebecken, rund 31.000 für die Straßenbeleuchtung und rund 69.700 Euro für die Nebenkosten. In den Nebenkosten ist auch das Honorar des Planungsbüros HPC enthalten. 

Neben den notwendigen rund 280 Meter langen Straßenbaumaßnahmen habe man Gruber zufolge auch die Kanäle für Regen- und Schmutzwasserentsprechend planen müssen. Jedes Grundstück bekomme gleichzeitig einen Regenwasser- und einen Schmutzwassergrundstücksanschluss. Die in etwa parallel zur Rauschbergstraße verlaufende Verbindungsstraße zwischen den Verlängerungen der Hochplattenstraße und der Dr.-Model-Straße müsse komplett neu gebaut werden, gleiches gelte für den Regenwasserkanal. Entlang des östlichen Straßenabschnitts verläuft bereits der Mischwasserkanal aus dem Ortsteil Marwang. Dieser ist bereits ausreichend dimensioniert, um das Schmutzwasser der künftig anliegenden Gebäude aufzunehmen. 

Insgesamt werde man die Vorgabe erfüllen, das gesamte Regenwasser aus dem neuen Baugebiet nur gedrosselt aus dem neuen Regenüberlaufbecken in den Mühlbach einzuleiten, um dort die Situation bei Starkregenfällen nicht zu verschärfen, versicherte Gruber. Das im östlichen Bereich des Neubaugebietes vorgesehene 343 Kubikmeter große Regenrückhaltebecken sei auf ein zehnjähriges Hochwasser ausgelegt. Auf die Frage von Hans Pertl (CSU), ob man auf den Privatgrundstücken kleine Regenrückhaltebehälter anbringen lassen könnte, um bei Bedarf jeweils einige Kubikmeter Wasser zusätzlich zurückhalten zu können, meinte Gruber, das dies technisch möglich und auch erlaubt sei, aber aus Kosten- und Wartungsgründen „nur ungern empfohlen wird“.

Erschließungsmaßnahme wird ausgeschrieben

„Gehwege sind dort nicht geplant, das wäre bei dem geringen Verkehr reiner Luxus“, beantwortet Bürgermeister Georg Schützinger eine Anfrage von Anita Kohlbeck (SPD). Auch werde die Gemeinde den neuen Anliegern nicht zum Abschluss einer Elementarversicherung (gegen Hochwasserschäden) raten. Eine Verpflichtung sei ohnehin nicht möglich. Um den Baustellenverkehr aus der „Traunsteiner Siedlung“ möglichst herauszuhalten, plane man eine Bauzufahrt von der Erlstätter Straße. Diese müsse aber nach Abschluss der Arbeiten wieder zurückgebaut werden, appellierte Andreas Danzer (FW). 

Man werde die Erschließungsmaßnahme nun öffentlich ausschreiben und im September vergeben, betonte Gruber und zeigte sich zuversichtlich, dass „wir heuer noch bauen können“. Zuvor hatte Dritter Bürgermeister Maximilian Wimmer (CSU) angemerkt, dass es wegen der saisonal starken Auslastung der Baufirmen denkbar sei, dass heuer doch nicht mehr gebaut werde und man mit einer späteren Ausschreibung womöglich einen günstigeren Preis erzielen könnte. „Für die Högelbergstraße in Erlstätt haben wir im Vorjahr auch um die Zeit ausgeschrieben und eine hervorragende und kostengünstige Firma bekommen“, erwiderte Schützinger. 

mmü

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